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Havelland Fraktionen bieten Wahlsieger ihre Mitarbeit an
Lokales Havelland Fraktionen bieten Wahlsieger ihre Mitarbeit an
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02:15 20.10.2017
Manuel Meger hat am 26. Januar seinen ersten Arbeitstag als Bürgermeister. Quelle: Tanja M. Marotzke
Nauen

Das endgültige Ergebnis für die Bürgermeisterstichwahl in Nauen steht fest. Wie der Wahlausschuss am Dienstag verkündet hat, ist das Ergebnis sogar noch etwas deutlicher zugunsten von Manuel Meger (LWN) ausgefallen. Statt 54 Stimmen Vorsprung sind es nun 66. Auf Meger entfielen damit 2960 Stimmen, auf seinen Kontrahenten Eckart Johlige von der CDU 2894. Das ergab eine Neuauszählung.

„Wir haben ein paar kleine Unstimmigkeiten gefunden. Grundsätzlich hat sich damit aber nichts am Ergebnis geändert“, sagte Wahlleiterin Andrea Bublitz. Nachdem Johlige angekündigt hatte, eine Neuauszählung zu beantragen, sei man selbst in die Offensive gegangen und habe sämtliche Stimmen noch einmal durchgerechnet. In fünf Wahllokalen waren ein paar Stimmzettel im falschen Stapel gelandet.

Für Eckart Johlige ist die Sache damit erledigt. „Weil von Amts wegen schon nachgezählt worden ist, werde ich keinen Einspruch einlegen und auch keine Neuauszählung beantragen“, sagte der 51-Jährige. Die mit den Briefwahlunterlagen verschickten 60 falschen Stimmzettel, auf denen auch noch Oliver Kratzsch (SPD) zur Auswahl stand, haben nach seiner Einschätzung ebenfalls keine Auswirkungen auf das Endergebnis gehabt. Denn bis auf sechs sind alle von den jeweiligen Wählern gegen richtige Zettel ausgetauscht worden. „Die Erklärung war für mich nachvollziehbar. Ich habe Manuel Meger jetzt auch endgültig zum Wahlsieg gratuliert“, so Eckart Johlige.

Für die politischen Kräfte in der Stadtverordnetenversammlung heißt es jetzt, sich auf die neue Situation einzustellen. Am meisten betrifft dies wohl die Sozialdemokraten, die neun Sitze im Stadtparlament haben. „Wir werden mit der größten Fraktion Oppositionspolitik machen“, kündigte Fraktionschef Oliver Kratzsch an. Denn noch könne man sich mit der SPD-geführten Verwaltung abstimmen, „doch diese Situation ändert sich dann komplett. Wir machen aber dem neuen Bürgermeister das Angebot, mitzuarbeiten“. So wolle man wie bisher sachliche Politik betreiben und biete allen Fraktionen die Zusammenarbeit an.

Auf jeden Fall will die SPD schauen, wie sich Manuel Meger nach seinem Amtsantritt im Januar aufstellen wird. „Der Fairness halber wird er 100 Tage Schonfrist haben, in denen wir ihm die Möglichkeit geben, erst einmal anzukommen“, so Kratzsch, der sich mit seiner SPD für eine sinnvolle Weiterentwicklung der Stadt einsetzen möchte. Dass seine Niederlage als Kandidat für ihn persönliche Konsequenzen haben könnte, schließt er aus. „Wir sind uns einig, dass es nicht an meiner Person lag, sondern an der allgemeinen Situation.“

In einer Mitgliederversammlung haben die Linken die Wahl ausgewertet. Groß ändern wird sich für sie nichts, wie Fraktionschefin Susanne Schwanke-Lück sagte: „Wir werden unsere Arbeit ganz normal fortsetzen und unsere Ziele weiter verfolgen.“ Allerdings sei sie gespannt, wie Manuel Meger auf die Fraktion zugehen will und wie die Zusammenarbeit mit ihm und der Ländlichen Wählergemeinschaft laufen wird. Denn aufgrund der geänderten Situation werde die LWN anders agieren. „Wir sind jedenfalls gesprächsbereit.“ Weil es bei Meger anklang, dass SPD und Linke in der Stadtverordnetenversammlung bisher besonders eng zusammengearbeitet hätten, stellte sie klar: „Es gab immer nur eine Zusammenarbeit in Sachfragen, so wie mit anderen auch, etwa mit der CDU“. Die Linken wollen zudem darauf achten, dass man jetzt nicht die Kernstadt bei der weiteren Entwicklung aus dem Auge verliert. Auch in die Ortsteile sei schon viel Geld geflossen, wenn auch nicht in alle Dörfer.

Die CDU sieht das Ergebnis als Auftrag, „unsere Vorschläge in der Stadtverordnetenversammlung weiterzuverfolgen und konstruktiv mit den anderen Fraktionen und der neuen Verwaltung zum Wohle der Stadt zusammenzuarbeiten“, heißt es in einer Pressemitteilung. So würden die dringenden Probleme der Stadt bei den Kitas, im Straßenwesen und bei der Wohnungssituation keinen Aufschub dulden und müssten schnellstmöglich angegangen werden. Der designierte Bürgermeisterkandidat solle zusammen mit dem amtierenden Bürgermeister schnellstens die noch offenen Stellen in der Stadtverwaltung besetzen, um eine funktionierende Verwaltung zu gewährleisten.

Von Andreas Kaatz

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