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Frau Harke bekommt eine Wegmarke

Sagengestalt Frau Harke bekommt eine Wegmarke

Für die Sagengestalt Frau Harke wird demnächst eine Wegmarke in Rathenow installiert. Der Kultur-Touristik-Verein hat sich dafür schon länger eingesetzt, nun wird das Projekt Wirklichkeit.

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Frau Harke (Gabriele Matthies) mit dem Vereinsvorsitzenden Günter Klam an der im Dezember 2014 an der Jederitzer Straße aufgestellten Frau-Harke-Figur.

Quelle: Foto: Uwe Hoffmann

Rathenow. „Zur Eröffnung der F.U.N.-Wassertourismusinitiative im Jahr 2011 in Rathenow habe ich das Projekt der Frau-Harke-Wegmarken am Havel-Radweg erstmals vorgestellt“, erinnert sich Günter Klam. „Jetzt kehrt Frau Harke an ihren Ausgangspunkt zurück.“ Noch in dieser Woche werden wir mit den Arbeiten zur Aufstellung der Wegmarke an der alten Stadtmauer am Haveltor, an der Straße Vor dem Mühlentor in Rathenow beginnen“, sagt Klam. Frau Harke ist die germanische Sagengestalt der Mutter Erde und die Beschützerin der Menschen und Tiere im Havelland.

In den letzten Jahren hat der Kultur-Touristik-Verein „Kultour Elb-Havel-Winkel“ Kamern, dessen Vorsitzender Günter Klam ist, am Havel-Radweg und Elberadweg in Sachsen-Anhalt insgesamt 18 Frau-Harke-Wegmarken als Rast für Radtouristen eingeweiht, zuletzt am 22. Mai an der alten Heerstraße und heutigem Radweg zwischen Mahlitz und Hohenkamern. Seit September 2011 bringt sich die Rathenowerin Gabriele Matthies, die zur Stadtführungen die Frau Harke verkörpert, in das Projekt ein. Schon immer wollten die Initiatoren den Frau-Harke-Sagenpfad vom Elb-Havel-Winkel nach Brandenburg verlängern. Der erste Schritt wurde am 11. Juli 2015 getan. Der Heimatverein Steckelsdorf finanzierte die Aufstellung einer Frau-Harke-Wegmarke direkt vor der Dorfkirche. Unterstützung gab es seit Monaten auch durch Bürgermeister Ronald Seeger. Günter Klam wollte eine Frau Harke bereits zur Buga in der Havelregion aufstellen. Der Buga-Zweckverband unterstützte das Projekt nicht und die Realisierung verzögerte sich. In einem Brief des Bürgermeisters erhielt Günter Klam Mitte April die konkrete Zusage für den Standort in Rathenow. „Noch vor Beginn der Sommerferien soll das Richtfest öffentlich gefeiert werden. Vielleicht finden wir noch eine Kita-Gruppe oder Grundschulklasse, die sich daran beteiligen möchte.“

Die Gesamtkosten für eine Wegmarke betragen zwischen 6.000 und 7.000 Euro. „Zur Finanzierung sind wir im Gespräch mit Rathenower Unternehmern“, sagt Günter Klam. „Auch eine regionale Bank wird sich möglicherweise beteiligen.“ Die Frau-Harke-Wegmarke hat an allen Standorten grundsätzlich das gleiche Aussehen. Jede Frau Harke erhält aber ihre individuelle Gestaltung, welche einen Teil der Geschichte des Ortes aufgreift und ihren eigenen Namen.

Damit würde Rathenow im 800. Jahr der urkundlichen Ersterwähnung eine kleine „Frau-Harke-Stadt“ werden. Zur Landesgartenschau wurden auf dem Weinberg die Stiefel der Sagengestalt und Riesin Frau Harke aufgestellt. Seit Dezember 2014 lädt eine rund zwei Meter hohe Frau-Harke-Tonfigur an der Jederitzer Straße zum Spazieren am Stadtkanal ein. Diese Figur entstand im Rahmen eines Ideenwettbewerbs und Workshops des Karl Mertens Kunstvereins mit Rathenower Schülern.

Frau Harke ist die germanische Sagengestalt der Mutter Erde und die Beschützerin der Menschen und Tiere im Havelland. Sie lebt in den Kamerschen Bergen in Sachsen-Anhalt und wirke bis nach Brandenburg/Havel, wo sie den Beetzsee geschaffen haben soll.

Von Uwe Hoffmann

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