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Friedliche Anti-Pegida Demo in Schönwalde

Demo in Schönwalde Friedliche Anti-Pegida Demo in Schönwalde

Im Havelland haben am Sonnabend rund 100 Menschen gegen eine Kundgebung von Pegida demonstriert. Darunter waren viele Lokalpolitiker. Auch Bundes- und Landtagsabgeordnete haben den Anti-Pegida-Protest unterstützt. Unter den etwa 200 Pegida-Unterstützern war auch ein ehemaliges AfD-Mitglied und ein Aktivist, der kein Problem damit hat, fremdenfeindlich genannt zu werden.

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Mit Trillerpfeifen und Plakaten wurde für Offenheit und Toleranz demonstriert.

Quelle: Fotos: Danilo Hafer

Schönwalde-Glien. Zur ersten Pegida-Demonstration in Schönwalde kamen am Sonnabend deutlich mehr Menschen als erwartet. Laut Polizei waren 100 Demonstranten angekündigt. Am Ende waren es knapp 200. Die Demo stand unter dem Motto „Masseneinwanderung stoppen – Rechtsstaat wiederherstellen“ und startete kurz nach 14 Uhr auf einer Freifläche gegenüber des Gasthauses Schwanenkrug.

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Im Havelland haben am Sonnabend rund 100 Menschen gegen eine Kundgebung von Pegida demonstriert. Darunter waren viele Lokalpolitiker, wie etwa Bürgermeister Bodo Oehme. Auch Bundes- und Landtagsabgeordnete haben den Anti-Pegida-Protest unterstützt.

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Zeitgleich fand rund 100 Meter entfernt eine Gegendemonstration statt. Der Kreisverband der Grünen hatte zur „Kundgebung für Offenheit und Toleranz“ aufgerufen. „Wir wollen zeigen, dass Schönwalde und das Havelland bunt, laut und schön sind“, sagte Ursula Nonnemacher, Landtagsabgeordnete der Grünen. Mit Trommeln und Pfiffen versuchten sie die Rufe der Pegida-Anhänger zu übertönen. „Es ist allerdings sehr schade, dass viele Bürger zu Hause bleiben, weil sie Angst haben, sie könnten ihren Nachbarn auf der gegnerischen Seite sehen“, sagte Karl-Heinz Kordt, Initiator der Gegendemo.

Unter den Gegendemonstranten waren auch Schönwaldes Bürgermeister Bodo Oehme (CDU) und der Linke Bundestagsabgeordnete Harald Petzold (Linke). Oehme bedankte sich in seiner kurzen Rede für die Arbeit, die die Bürger in seiner Gemeinde leisten. „Ohne die Ehrenamtlichen würden wir an der Pflichtaufgabe, der Integration, scheitern“, so Oehme. An die Anhänger von Pegida richtete er nur die Worte: „Ich habe schon genug Probleme, neue brauche ich nicht.“. Harald Petzold machte unter dessen den Vorschlag, bei einer erneuten Demo, sollten alle Parteien gemeinsam eine Gegendemo anmelden. „Es ist einfach wichtig zu zeigen, dass nicht die da drüben die Mehrheit sind, sondern wir“, so Petzold.

Mit der Demonstration am Sonnabend ist die Gruppe Pegida Havelland erstmals mit einer eigenen Aktion in Erscheinung getreten. Viel war über die Gruppe nicht bekannt. Auch nicht, welche Personen hinter Pegida Havelland stehen. „Wir wissen nur, dass die Gründungsversammlung in Schönwalde stattfand“, sagte Frauke Postel vom mobilen Beratungsteam Potsdam auf Anfrage der MAZ. Als Redner trat unter anderem Gerald Hübner, ein ehemaliges Mitglied der Alternative für Deutschland, auf. Laut Hübner traue sich in Deutschland niemand mehr, seine Meinung zu sagen. Auch zum Thema Einwanderung äußerte er sich: „Die Masseneinwanderung ist nicht demokratisch legitimiert.“ Auch Nico Tews vom Bürgerbündnis Rathenow spielte auf der Demo in Schönwalde eine tragende Rolle. In seiner Rede machte er deutlich, dass es ihm egal sei, wie man ihn nenne: „Wenn es so ist, lasse ich mich auch als fremdenfeindlich betiteln.“ Härtere Töne schlug dann ein Redner der „identitären Bewegung“ an, der in der Einwanderung vor allem einen Angriff auf die deutsche Kultur sieht.

An der Gegenkundgebung nahmen auch Schönwaldes Bürgermeister Bodo Oehme (m) und der Bundestagsabgeordnete Harald Petzold teil

An der Gegenkundgebung nahmen auch Schönwaldes Bürgermeister Bodo Oehme (m.) und der Bundestagsabgeordnete Harald Petzold teil.

Quelle: Danilo Hafer

„Auch heute waren wieder viel NPD und Rechtsextremismus auf der Straße“, sagte Ursula Nonnemacher am Ende der Demo. Dort wurde es noch einmal laut, als ein Großteil der Pegida-Anhänger an den Gegendemonstranten vorbeizog. Es blieb aber friedlich.

Von Danilo Hafer

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