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Freizeithaus in Jerchel wieder belebt

Jugendarbeit Freizeithaus in Jerchel wieder belebt

Fast wäre aus dem einstigen Jugendclub in Jerchel wieder ein ganz normales Wohnhaus geworden. Die einstige Betreuerin verstarb 2014 plötzlich und ein Jahr lang kämpfte ein engagierter Ehrenamtler unermüdlich um den Erhalt der Einrichtung. Dann kam die Rettung.

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In Jerchel braucht man sich um den Tanznachwuchs keine Sorgen machen: Die Mädchen im Freizeithausen üben jede Woche begeistert Choreographien.

Quelle: Ch. Schmidt

Jerchel. Das Haus mit dem großen Graffito an der Giebelseite kennt wohl jeder, der schon mal durch Jerchel gefahren ist. „Jugendclub Jerchel seit 1993“ prangt in großen, zum Teil bunten Lettern an der himmelblauen Hauswand. Hier fühlt sich der Jecheler Nachwuchs wohl. Fußball- und Volleyballfeld liegen direkt vor der Tür, es gibt einen Spielplatz und drinnen genug Räume, um die Nachmittage kreativ und sinnvoll zu gestalten. Dennoch wäre aus dem Jugendclub, der eigentlich eher ein Familien- und Freizeitreff ist, beinahe ein ganz normales Wohnhaus geworden.

Nachdem die Betreuerin des Freizeithauses 2014 plötzlich verstarb, stand es schlecht um die Einrichtung. Ein Jahr lang wurde es nur noch sporadisch genutzt. Dann meldeten sich Interessenten, die das Gebäude von der Gemeinde abkaufen wollten. Dazu wäre es auch gekommen, hätten nicht drei junge Frauen aus dem Dorf gemeinsam mit Guido Gericke die Geschicke in die Hand genommen. Ihnen ist es zu verdanken, dass seit einigen Wochen wieder Leben in der Bude ist. Bis zu fünfzehn Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren besuchen inzwischen die Einrichtung. Sie kommen nicht nur aus Jerchel, auch Kinder aus Milow und aus Orten im Jerichower Land toben hier.

Ehrenamt sichert Betreuung der Jugend

Das freut besonders Guido Gericke. Er hatte das Haus im vergangenen Jahr in Eigeninitiative offen gehalten, weil er nicht tatenlos zusehen wollte wie es nach der jahrelangen Arbeit und den getätigten Investitionen einfach geschlossen wird. Pädagogische Betreuung konnte er aber nicht bieten. „Ich kümmere mich um alles Bürokratische, halte den Kontakt zu den Ämtern, stelle Fördermittelanträge und übernehme Hausmeisterarbeiten“, erzählt Gericke. Mit Sandra Bach, Peggy Czwicklowski und Cordula Giese hat er drei junge Mitstreiterinnen gewonnen, die mitanpacken. „Ich bin früher selbst hierhergekommen“, erzählt Sandra Bach. Heute betreut die 27-Jährige selbst den Nachwuchs, zu dem auch ihre beiden Töchter gehören.

Die drei Frauen und Gericke kümmern sich ehrenamtlich um die Freizeiteinrichtung. Eine einmalige Sachen für die es sogar Lob vom Jugendamt gibt, erzählt Gericke ein bisschen stolz. Die Trägerschaft hat der Brücke Verein übernommen und mit den vier Ehrenamtlern Verträge abgeschlossen. Die Betriebskosten zahlt die Gemeinde Milower Land. Zudem hat Beatrice Graf, Jugendkoordinatoren der Gemeinde, die Einrichtung unter ihren Fittichen.

Nächstes Fest für Ostern geplant

Es sind vor allem Mädchen, die das Haus besuchen – an Jungen scheint es im Dorf zu mangeln. Und so ist es nicht verwunderlich, dass zu den Lieblingsbeschäftigungen vor allem das Tanzen gehört. Im größten Raum üben die Mädchen begeistert Choreographien ein, die sie sich selbst ausgedacht. Zudem übt Peggy Czwicklowski jeden Freitag mit ihnen. Denn schon in dieser Woche steht ein Auftritt für die Senioren im Ort an und weitere sollen folgen.

Das Freizeithaus in Jerchel ist montags, mittwochs und freitags jeweils von 16 bis 18 Uhr geöffnet. Die Betreuerinnen basteln, kochen, spielen und feiern mit den Kindern. Das nächste Fest ist für Ostern geplant, verrät Sandra Bach.

Von Christin Schmidt

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