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Havelland Freud und Leid im Stadion
Lokales Havelland Freud und Leid im Stadion
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06:02 25.06.2018
Markus Kniebeler. Quelle: Bernd Geske
Rathenow

Die echten Fußballfreunde grenzen sich von Gelegenheitsfans dadurch ab, dass sie – um es im Reporterjargon zu sagen – dahin gehen, wo’s wehtut: Ins Stadion.

Und tatsächlich ist es ein großer Unterschied, ob man sich in Unterhose auf dem Sofa fläzend eine WM-Partie anschaut, oder ob man bei Nieselregen und Temperaturen knapp über Null im Berliner Olympiastadion sitzt und einen lustlosen Kick verfolgt.

Wobei man dort je nach Position gar nicht so richtig mitbekommt, was genau auf dem Spielfeld passiert. Ich hab mal auf einem der billigsten Plätze unter dem Dach gesessen, von denen man die Spieler als Punkte in Bewegung wahrnimmt. Der einzige Akteur, den ich zweifelsfrei identifizieren konnte, war der Schiedsrichter – wegen seiner schwarzen Klamotten.

Als ich wieder zu Hause war, hab ich erst einmal den Fernseher angemacht und mir die Zusammenfassung jenes Spiels angeguckt, dessen entfernter Beobachter ich gewesen war. Und siehe da: es fiel ein Tor mehr, als ich gedacht hatte. Da war mir wohl irgendwas durch die Lappen gegangen. Immerhin war ich schlau genug, mir nichts anmerken lassen.

Ähnliches ist mir als Kind passiert. Mein Vater hatte mich zum ersten Mal auf den Bökelberg mitgenommen, wo Gladbach gegen Dortmund spielte. 0:1 lautete der Endstand. Vom Tor habe ich nichts gesehen, weil ich da gerade den Boden nach einem Kaugummi absuchte, der mir aus der Hand gefallen war.

Beim letzten Spiel im Olympiastadion hab ich mir extra einen teuflisch teuren Platz besorgt, um näher am Geschehen zu sein. Aber auch von dort habe ich ein Tor verpasst, weil ich da gerade in der Schlange am Bierstand stand. Immerhin hab ich den Jubel mitbekommen. Und der kommt, das muss ich zugeben, im TV nicht so authentisch rüber.

Kurzum: Wenn man mehr der Ohrenmensch ist und nicht allzu empfindlich, was den Gebrauch von Schimpfwörtern angeht, dann wird man im Stadion seine Freude haben. Alle anderen sind auf dem Sofa vorm Fernseher deutlich besser aufgehoben. Aber das gibt natürlich niemand zu.

Von Markus Kniebeler

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