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Havelland Flüchtlings-Helfer vernetzen sich im Havelland
Lokales Havelland Flüchtlings-Helfer vernetzen sich im Havelland
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00:28 08.01.2016
Dank vieler Helfer konnte unter anderem eine Weihnachtsfeier für Flüchtlingskinder in Rathenow organisiert werden. Quelle: Josephine Mühln
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Havelland

So groß die Herausforderungen, die der enorme Zustrom von Flüchtlingen mit sich bringt, auch sind, das Land in den letzten Monaten eindrucksvoll bewiesen, wie groß die Hilfsbereitschaft ist. Allein im Landkreis Havelland gibt es mehrere Willkommensinitiativen, zahlreiche ehrenamtliche Helfer, Organisationen und Vereine die sich für Flüchtlinge engagieren und Menschen in Not helfen. Bisher mangelte es jedoch an einer Vernetzung aller Akteure und an einer zentralen Anlaufstelle.

Was wird gebraucht? Wie kann man helfen? Wo können Spenden abgegeben werden? Wer ist zuständig, wenn es um Wohnungen oder Sprachkurse geht? Vor diesen Fragen stehen Helfer ebenso wie Flüchtlinge. Antworten darauf gibt nun das Online-Portal „Help to“. Am 7. Oktober wurde das Projekt in Potsdam als Flüchtlings-Hilfe-Portal gestartet, mittlerweile gibt es für fast alle Landkreise und kreisfreien Städte in der Mark eine eigene „Help to“-Plattform. Seit Mitte Dezember ist auch „Help to Havelland“ online.

Eine Potsdamer Idee

Gegründet wurde die Plattform vom Verein „Neues Potsdamer Toleranzedikt“. Die Installation der regionalen Portale erfolgt zumeist in Zusammenarbeit mit den Landkreisen, die die Idee den jeweiligen Akteuren vor Ort vorstellen. „Die Landkreise haben in der Regel den besten Überblick welche Organisationen und Initiativen bereits vor Ort aktiv sind. Deshalb ist es sinnvoll, dass sie mit an Bord sind. Es muss aber niemand aus dem Landkreis das Portal überwachen. Darum kümmern wir uns“, so Projektkoordinator Sebastian Gillwald.

Trommeln für Toleranz auf dem Familienfest des Aktionsbündnisses im Dezember in Rathenow. Quelle: C. Schmidt

Im Havelland waren die Ehrenamtler schneller als die Mitarbeiter in den Amtsstuben. Noch bevor der Potsdamer Verein den Landkreis ansprach, hatte sich die Willkommensinitiative Falkensee dafür stark gemacht, dass eine regionale Online-Plattform installiert wird. Mit dem Landkreis stehen die Help to-Macher aber ebenfalls in Kontakt. Noch agiere man hier zurückhaltend, es sei aber jederzeit möglich, dass der Landkreis Havelland in das Projekt einsteigt, so Gillwald.

Willkommensinitiativen machen mit

Derweil wurden auf „Help to Havelland“ die ersten Gesuche und Angebote eingestellt. Instrumente, Haushaltsgeräte und andere Dinge werden als Spenden angeboten. Unter verschiedenen Rubriken wie Freizeit, Sprache, Beratung, Sachspenden oder Wohnen kann jeder, der sich registriert, Gesuche und Angebote aufgeben. „Dafür genügt der Name und eine E-Mail-Adresse. Es muss kein Klarname sein. Wir haben die Hemmschwelle ganz bewusst niedrig gehalten“, erklärt Sebastian Gillwald.

Vereine und Organisationen können sich zudem ein Profil anlegen. Das haben für das Havelland bereits die Willkommensinitiativen Dallgow, Falkensee und Wustermark gemacht. Auch der Runde Tisch Asyl Friesack ist bereits vertreten. Für Rathenow hat sich das Aktionsbündnis „Füreinander - Miteinander“ eingetragen. Hier fungiert Daniel Golze als Ansprechpartner. Er ist Mitglied im Aktionsbündnis und sitzt für die Linken im Kreistag und in der Stadtverordnetenversammlung. „Es gibt auch in Rathenow viele kleine Initiativen, das Problem ist, dass sie nichts voneinander wissen. Es fehlt an der Vernetzung. Help to ist ein Versuch, auch über die Grenzen der Stadt hinaus im Havelland Kräfte zu bündeln“, so Golze.

Für Flüchtlinge und Bedürftige

Aktuell fehlen für ein flächendeckendes Netzwerk im Land Brandenburg noch vier Landkreise. Als letzte kreisfreie Stadt bekommt jetzt auch Cottbus sein eigenes „Help to“-Portal. In den nächsten Monaten soll die Plattform dann deutschlandweit ausgebaut werden. Die ursprüngliche Ausrichtung als Hilfsportal für Flüchtlinge wurde mittlerweile erweitert. Help to ist jetzt „Das Hilfe-Portal für Flüchtlinge und Bedürftige“. Das gemeinnütziges Projekt ist unabhängig und überparteilich und wird durch Spenden, Mitgliedsbeiträge, Kooperationsverträge, Sponsoring und Förderungen finanziert.

Der Verein hinter „Help to“

2009 gründete sich der Verein „Neues Potsdamer Toleranzedikt“, der Potsdamer aus allen Teilen und Schichten zusammenbringt und sich unter anderem für Toleranz, Weltoffenheit und ein friedliches Miteinander engagiert.

2014 startete der Verein die bundesweite Kampagne „Stoppt Hass-Propaganda! Erst prüfen, dann teilen.“ wofür die Potsdamer Ende 2015 mit dem Politikaward 2015 in der Kategorie „Kampagnen gesellschaftlicher & privater Sektor“ ausgezeichnet wurden.

„Help to“ ist das zweite bundesweite Projekt des Vereins. Drei hauptamtliche und zahlreiche ehrenamtliche Mitarbeiter wollen in den kommenden Wochen die Plattform in weiteren Landkreisen und Städten in ganz Deutschland etablieren.

Von Christin Schmidt

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