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Havelland Förderverein will das Gotteshaus retten
Lokales Havelland Förderverein will das Gotteshaus retten
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02:15 08.12.2017
Bernd Werner (li.) und Frank Bahr vom Förderverein vor der Buckower Wallfahrtskirche. Quelle: Markus Kniebeler
Buckow

Oft braucht es ein dramatisches Ereignis, um die Menschen wach zu rütteln. In der Geschichte der Buckower Wallfahrtskirche fiel dieses Ereignis in das Jahr 2008. Bis dahin hatten sich die Menschen, die im Umfeld des Gotteshauses leben, mehr schlecht als recht um dessen Wohlergehen gekümmert. Als aber im Jahr 2008 der Gemeindekirchenrat ernsthaft in Erwägung zog, das fast 700 Jahre alte Gebäude an einen Künstler zu veräußern, der dort sein Atelier einrichten wollte, regte sich Protest. Im Amt Nennhausen und über dessen Grenzen hinaus fanden Menschen zusammen, die dafür kämpften, die Kirche im Dorf zu lassen. Mit Erfolg. Im Frühjahr 2009 wurden die Verkaufspläne zu den Akten gelegt.

Im selben Jahr, am Himmelfahrtstag, kam ein gutes Dutzend Bürger zusammen, um einen Förderverein zum Erhalt der Kirche zu gründen. Aus dem losen Engagement für den Erhalt der Kirche wurde eine feste, verlässliche Größe. Es ist nicht vermessen zu sagen, dass der 20. Mai 2009 der Tag war, an dem die Buckower Wallfahrtskirche gerettet wurde.

Denn ohne den Förderverein hätte die dringend notwendige Sanierung des Ostgiebels, der im Lauf der Jahrhunderte instabil geworden war, nicht erledigt werden können. Auch die Instandsetzug der hölzernen Treppe im Turm war nur möglich, weil der Verein Spenden sammelte, Fördergelder beantragte, die Werbetrommel rührte. Mit dieser Strategie sollen auch die nächsten großen Sanierungsschritte getan werden. Erst muss das Mauerwerk des Turms saniert werden. Und danach steht die Erneuerung des Daches auf dem Programm. „Das geht natürlich nicht von heute auf morgen“, sagt Bernd Werner, der Vorsitzende des Fördervereins. Aber er und seine 20 Mitstreiter sind guter Dinge, die 2009 begonnene Arbeit zu einem guten Ende zu bringen.

Blick in den Innenraum der Wallfahrtskirche Buckow. Quelle: Kniebeler, Markus

Bernd Werner, der im Frühjahr zum Vereinsvorsitzenden gewählt wurde, ist ein gutes Beispiel dafür, welche Anziehungskraft die Kirche, die 1344 erstmals urkundlich erwähnt wurde, heute noch ausübt. Noch bevor das Ehepaar Werner vor zwei Jahren aus Berlin nach Nennhausen zog, trat es dem Förderverein bei. „Vom Moment, an dem ich die Kirche zum ersten Mal betreten habe, war ich tief beeindruckt“, erzählt Werner. Der schlichte, offene Hallenraum habe ihn sofort in seinen Bann gezogen. „Es ist schwer in Worte zu fassen“, sagt Werner. Und fügt nach einigem Nachdenken hinzu: „Die Kirche hat Charisma“.

Der Meinung sind auch die Besucher, deren Zahl sich nach der Gründung des Fördervereins vervielfacht hat. „Ein mystischer Ort“, so ein schwärmerischer Eintrag im Gästebuch, das voll ist von Dankesbekundungen an den Verein für dessen Bemühungen.

Die können sich in der Tat sehen lassen. Regelmäßig wird die Kirche im Sommerhalbjahr zum kulturellen Veranstaltungsort: Auf dem Programm stehen vor allem Konzerte, es gibt aber auch Gespräche, Lesungen, Szenisches. Vor dem Beginn der eigentlichen Veranstaltungen versammeln sich die Besucher, um bei Kaffee und Kuchen ins Gespräch zu kommen. Wer will, erhält von kundigen Vereinsmitgliedern eine exklusive Führung durch das Gotteshaus.

Die Kirchturmuhr mit dem Läutwerk konnte dank einer privaten Spende wieder in Gang gebracht werden. Quelle: Kniebeler, Markus

„Die Kirche war in früheren Zeiten ein Ort der Begegnung. Ein Leuchtturm in der Region – im wörtlichen wie übertragenen Sinn“, sagt Frank Bahr, der im Vereinsvorstand für die Finanzen zuständig ist. „So soll es heute wieder werden.“

Die Chancen, dass dieser Wunsch in Erfüllung geht, stehen nicht schlecht. Der Förderverein jedenfalls ist fest entschlossen, seine Wiederbelebungsmission fortzusetzen. Das Programm für das kommende Jahr steht bereits: Fünf Veranstaltungen sind gesetzt. Im Spätsommer etwa werden 20 versierte Gitarristen den Raum auf schönste Art und Weise zum Klingen bringen. Sollte man im Hinterkopf behalten.

Von Markus Kniebeler

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