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Havelland Fragestunde mit grüner Spitzenpolitikerin
Lokales Havelland Fragestunde mit grüner Spitzenpolitikerin
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00:20 09.09.2017
Sieht aus wie auf einem Parteitag der Grünen, ist aber in Falkensee aufgenommen: Katrin Göring-Eckardt, Fraktionsvorsitzende im Bundestag, und Petra Budke, Landesvorsitzende. Quelle: Tanja M. Marotzke
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Falkensee

42 Tage, 90 Städte, über 130 Termine und eine Strecke von rund 27 000 Kilometern – so der Fahr-, Radel- und Wanderplan von Katrin Göring-Eckardt und Cem Özdemir. Seit Mitte August sind die beiden grünen Spitzenkandidaten auf ihrer „Zukunft-wird-aus-Mut-gemacht-Tour“. Dienstagabend machte Katrin Göring-Eckardt in Falkensee Station. Etwa 80 Frauen und Männer waren an den Falkenhagener See gekommen, um der Politikerin ihre Fragen zu stellen.

Tanken mit dem E-Mobil

Wenn schon Auto, dann Elektoauto – so die Idee von Katrin Göring-Eckardt für ihre Deutschlandtour. Aber das erweis sich mit dem Tanken als schwierig, also kam ein Hybridauto zum Einsatz. Aber auch das hatte mit dem E-Tanken seine Tücken, wie die Frau im grünen Kleid erzählte, mal passte der Stecker nicht, mal brauchte man zum Bezahlen eine spezielle Karte der dortigen Stadtwerke, mal war die Tankstelle schlicht besetzt. Alles ein Beleg dafür, dass mehr für Elektromobilität getan werden muss, sagte die grüne Politikerin. E-Bikes gehören dazu. Die Grünen setzen sich dafür ein, auch deren Kauf staatlich zu fördern.

Town-Hall am Falkenhagener See

Die Bundespolitikerin hielt in Falkensee keine einstündige Wahlkampfrede, sie stellte sich den Fragen der Wähler. Mit Town-Hall war die Art der Wahlveranstaltung überschrieben. Eine Art offene Bürgerversammlung, die Wähler fragen, die Politikerin antwortet. Petra Budke, Landesvorsitzende der Grünen und Spitzenkandidatin der Partei im Wahlkreis 58 (Oberhavel, Havelland II), war die Frau mit dem Mikrofon. Die Zuhörer ließen sich nicht lange bitten und stellten Fragen querbeet. „Wie können die Grünen Kraft bekommen und mittelfristig zu einer Volkspartei werden?“, lautete die erste Frage. Für eine intakte Natur und eine innovative Wirtschaft, treten die Grünen an. Für Menschlichkeit, Freiheit und soziale Gerechtigkeit. „Die soziale Frage liegt mir an Herzen“, sagte Katrin Göring-Eckardt und nannte es unverantwortlich, welches Ausmaß die Kinderarmut in Deutschland erreicht hat. Die Grünen wollen deshalb mehr Geld in die Familienförderung geben, vor allem Alleinerziehende unterstützen, deren Kinder besonders oft von Armut betroffen sind. Und das Thema Einkommen treibt sie um, etwa wenn die dringend benötigten Pflegekräfte, Krankenschwestern oder Hebammen schlecht bezahlt werden.

Flucht und Fluchtursachen

Dann schon Fragen zu Flüchtlingen, Fluchtursachen und Integration. Was würden die Grünen da anders machen als die bisherige Regierung? „Auf jeden Fall den Etat für Entwicklungshilfe nicht kappen, sondern ausbauen“, sagte Katrin Göring-Eckardt, und nicht Waffen in Krisengebiete schicken, wie in den Tschad, damit die Menschen nicht aus dem Land kommen. Bei der Integration sind nicht nur die vielen ehrenamtlichen Helfer gefragt, denen sie ausdrücklich dankte, sondern auch der Staat müsse da mehr leisten. „Ja zum Familiennachzug“, sagte die Grünenpolitikerin. Und auch Ja zu Deutschkursen von Anfang an. Bei einer Frage zur Widerspiegelung des Flüchtlingsthemas in den Medien ermunterte sie, von den positiven Beispielen zu berichten, aber auch die Probleme nicht zu verschweigen und anderen als populistische Argumente zu überlassen.

Fragen zur Koalitionspartnern

Klimawandel, Kohleausstieg, Windenergie, Frauenquote, Position zu China – alles Themen, zu denen sich die Havelländer mit Katrin Göring-Eckardt überwiegend vertraut und wohlwollend und nicht kontrovers austauschten. Zumindest eine Fragestellerin schien ein heikles Thema anzusprechen. Sie wollte wissen, ob die Grünen nach der Wahl mit der CDU und FDP koalieren würden. „Die Antwort ist für mich wahlentscheidend.“ Ein Ja oder Nein vermied die Spitzenkandidatin. Sie wolle grüne Inhalte umsetzen, deshalb würde sie auch mit Seehofer oder Lindner sprechen. „Wenn sie anrufen, würde ich das Gespräch suchen und versuchen, viel rauszuholen.“

Von Marlies Schnaibel

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