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Freiwillige Feuerwehr hat zu wenig Leute

Premnitz Freiwillige Feuerwehr hat zu wenig Leute

Die Freiwilligen Feuerwehren von Premnitz, Döberitz und Mögelin haben zu wenig Leute. Eine Analyse zur Fortschreibung des Gefahrenabwehrbedarfsplanes hat ergeben, dass es derzeit insgesamt 65 aktive Kräfte gibt. Deren Einsatzbereitschaft ist aber vor allem tagsüber in der Woche stark eingeschränkt, weil rund 50 Prozent ihre Arbeitsplätze nicht verlassen können.

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Als es vor zwei Jahren in einem Betrieb des Industrieparks einen Großbrand gab, waren die Feuerwehrleute aller drei Wehren tagelang im Dauereinsatz.

Quelle: Julian Stähle

Premnitz. Bei der Freiwilligen Feuerwehr von Premnitz werden die einsatzbereiten Kräfte knapp. Das ist das wichtigste Ergebnis einer Analyse, die zur Fortschreibung des Gefahrenabwehrbedarfsplanes der Stadt erstellt worden ist. Der Plan mit dem etwas sperrigen Namen muss laut Gesetz alle paar Jahre den aktuellen Gegebenheiten angepasst werden. Im Premnitzer Ausschuss für Wirtschaft und Stadtentwicklung am Dienstagabend hat Robert Kroha von der beauftragten Luelf & Rinke Sicherheitsberatung GmbH das aktualisierte Dokument vorgestellt.

Premnitz hat drei Freiwillige Feuerwehren an drei verschiedenen Standorten. Eine in der Stadt selbst und jeweils eine in den Ortsteilen Döberitz und Mögelin. Premnitz verfügt derzeit 26 aktive Feuerwehrleute, Döberitz über 18 und Mögelin 21, was insgesamt 65 ergibt. Brenzlig wird es für die Einsatzbereitschaft vor allem tagsüber in der Woche, da laut Analyse rund 50 Prozent der Kräfte „planerisch nicht verfügbar“ sind, weil sie ihre Arbeitsplätze nicht verlassen können oder ihre Arbeitsorte außerhalb des Stadtgebietes liegen. Demnach stünden in diesen Zeiten in Premnitz nur 13, in Mögelin sechs und in Döberitz gar nur zwei Einsatzkräfte zur Verfügung, was insgesamt lediglich 21 Feuerwehrleute ergäbe.

Unerfreulicher Trend

Einen sehr unerfreulichen Trend gab es zudem bei den Atemschutzgeräteträgern, kurz AGT genannt. Seit 2007, als der Gefahrenplan erstmals erstellt worden ist, hat sich die Zahl der Atemschutzgeräteträger nahezu halbiert. Hatte es 2007 in allen drei Wehren zusammen noch 49 Berechtigte gegeben, ist diese Zahl auf nunmehr nur noch 25 Einsatzkräfte gesunken. Positiv immerhin: Die Gesamtzahl der Einsatzkräfte aller drei Wehren hat sich seit 2007 lediglich um drei Leute von 68 auf 65 verringert.

Hauptamtliche Mitarbeiter gibt es bei den drei Feuerwehren nicht. Ein Hausmeister der Premnitzer Wohnungsbaugesellschaft (PWG) unterstützt aber als Gerätewart hauptberuflich die drei Wehren bei der Wartung, Instandsetzung, Prüfung und Pflege der Fahrzeuge und Geräte. 2007 waren noch sechs Hausmeister der PWG als Tagesverstärkung (Truppmann) Mitglieder der Feuerwehr. Jetzt aber sind sie dort nicht mehr aktiv.

20 Kräfte bei der Premnitzer Feuerwehr seien „viel zu wenig“, stellte Robert Kroha fest. Das würde nicht einmal ausreichen, um die Fahrzeuge zu besetzen. Deshalb sei es weiterhin richtig, alle drei Standorte zu erhalten, weil man auf das Personal von keinem Standort verzichten könne. Daher sollten zu allen kritischen Einsätzen werktags tagsüber weiterhin alle drei Feuerwehren zeitgleich alarmiert werden.

65 Kräfte in Premnitz, Döberitz und Mögelin

Drei Freiwillige Feuerwehren hat Premnitz. Eine in der Stadt und je eine in Ortsteilen Döberitz und Mögelin.

Premnitz hat derzeit 26 aktive Einsatzkräfte, Döberitz 18 und Mögelin 21. Das ergibt zusammen 65.

Seit 2007 hat sich die Gesamtzahl der Einsatzkräfte nur um drei verringert.

Nur rund 50 Prozent aller Kräfte sind aber tagsüber an den Werktagen verfügbar, weil sie ihren Arbeitsplatz nicht verlassen dürfen.

Die Zahl der Atemschutzgeräteträger hat sich seit 2007 dramatisch von 49 auf nur noch 25 vermindert.

Da die Leistungsfähigkeit der Feuerwehr vor allem von einer ausreichenden Personalstärke abhängig sei, steht im Plan, falle grundsätzlich der Stadt die Aufgabe zu, geeignete Maßnahmen zur Gewinnung von Freiwilligen für die Feuerwehr zu entwickeln. Laut Information aus der Feuerwehr seien aber bereits alle Möglichkeiten ausgeschöpft worden, um weiteres Personal zu gewinnen. Allein die intensive Unterhaltung von Jugendfeuerwehren werde künftig nicht mehr ausreichen.

In Zusammenarbeit mit der Feuerwehr sollte ein langfristiges Zukunftskonzept im Rahmen eines Gesamt-Personalkonzeptes der Stadt aufgestellt werden, empfiehlt die Luelf & Rinke Sicherheitsberatung. Es sei zu überprüfen, wie weit mit dem vorhandenen Personal derzeit die Einsätze erfolgreich bewältigt werden können und wie weit in der Vergangenheit die Einhaltung des Schutzziels möglich war.

„Sollten hier nicht tolerierbare Defizite auftreten“, formuliert die Firma im Gefahrenabwehrplan, „ist über das Beschreiten neuer Wege nachzudenken, zum Beispiel über Teilzeitfeuerwehrleute unter den städtischen Mitarbeitern.“

Von Bernd Geske

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