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Havelland Flüchtlingskinder bauen Puppen und Kulissen
Lokales Havelland Flüchtlingskinder bauen Puppen und Kulissen
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17:56 17.08.2016
Kinder aus Flüchtlingsfamilien bauen in dieser Woche beim Symposium des Karl-Mertens-Kunstvereins Puppenköpfe aus Ton. Quelle: Foto: Bernd Geske
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Rathenow

Die Puppenkopf-Rohlinge der Jungs sind wilde Typen geworden, die Puppenköpfe der Mädchen fallen freundlicher aus. Das 10. Sommer-Symposium des Karl-Mertens-Kunstvereins in dieser Woche steht im Zeichen der Integration. Die Teilnehmer des künstlerischen Arbeitstreffens bereiten zusammen mit Kindern aus Flüchtlingsfamilien ein Puppentheaterstück vor. Sie bauen mit ihnen Handpuppen und malen Kulissen. Zu Beginn hat Anette Mertens im Atelier an der Semliner Straße 225 gezeigt, wie man Puppenköpfe aus Ton bauen kann. Larissa Weber näht für die Figuren Kleider. In der Stadtgalerie Berliner Straße 1a malt Detlef Frenkel mit den Kindern die Kulissen.

Das Projekt „Puppen-Theater-Werkstatt der Kulturen“ ist ein Gemeinschaftswerk von drei Rathenower Vereinen. Der Karl-Mertens-Kunstverein übernimmt die beschriebene Herstellung der materiellen Ausstattung. Das Theater Zeitlos ist verantwortlich für alle Belange, die das Spielen des Stückes betreffen. Nicht zuletzt wirkt das Bündnis für Familie Westhavelland mit, das viele Erfahrungen bei der Integration von Flüchtlingskindern hat, zu der auch die Vermittlung von Deutschkenntnissen gehört. Wie Christine Schneider vom Bündnis mitteilt, wirken in dieser Woche beim Projekt 14 Mädchen und Jungen von sechs bis 13 Jahren mit, die aus Syrien und Afghanistan stammen.

Integration durch Kultur

Das Kulturministerium des Landes und das „Bündnis für Brandenburg“ haben gemeinsam 300 000 Euro bereitgestellt, um damit landesweit Kulturprojekte zur Integration von Flüchtlingen zu fördern.

Eingegangen waren 80 Bewerbungen von gemeinnützigen Institutionen, Vereinen und Kommunen.

Ausgewählt wurden im Juni von einer Expertenjury 42 Projekte.

Das Rathenower Projekt heißt „Puppen-Theater-Werkstatt der Kulturen“.

Der offizielle Projektstart war am 1. Juli. Das Vorhaben der drei Rathenower Vereine ist eines von landesweit 42 Projekten, die im Juni vom Kulturministerium aus 80 Bewerbungen um Fördermittel für Kulturprojekte zur Integration von Flüchtlingen ausgewählt wurden. Wie Anette Mertens erklärt, ist die Ideen-und-Entwürfe-Phase abgeschlossen. Mit dem Symposium hat die Bauphase begonnen. Nicht vergessen werden darf in diesem Zusammenhang, dass auch schon ein Fachmann gefunden wurde, der den nicht einfachen Bau der Puppenbühne leiten wird. Bereit erklärt hat sich dazu Bernd Gensicke, Lehrausbilder im Ruhestand, der seit vielen Jahren an der Duncker-Oberschule eine Holzbau-AG leitet. Der Bühnenbau fängt im September an.

Weil der Projektzeitraum bis Jahresende läuft, ist im Dezember mit der Premiere zu rechnen. Das Publikum der Aufführung darf ein buntes Geschehen erwarten. Unter anderem sollen in dieser Woche beim Symposium auch noch größere Puppen mit Köpfen aus Pappmaché gebaut werden, mit denen einige Mitwirkende dann vor der Bühne agieren sollen. Als nicht realisierbar hat sich die ursprüngliche Vorstellung erwiesen, dass Flüchtlinge und Einheimische gemeinsam auch das Stück entwickeln und schreiben. Die Theaterleute haben nunmehr eine geeignete Fassung des Märchens „Hänsel und Gretel“ bestellt, weil es ähnliche Kindergeschichten im arabischen Raum ebenfalls gibt. Und die beiden Geschwister ja auch Vertriebene.

Von Bernd Geske

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