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Freizeitkapitäne liegen fast auf dem Trockenen

Rathenow Freizeitkapitäne liegen fast auf dem Trockenen

Im Sommer ist der Wasserstand der Havel grundsätzlich etwas niedriger, als sonst. Wenn die Gewässer um Rathenow jetzt wenig Wasser führen, ist das nicht außergewöhnlich, heißt es beim Wasser- und Schifffahrtsamt. Trotzdem hat man eine Lösung ausgetüftelt, damit das Wasser nicht noch weiter zurückgeht.

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Noch haben die Boote auf der Havel genug Wasser unterm Kiel.

Quelle: Norbert Stein

Rathenow. „Die Boote auf dem Hohennauner See kippen schon.“ Günter Kunz ist Freizeitkapitän. „Ich weiß, dass der Wasserstand im Sommert immer mal niedriger ist. Aber was wird denn getan, um das Wasser zu halten? Dies ist eine Gegend, die um Wassertouristen wirbt. Da ist es schlecht, wenn das Wasser weg ist.“

Insgesamt wenig Wasser

Tatsächlich führen die Gewässer in der Region derzeit sehr wenig Wasser. Man sieht es mit bloßem Auge. „Das ist nicht ungewöhnlich“, sagt Joachim Karp von der Wasser- und Schifffahrtsbehörde in Rathenow. Er beobachtet die Havel und die umliegenden Gewässer genau, kennt sie wie seine eigene Westentasche. „Es war jetzt lange trocken. Da haben wir wenig Wasser. Wenn es mal drei Tage regnet, sieht das sofort wieder anders aus.“

Um diese Zeit normal

Um diese Jahreszeit, wenn die trockenen Monate anstehen, sei nie viel Wasser unterwegs. „Es fällt aber auf, dass der Niedrigwasserstand ungefähr vier Wochen früher begonnen hat, als in anderen Jahren.“ Zumeist gehe das irgendwann Anfang Juli los und halte dann bis zum August, so Karp.

Die See-Sohle wächst an

Das hilft den Freizeitkapitänen, die ihre Boote auf dem Hohennauener See haben, wenig. „Da kommt noch etwas hinzu, das mit der Trockenheit gar nichts zu tun hat“, erläutert Karp. Die Sohle des Hohennauener Sees wächst an. Die Wassertiefe wird geringer.“

Die Floße auf dem Havelaltarm des Optikparks fahren nicht

Die Floße auf dem Havelaltarm des Optikparks fahren nicht.

Quelle: Kniebeler, Markus

Auf den Neben- und Altarmen der Havel sieht es auch mau aus. „Rund 70 Zentimeter brauchen wir auf dem Havelaltarm, damit die Floße fahren dürfen“, sagt Joachim Muus. Der Geschäftsführer des Optikparks Rathenow kann die beliebten Gefährte im Moment nicht aufs Wasser lassen. „Geht nicht“, sagt er. Das sei eine Situation, die man jedes Jahr im Optikpark erlebe. Allerding hat auch Muus festgestellt, dass das Niedrigwasser in diesem Jahr besonders frühzeitig da war.

Die Sache mit dem Dargebot

Joachim Karp hingegen wundert es nicht so sehr. „Wir hatten schon kein normales Frühjahrshochwasser, es war sowieso weniger Wasser da.“ Und das wirke sich in der Langzeit aus. Es gebe weitere Faktoren, die eine Rolle spielen: „Wir bekommen einfach schon lange nicht mehr genug Wasser aus der Spree in die Havel. Dazu die Trockenheit – und schon ist das Wasserdargebot gering.“

Es gibt Alternativen

Freizeitkapitäne haben allerdings noch Ausweichmöglichkeiten. Vor allem, wenn sie als Touristen in die Region kommen. „Die Fahrrinne der Havel selbst ist tief genug, da können Boote nach wie vor fahren“, sagt Karp. Das bestätigt die Reederei Bolz, die rund um Rathenow mit dem Fahrgastschiff „Havelland“ unterwegs ist. „Es gibt noch keine „Einschränkungen“, war aus der Reederei zu hören. Ähnlich entspannt verhalten sich die Freizeitkapitäne, die an den Wasserwanderstützpunkten am alten Hafen in Rathenow und am Optikpark festmachen. Sie kommen voran.

Früher gab es Folie

Die Wetterfrösche haben inzwischen Regen signalisiert. Ob der reicht, wird man später sehen. Karp und seine Mitarbeiter wollen nicht warten und haben einen Antrag gestellt, um die Havelstaue so zu organisieren, dass das Wasser in der Höhe bleibt, wie es ist – vorerst. Natürlich könne man bestimmte Wehre schließen. Aber oft seien es Nadelwehre, die gehen nicht vollkommen dicht zu schließen, so Karp. „Früher hat man Folie vorgespannt, das macht man heute nicht mehr.“

Karp ist gelassen. „Die Perioden werden kürzer, mal zwei Wochen Sonne, dann Regen, dann Mischmasch.“ Es bestehe derzeit kein Grund zur Beunruhigung.

Von Joachim Wilisch

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