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Flüchtlingskinder spielen Puppentheater

Kleeblatt Premnitz Flüchtlingskinder spielen Puppentheater

Am Dienstagnachmittag hat der Verein Kleeblatt in Premnitz ein Puppentheaterstück aufgeführt, das von Flüchtlingen und ihren Kindern im Rahmen eines Integrationsprojektes erarbeitet worden ist. Bis zu zwölf Eltern mit bis zu 20 Kindern täglich haben im zurückliegenden halben Jahr daran teilgenommen.

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Als gute Fee verkleidet, hat Fabienne Fülöp das Publikum bei Kleeblatt auf das bevorstehende Puppentheaterstück eingestimmt.

Quelle: Bernd Geske

Premnitz. Der Verein Kleeblatt hat ein Integrationsprojekt für Asylbewerberfamilien auf die Beine gestellt, das es im Havelland so noch nicht gegeben hat. Gemeinschaftlich ist ein Puppentheaterstück erarbeitet, geprobt und aufgeführt worden. Auf Antrag des Vereins hatte der Landkreis zum Jahresbeginn das Vorhaben bestätigt und die Finanzierung übernommen. Nach einem halben Jahr geht der Projektzeitraum jetzt zu Ende, deshalb hat Kleeblatt am Dienstagnachmittag die Ergebnisse seiner Arbeit präsentiert.

Obwohl das Stück von Flüchtlingskindern aufgeführt wird und das Publikum in der Mehrzahl aus fernen Ländern stammt, ist es sehr „deutsch“ angelegt. Der Kasper ist da und fragt natürlich, „Seid ihr alle da?“ so lange, bis er ein lautes „Jaaa!“ zu hören bekommt. „Wir haben die Eltern und Kinder immer wieder gefragt, was sie möchten“, sagt Fabienne Fülöp von Kleeblatt, „und sie haben gesagt, dass sie Deutsch sprechen wollen.“

Es nahmen bis zu zehn Eltern mit bis zu 20 Kindern teil

Die Prinzessin, die blond ist, soll von Micky und Kicky einen Korb mit Süßigkeiten zum Geburtstag bekommen, der wird aber von der bösen Hexe gestohlen. Die hat nur einen Zahn, weil sie immer viel Süßes aß und nie ihre Zähne geputzt hat. Auch gesunde Ernährung war ein Projektinhalt. Deshalb schenken Micky, Kicky und Kasper der Prinzessin nun einen Obstkorb, weil das viel besser ist. Im Wald sammeln sie eine leere Cola-Büchse auf, da der Umweltschutz in Deutschland auch ein Projektthema war.

Basis des Ganzen ist eine Eltern-Kind-Gruppe gewesen. Bald nach dem Beginn war sie gut besucht. Es nahmen bis zu zehn Eltern mit bis zu 20 Kindern teil. Dann war es bei Kleeblatt immer mächtig voll. Die Flüchtlinge kamen aus Afghanistan, Irak, Iran, Kamerun, Kenia, Syrien und Tschetschenien. Die Projektarbeit lief nachmittags, weil vormittags die Räume von einheimischen Eltern-Kind-Gruppen genutzt wurden. Montag bis Mittwoch lief das Projekt in Premnitz, Donnerstag und Freitag in Rathenow.

Kleeblatt hat einen Antrag auf Verlängerung des Projektes gestellt

„Ich finde es gut“, hat Wolfgang Gall (CDU), Sozialdezernent des Landkreises, gesagt, „wenn für Flüchtlinge nicht etwas Neues aufgebaut wird, sondern vorhandene Strukturen genutzt werden können.“ Das sei mit Kleeblatt jetzt gelungen. Der Verein habe ihm kürzlich einen Antrag auf Verlängerung des Projektes vorgelegt, hat er mitgeteilt und verraten, man werde ihn wohlwollend prüfen.

Zur Eröffnung hatten die Gruppenmitglieder im Kreis sitzend deutsche Bewegungsspiele vorgeführt. Anschließend sangen sie ein persisches Lied, trommelten dazu und zwei Mädchen tanzten auf die orientalische Art. Wie sehr sich die Flüchtlinge an deutscher Lebensart orientieren, war am Kuchenbuffet zu erkennen. Zwar haben die Muslime noch ihren Fastenmonat Ramadan, doch hatten die Frauen für ihre Gäste feine Sachen gebacken – obwohl ihnen klar war, dass sie am hellen Tag verzehrt werden sollen.

Von Bernd Geske

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