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„Freunde der toten Kinder“ melden sich zurück

Rathenow „Freunde der toten Kinder“ melden sich zurück

Die anonyme Künstlergruppe aus dem Havelland hat am Wochenende offenbar in aller Heimlichkeit im Rathenower Kulturzentrum eine Werkschau aufgebaut. Noch bis zum 30. Oktober sind im Foyer des Hauses Plakate, Banner und Utensilien vergangener Aktionen zu sehen. In einer anonymen Pressemitteilungen erklärt die Gruppe ihr Vorhaben.

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Bereits am Samstagnachmittag schauten sich Gäste des Kulturzentrums die ungewöhnliche Ausstellung an.

Quelle: Ch. Schmidt

Rathenow. Völlig überraschend verkündeten am Samstag die „Freunde der toten Kinder“, eine anonyme Gruppe havelländischer Künstler, dass sie bis 30. Oktober im Foyer des Rathenower Kulturzentrums eine Werkschau zeigen. „Das ,Bürgerbündnis’ feiert sein einjähriges Bestehen – doch was beim stolzen Fahnenwedeln nächsten Samstag verschwiegen wird: Es ist die Geschichte eines Niederganges. Denn was mit Getöse und hohen Teilnehmerzahlen begann, ist jetzt auf eine stereotype rechte Randerscheinung dezimiert“, erklärte die Gruppe in einer Pressemitteilung mit dem Absender „Freunde@Rathenow.de“.

Dabei nehmen die Künstler Bezug auf eine vom Bürgerbündnis Rathenow angekündigte Demonstration am 29. Oktober. In den letzten zwölf Monaten „haben wir den Rechten die Medienaufmerksamkeit gemopst, die Gegendemonstranten in ihrem Anliegen unterstützt – und die Nazis, Reichsbürger und Bürgerbündler nebenbei mächtig geärgert“, so die Künstler.

Leiterin des Hauses stimmt der Ausstellung zu

Da viele ihrer Aktivitäten im Schutz der Dunkelheit stattfanden, und oft nur wenige die zum Teil aufwendigen Inszenierungen sehen konnten, soll nun öffentlich eine Zusammenfassung des kreativen Schaffens gezeigt werden. Pappkinder und Mauern, Schwimmringe und Banner, Medienberichte – alles wird noch ein Mal im Original oder in Bilddokumenten vorgeführt.

In Absprache mit der Leiterin des Hauses, Bettina Götze, haben die Künstler das Foyer bestückt. Erste Besucher entdeckten die Schau am Samstagnachmittag kurz vor einer Veranstaltung. Wie Götze auf MAZ-Anfrage erklärte, hatte die Gruppe sie auf der Suche nach einem Ausstellungsraum kontaktiert. „Als ich die Anfrage bekam, ob es die Möglichkeit gibt, diese Ausstellung hier zu organisieren, habe ich ohne zu zögern zugestimmt“, erklärte Götze. Die Künstler selbst würde sie aber nicht kennen. „Es ist ihr gutes Recht anonym zu agieren und so war es auch in diesem Fall“, so Götze.

In der Pressemitteilung der Gruppe heißt es weiter: „Die Ausstellung zum Einjährigen ist nur ein Innehalten. Wir sind nicht weg, sondern wachsam. Wenn Fremdenhass und rechtes Gedankengut überhand zu nehmen drohen, sind wir wieder da – versprochen!“ Rathenow darf also weiter gespannt sein.

Die Ausstellung kann zu den Öffnungszeiten des Hauses und zu Veranstaltungen kostenlos besucht werden.

Von Christin Schmidt

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