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Havelland Flüchtlingskinder an allen Grundschulen
Lokales Havelland Flüchtlingskinder an allen Grundschulen
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17:07 20.01.2016
Besonders nachgefragt: die Kollwitz-Grundschule. Quelle: Tanja M. Marotzke
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Nauen

Noch sind in Nauen keine Asylbewerber untergebracht. Erst zum April soll die Unterkunft mit 250 Plätzen am Waldemardamm bezugsfertig sein, vorher schon die Traglufthalle an der Robert-Bosch-Straße mit 300. In Vorbereitung dazu plant die Stadtverwaltung, dass die zu erwartenden Flüchtlingskinder gleichmäßig auf die drei städtischen Grundschulen aufgeteilt werden. Doch das sorgt schon jetzt bei den Kommunalpolitikern für Diskussionen. Denn dadurch würden Eltern aus Nauen unter Umständen bei der Schulwahl benachteiligt.

„Wir wollen nicht, dass nur eine einzige Grundschule Flüchtlingskinder aufnimmt“, erklärt die für Bildung zuständige Amtsleiterin Nora Schiller. Denn dabei würde es sich wohl um die Arco-Schule handeln, die ohnehin schon eine Brennpunktschule sei und die momentan für die vier geplanten Klassen viel zu wenige Anmeldungen hat. „Wenn die Flüchtlinge kommen, soll jede Schule Kinder aufnehmen, auch wenn wir dadurch einigen Erstwünschen nicht entsprechen können“, meint sie.

Die Kapazität pro Klasse beträgt 24 Schüler. Davon sollen fünf Plätze für Flüchtlings-Kinder freigehalten werden. Somit werden in der am stärksten nachgefragten Käthe-Kollwitz-Grundschule zehn Kinder nicht zum Zuge kommen können. Dort sollen zwei erste Klassen eingerichtet werden. Es gibt aber bereits 80 Anmeldungen. Schon die 48 Plätze im Normalfall würden bei weitem nicht ausreichen, jetzt wären es sogar nur 38. Genauso viel wie an der Lindenplatzschule, wo aber noch zehn Plätze frei sind. An der Arco-Schule wurden 43 Kinder angemeldet.

Für SPD-Fraktionschef Oliver Kratzsch ist die geplante Vorgehensweise ohne Alternative. „Es gibt kein gerechteres Verfahren, um zu verhindern, dass die Flüchtlingskinder nur in eine Schule kommen. Wie soll man es anders machen?“, fragt er. Geht man nach dem Wohnortprinzip, käme nur die Arco-Schule in Frage, was für diese auch Nachteile brächte.

Gegen den Vorschlag der Stadt spricht sich der Nauener CDU-Stadtverband aus. „So sehr es aus pädagogischen Gründen begrüßenswert sein mag, die Flüchtlingskinder gleichmäßig zu verteilen, gibt es doch für eine solche Praxis weder in der Nauener Schulbezirkssatzung noch im Schulgesetz eine Rechtsgrundlage“, sagt Vorsitzender Eckart Johlige. Es könne nicht sein, dass Flüchtlingskinder de facto bevorzugt werden. Die fehlende Rechtsgrundlage könne dazu führen, dass betroffene Eltern Widersprüche gegen die Ablehnung einlegen. „Dies ist nicht geeignet, die Akzeptanz von Flüchtlingen in der Bevölkerung zu verbessern.“

Wie Johlige sieht auch Manuel Meger (LWN+Bauern) vor allem die Eltern in den Ortsteilen als Leidtragende an. Schon jetzt hätten diese wegen des Wohnortprinzips kaum eine Chance, seien gegenüber Eltern aus der Kernstadt benachteiligt. Und nun nehme man noch einmal fünf Plätze pro Klasse weg. „Ich halte das für rechtlich nicht sauber“, so Meger.

Von Andreas Kaatz

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