Volltextsuche über das Angebot:

6 ° / 3 ° Regen

Navigation:
Flugplatz erwacht aus Dornröschenschlaf

Schönwalde-Glien Flugplatz erwacht aus Dornröschenschlaf

Tief schlummert der ehemalige Fliegerhorst in Schönwalde-Glien seinen Dornröschenschlaf. Das Areal, auf dem einst bis zu 8000 Soldaten untergebracht waren, hat sich die Natur längst zurückerobert. Die Brandenburgische Boden Gesellschaft (BBG) bot die Liegenschaft nun erneut zum Kauf an. Nun könnte das ehemalige Militärgelände den Besitzer wechseln.

Voriger Artikel
Wurde die Familie vor dem Schicksalsschlag bedroht?
Nächster Artikel
Historiker beschreibt Leben von Kurt Magritz

Die Natur hat sich das ehemalige Militärgelände zurückerobert. Seit über 25 Jahren ist der Großteil des Areals ungenutzt.

Quelle: Philip Häfner

Schönwalde-Glien. Ganz tief schlummert der ehemalige Fliegerhorst in Schönwalde-Glien seinen Dornröschenschlaf. Wo einst bis zu 8000 russische Soldaten untergebracht waren und regelmäßig Flugzeuge von der rund 1000 Meter langen Rollbahn abhoben, wächst jetzt Gras auf dem Asphalt. Die Natur hat sich das Areal längst zurückerobert. Äste ragen durch kaputte Fenster, seit Jahren ist hier nichts passiert. Zuletzt hatte 2014 die Schöner Wald GmbH hier im Erlenbruch ein futuristisches Öko-Dorf entwickeln wollen, doch wie zuvor schon viele andere scheiterte auch dieser Versuch. Das Gelände ist mehr als 25 Jahren ungenutzt.

Geeigneter Investor gesucht

Die Brandenburgische Boden Gesellschaft für Grundstücksverwaltung und –verwertung (BBG), die das Gelände vermarktet, wagte nun einen neuen Vorstoß auf der Suche nach einem geeigneten Investor und bot die Liegenschaft erneut zum Kauf an. Bis Anfang des Jahres hatten Interessierte die Möglichkeit ein Angebot abzugeben, erste Sondierungsgespräche mit möglichen Investoren seien mittlerweile abgeschlossen. Darüber informiert BBG-Geschäftsführerin Andrea Magdeburg.

In den Gesprächen seien Inhalte eines möglichen Kaufvertrages und das Nachnutzungskonzept besprochen worden. „Die Interessenten haben nun noch einmal die Möglichkeit Kontakt mit der Gemeinde aufzunehmen und ihr finales Kaufpreisangebot abzugeben, im Anschluss daran nehmen wir die Kaufverhandlungen auf. Nach dem jetzigen Stand rechnen wir mit einem Verkauf zum Ende des Jahres“, so Andrea Magdeburg.

Zutritt verboten – der ehemalige Fliegerhorst hinter dem Gewerbegebiet Erlenbruch ist umzäunt

Zutritt verboten – der ehemalige Fliegerhorst hinter dem Gewerbegebiet Erlenbruch ist umzäunt.

Quelle: Laura Sander

Wohn- und Mischgebiet soll entstehen

„Ich hatte bereits Kontakt zu einigen Kaufinteressenten. Wir haben für das Areal einen gültigen Bebauungsplan – dieser sieht vor, dass von der jetzigen Substanz nicht viel übrig bleibt“, so Schönwaldes Bürgermeister Bodo Oehme (CDU). Der Plan von 2005 sieht die Entwicklung eines Wohn- und Mischgebietes vor, sämtliche Kosten für die Erschließung und Verkehrsanbindung, Grünflächen und Kinderspielplätze trägt der Bauherr. Hinzu kommt die Beseitigung von Altlasten und Kampfmitteln, die sich womöglich noch auf dem ehemaligen Militärstützpunkt befinden.

„In der Vergangenheit scheiterte der Verkauf zum einen an der geringen Nachfrage und zum anderen an fehlenden Finanzierungsnachweisen für die beabsichtigten Vorhaben. Bei der Liegenschaft handelt es sich um eine ehemalige militärisch genutzte Fläche – daraus ergeben sich automatisch höhere Entwicklungsrisiken“, so die BBG-Geschäftsführerin. „Die extreme Nachfrage nach Wohnraum in und um Berlin wirkt sich jedoch positiv auf den Standort aus“, so Magdeburg weiter. Trotz der möglicherweise höheren Entwicklungskosten sei der Standort so attraktiv für Investoren geworden.

Herausforderung für die Gemeinde

„Auf die Gemeinde kommt mit der Entwicklung des Gebietes eine große Herausforderung zu. Es entsteht ja quasi ein neuer Ortsteil mit speziellen Anforderungen“, so Oehme. So soll zum Beispiel der ehemalige Tower die Funktion einer Begegnungsstätte übernehmen und auch weitere Institutionen entstehen, die ein Ortsteil so braucht.

Von dem rund 67 Hektar großen Areal, das mit Ausnahme einiger Kleinbetriebe aktuell ungenutzt ist, können maximal 25 Hektar bebaut werden. Auf die vorhandenen Gebäude, die zum Teil noch aus den Dreißigerjahren des vergangenen Jahrhunderts stammen, muss ein möglicher Investor dabei kaum Rücksicht nehmen: Sie dürfen größtenteils zurückgebaut oder gleich ganz abgerissen werden. Lediglich zwei Flugzeughallen sind denkmalgeschützt. Die beiden markanten Hangars im Osten des Fliegerhorts sind nicht Bestandteil der zum Kauf stehenden Fläche.

Der Fliegerhorst in Schönwalde

Fast 60 Jahre, von 1935 bis 1994, diente das Areal als Militärstandort – erst unter den Nationalsozialisten, später unter den Sowjets. Sie hörten von Schönwalde Westberlin ab. Bis zu 8000 Soldaten waren hier untergebracht.

Bis in die 1950er-Jahre hinein hoben von der 1000 Meter langen Rollbahn regelmäßig Flugzeuge ab.

Auf einem Teil des ehemaligen Fliegerhorsts entstand nach der Wende das Gewerbegebiet Erlenbruch.

Über die Höhe des Kaufpreises für den ehemaligen Fliegerhorst gibt es von Seiten der BBG während des laufenden Vergabeverfahrens keine Auskunft. Die endgültige Entscheidung darüber ob und an wen das Gelände verkauft wird, behält sich das Land Brandenburg vor.

Von Laura Sander

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Havelland
MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg