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Frauenhaus will mehr Unterstützung vom Land

Schutzeinrichtung Rathenow Frauenhaus will mehr Unterstützung vom Land

Das Land Brandenburg liegt bei der Finanzierung von Frauenhäusern bundesweit im Mittelfeld. Catrin Seeger, Leiterin des Rathenower Frauenhauses, bemängelt dies. Wichtig wäre eine Stelle für die Betreuung der Kinder, hieß es von ihr. Den Wusch richtete sie am Dienstag an Grünen-Landratskandidatin Petra Budke.

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Landratskandidatin Petra Budke, Catrin Seeger vom Frauenhaus Rathenow und Grünen-Kreisvorsitzende Gabriele Bieber Langenströher (v.l.).

Quelle: Uwe Hoffmann

Rathenow. „Mit der neuen Brandenburger Ministerin für Frauen und Familien, Diana Golze aus Rathenow, haben wir seit 2014 zwar eine direkte und verlässliche Ansprechpartnerin“, sagt Catrin Seeger. „Aber im aktuell durch die Frauenhäuser aufgeführten Ranking liegt das Land Brandenburg bei der Finanzierung der Frauenhäuser und Trägervereine bundesweit im Mittelfeld“, kritisiert sie.

Die Leiterin des Rathenower Frauenhauses, des einzigen im Landkreis Havelland, und Sprecherin des Netzwerkes Brandenburgischen Frauenhäuser hätte auch schon eine Vorstellung, wie eine bessere Unterstützung aussehen könnte.

„Durch Landesmittel haben wir jetzt für 19 Stunden in der Woche eine Hauswirtschafterin zur Unterstützung bekommen“, erklärt Catrin Seeger. „Wichtig wäre noch eine Stelle für die Betreuung der Kinder der im Frauenhaus untergebrachten Frauen“, sagte sie bei einem Besuch der Landratskandidatin der Grünen, Petra Budke.

Grünen-Landratskandidatin Petra Budke, Catrin Seeger vom Frauenhaus Rathenow und Grünen-Kreisvorsitzende Gabriele Bieber Langenströher (v

Grünen-Landratskandidatin Petra Budke, Catrin Seeger vom Frauenhaus Rathenow und Grünen-Kreisvorsitzende Gabriele Bieber Langenströher (v. l.)

Quelle: Uwe Hoffmann

Am Dienstag besuchte Budke gemeinsam mit der Kreisvorsitzenden der Grünen, Gabriele Bieber Langenströher, Catrin Seeger im Rathenower Frauenhaus, um sich auch über die aktuelle Problematik von häuslicher Gewalt gegenüber Asylbewerberinnen zu informieren. „Dies ist eine zentrale Forderung der Frauenhäuser, die die Bündnisgrünen seit jeher unterstützen“, sagt Petra Budke. „Eine ständige ausgebildete Fachkraft als Ansprechpartnerin für die Kinder und Mittlerin zwischen Mutter und Kind gehört in ein Frauenhaus.“

Spende in Höhe von 150 Euro

Die Landesvorsitzende der Grünen ist unter den acht Kandidaten zur Landratswahl am kommenden Sonntag die einzige Frau. Sie nahm viele Informationen und Anregungen mit – und ließ eine Spende über 150 Euro da.

Potsdam ist landesweit die einzige Stadt, die solch eine Stelle zur Kinderbetreuung in einem Frauenhaus finanziert. Und das Thema Kinder rückt angesichts der verstärkt Hilfe suchenden Flüchtlingsfrauen immer weiter in den Fokus.

Auch das Rathenower Frauenhaus, mit einer Kapazität von fünf Wohneinheiten und insgesamt 15 Betten, hatte schon in den letzten Monaten und Wochen Frauen untergebracht, die mit ihren Familien beispielsweise aus

Petra Budke

Petra Budke

Quelle: Uwe Hoffmann

Tschetschenien nach Deutschland flüchteten und nach häuslicher Gewalt Zuflucht im Frauenhaus suchten. „Das deutsche Gewaltschutzgesetz trifft für alle zu, auch für Flüchtlinge“, sagt Catrin Seeger. Zudem gibt es seit 2003 keine Stelle mehr für eine landesweite Koordination der Strukturen der Frauenhäuser, Projekte sowie der Vereine und Initiativen. „Diese Tätigkeit ist neben unserer eigentlichen Betreuungs- und Beratungsarbeit im Frauenhaus und im landesweiten Netzwerk gemeinsam mit meiner Mitarbeiterin Jana Reinhardt nicht zu bewältigen“, so Catrin Seeger weiter.

Die registrierten Fälle häuslicher Gewalt sind in Deutschland seit Jahren gestiegen. Im Land Brandenburg waren es 2014 insgesamt 4 046 Fälle, das sind 5,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Im Bereich der Polizeiinspektion Havelland gab es 2014 insgesamt 29 Fälle, sechs mehr als im Jahr davor. „Im letzten Jahr waren insgesamt 30 Frauen und 31 Kinder in unserem Frauenhaus untergebracht“, so Catrin Seeger. „Überregional haben wir im letzten Jahr insgesamt 132 Frauen beraten, davon 44 in Rathenow.“

Kontakt: Die Beratungsstelle und das Frauenhaus in Rathenow ist erreichbar unter Tel. 033 85/50 36 15.

Von Uwe Hoffmann

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