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Freizeithaus Mühle feiert 10. Geburtstag

Rathenow Freizeithaus Mühle feiert 10. Geburtstag

Am Donnerstag feiern fast 40 Kinder und Jugendliche und ihre Erzieher mit einer langen Clubnacht den 10. Geburtstag des Freizeithauses Mühle am Schwedendamm in Rathenow. Die Einrichtung, die nach der Landesgartenschau 2006 in der sanierten Mühle eröffnet wurde, ist ein wichtiger Anlaufpunkt für den Nachwuchs der Stadt.

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Wie eine große Familie: Mitglieder des Freizeithauses Mühle mit den Erziehern. Heute feiern sie gemeinsam den 10. Geburtstag der Einrichtung.

Quelle: Ch. Schmidt

Rathenow. „Würde es das Freizeithaus Mühle nicht geben, würde ich wahrscheinlich zu Hause sitzen, mich langweilen oder Fernseh gucken.“ Dieser Satz einer Neunjährigen lässt erahnen, welche Bedeutung die Einrichtung am Schwedendamm hat. Seit mittlerweile zehn Jahren gibt es Freizeithaus. Mehr als 30 Kinder und Jugend zwischen neun und 16 Jahren verbringen hier nach der Schule oder in den Ferien ihre Freizeit. Sie kochen gemeinsam, basteln, machen Hausaufgaben, beschäftigen sich am Computer, spielen oder treiben Sport. Für viele junge Rathenower ist die Mühle eine Art zweites Zuhause.

Zu verdanken ist das Simone Müller, Ute Miegel und Ralf Fischer. Sie haben die Einrichtung 2007 aufgebaut – natürlich in Absprache mit den Kindern und Jugendlichen, die bei der Auswahl der Farben und Möbel mitreden durften. Bis heute arbeiten die drei Erzieher hier als Team zusammen. „Diese Konstanz ist in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen besonders wichtig“, betont Simone Müller, bevor sie drei Jungs mit Handschlag begrüßt. Ein Mädchen fällt ihr sogar um den Hals. „Das ist eine unserer Regeln, wer kommt oder geht, verabschiedet sich“, erklärt die 54-Jährige.

Schüler aus allen Schulen der Stadt kommen in die Mühle

In der Schulzeit trudeln hier am frühen Nachmittag die ersten Clubmitglieder ein - das Freizeithaus ist nämlich ein Club. Für zehn Euro pro Halbjahr bekommen die Mädchen und Jungen einen Ausweis, mit dem sie auch den Optikpark besuchen können. Für ALG-II-Empfänger ist die Mitgliedschaft kostenlos, so wird sichergestellt, dass alle Kinder das Angebot nutzen können. Das funktioniert laut Simone Müller auch sehr gut. Aus sämtlichen Stadtteilen und Schulen kommen die Mitglieder, sogar aus den umliegenden Orten und dem Kinderheim. Manche von ihnen nutzen nur das Ferienprogramm, andere kommen fast täglich und einige vertreiben sich hier ein-, zweimal pro Woche vor oder nach dem Musikschulunterricht die Zeit.

„Werbung machen wir eigentlich kaum, die Kinder finden uns durch Mundpropaganda“, verrät Simone Müller Die Frage, ob sie Spaß an der Arbeit hat, braucht man ihr nicht stellen. Es steht ihr ins Gesicht geschrieben. Natürlich gibt es auch mal Schwierigkeiten, zum Beispiel wenn sie einen Streit schlichten muss, aber das gehöre dazu und sei meist schnell geklärt. Die Mädchen und Jungen vertrauen den Erziehern und respektieren sie. Für viele sind die drei wichtige Ansprechpartner wenn sie Zuhause oder in der Schule Probleme haben. „Leider gibt es Kinder, die von ihren Eltern nicht beachtet werden, die Hunger haben, nicht weil das Geld fehlt, sondern weil niemand an sie denkt. Es gibt immer mehr Kinder, die es wirklich schwer haben. Wenn es nötig ist, zögern wir auch nicht, das Jugendamt zu informieren“, so Müller.

Wer die Schule schwänzt, muss auch auf die Mühle verzichten

Die Zusammenarbeit mit der Behörde funktioniere sehr gut. Die Erzieherin wird auch aktiv, wenn ihre Schützlinge die Schule schwänzen. „Wer am Vormittag schwänzt oder sich krank meldet, kann am Nachmittag nicht zu uns kommen“, macht Simone Müller deutlich. Eine weitere Regel, die funktioniert, denn wenngleich einigen der Weg zur Schule schwer fällt, auf die Mühle wollen sie nicht verzichten. Aber noch sind Ferien – also die perfekte Gelegenheit, den zehnten Geburtstag am Donnerstag mit einer langen Clubnacht zu feiern. 37 Mitglieder haben sich dafür angemeldet. Alle bringen einen Schlafsack mit und bereiten gemeinsam ein großes Büfett vor. Ein DJ sorgt für Musik, es wird getanzt, getobt und sicher bis in die Puppen gequatscht.

„Wir haben hier wirklich optimale Bedingungen“, schwärmt Simone Müller. Zum einen lobt sie die sehr gut ausgestattete Einrichtung mit Küche, Kreativraum, PC- und Hausaufgabenzimmer und vielem mehr. Dazu kommt die unmittelbare Nähe zum Optikpark und zum Jahn-Sportplatz. Auch die Turnhalle im Dachgeschoss des Hauses können die Erzieher mit ihren Schützlingen einmal pro Woche nutzen. „Die Kinder wissen all das sehr zu schätzen“, weiß Simone Müller. Sie hofft, dass noch viele Generationen von dieser Einrichtung profitieren werden.

Von Christin Schmidt

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