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Havelland Frauen-Handarbeitsgruppe ist nicht zu bremsen
Lokales Havelland Frauen-Handarbeitsgruppe ist nicht zu bremsen
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00:18 17.03.2017
Die Handarbeitsgruppe „Flotter Faden“ ist einem Jahr so groß geworden, dass der Raum im Haus II der Verwaltung zu eng geworden ist. Quelle: Bernd Geske
Premnitz

Sie werkeln ohne Pausen an ihren Handarbeiten und dass der mündliche Gedankenaustausch dabei nicht zu kurz kommt, ist deutlich zu hören. Die Premnitzer Handarbeitsgruppe „Flotter Faden“ hat in dem einen Jahr ihres Bestehens eine erstaunliche Karriere hingelegt. Sechs Frauen hatten sich im Februar 2016 nach dem ersten Aufruf im Haus II der Stadtverwaltung zusammengefunden. Nach nur einem Jahr sind dort nun schon 25 Mitwirkende eingetragen. Im anfangs so großzügig bemessenen Raum ist es für sie deshalb nun zu eng geworden. Um die Gruppe nicht teilen zu müssen, ziehen sie ins Kulturhaus Fabrikenstraße um. Am Donnerstag, dem 16. März, nimmt der „Flotte Faden“ dort die Handarbeit auf.

Auf den großen Tisch haben sie kleine Kärtchen mit ihren Vornamen gestellt, damit jede Frau gleich erkennen kann, wie die ausgewählte Gesprächspartnerin heißt: Die Gruppe wächst halt so schnell, dass nicht alle sich gleich alle Namen merken können. Es gibt Kaffee und Tee für alle. Eine Frau hat einen frisch gebackenen Kirschstreuselkuchen mitgebracht. Es wird von Luftmaschen und Stäbchen gesprochen. Durch den Raum klingen Wortgruppen wie „Das geht ganz anders“, „Wenn ich erstmal weiß, wie das geht“ und „Das macht Spaß“.

Im Seniorenbeirat entstand die Idee

„Wir hatten die Gruppe ursprünglich gegründet, damit sich Frauen aus Migrantenfamilien mit Frauen von hier treffen können“, erzählt Edith Szücs, bei der alle organisatorischen Fäden zusammenlaufen. Leider seien keine Migrantenfrauen gekommen, aber die angeschobene Handarbeitsgruppe war so gut angelaufen, dass sie niemand mehr auflösen wollte. Die Idee, die Gruppe zu gründen, hatte der Seniorenbeirat der Stadt. Dessen Vorsitzende Edith Szücs nahm das Projekt gleich selbst in die Hand, vom Beirat stiegen außerdem noch Monika Knichale und Ute Luckner mit ein – und alle drei sind auch bis heute noch mit dabei.

Jeden Donnerstag von 13 bis 15 Uhr ist „Flotter-Faden“-Zeit. Die Frauen kommen aus Döberitz, Mögelin und Premnitz. Jede legt für jede Teilnahme einen Euro in die Kasse. Damit werden Kaffee und Tee bezahlt und Arbeitsmaterialien gekauft. Kuchen ist nicht im Budget enthalten, verschiedene Frauen bringen ihre selbst gebackenen Köstlichkeiten auch von ganz alleine mit. Die jüngste Teilnehmerin ist 61, die älteste Handarbeiterin wird in diesem Monat noch stattliche 90. „Wir lernen hier auch von einander“, teilt Edith Szücs mit, „jede kann etwas anderes.“ Neue Formen, neue Muster. Ketten mit der Strickliesel sind angesagt und ein Ansatz, der aktuell interessiert, sind Basteleien aus fein gerolltem Zeitungspapier. Man muss das Papier dazu sauber in Bahnen reißen, eng aufwickeln und kann die Röllchen dann in kunstvolle Formen falten. Pyramiden zum Beispiel.

An jedem Donnerstag von 13 bis 15 Uhr

Die Handarbeitsgruppe „Flotter Faden“ ist im Februar vor einem Jahr gegründet worden.

Von sechs Frauen, die anfangs kamen, ist die Gruppe auf 25 Mitwirkende angewachsen.

Getroffen haben sie sich bislang immer an jedem Donnerstag von 13 bis 15 Uhr im Haus II der Stadtverwaltung.

Ab 16. März treffen sie sich immer im Kulturhaus Fabrikenstraße, weil der bisherige Raum zu eng geworden ist.

Die Frauen kommen aus Döberitz, Premnitz und Mögelin. Die jüngste Teilnehmerin zählt 61 Lenze und die älteste wird in diesem Monat stattliche 90 Jahre.

Sollte jemand noch Wolle vom einstigen Premnitzer Chemiefaserwerk haben, würde die Handarbeitsgruppe gern welche nehmen.

Es ist ja nicht so, dass die Frauen nur an ihrer privaten Handarbeit hängen. Beim Premnitzer Weihnachtsmarkt, der „Hüttenweihnacht“, haben sie ihre Erzeugnisse zum Kauf angeboten und über 200 Euro eingenommen. Eine Hälfte des Geldes haben sie der Premnitzer Jugendhilfestation „Kisy“ gespendet und die andere Hälfte in ihre Materialkasse gelegt. Für die Eltern-Kind-Gruppe des Vereins Kleeblatt in Premnitz haben sie dicke Socken gestrickt, weil dort Schuhe ausgezogen werden müssen und Hausschuhe nur selten jemand dabei hat. Im September haben die Handarbeitsfrauen mit ihren Partnern eine Fahrt in den Spreewald gemacht und sich im Dezember auf Vermittlung von Frank-Walter Steinmeier (SPD) den Bundestag einschließlich Debatte angeschaut.

Somit sind sie fast wunschlos glücklich. Sollte aber noch jemand Wolle aus dem früheren Chemiefaserwerk in Premnitz haben oder eine Nähmaschine sponsern können, würden sie diese Dinge sehr gerne annehmen. „Wir freuen uns alle, dass sich unsere Gruppe so entwickelt hat“, fasst Edith Szücs zusammen, „die Arbeit ist sehr vielseitig und wir passen gut zusammen.“

Von Bernd Geske

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