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Wohngemeinschaft für Menschen mit Demenz

Neues soziales Projekt in Friesack ab Anfang 2016 Wohngemeinschaft für Menschen mit Demenz

Auf dem Gelände der ehemaligen Brauerei in Friesack entsteht bis Anfang nächsten Jahres ein neues Gebäude für eine Wohngemeinschaft für Menschen mit Demenz. Zehn Plätze sind geplant. Die Bewohner sollen dort selbstständig leben können, unterstützt von Alltagsbegleitern und Angehörigen.

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Andrea Kotsch (r.) und Ulf Siemenowski in der Begegnungsstätte, wo ebenfalls Gemeinschaft großgeschrieben wird.

Quelle: Andreas Kaatz

Friesack. Eine Wohngemeinschaft für Menschen mit Demenz entsteht derzeit in Friesack. Wo sich bis vor ein paar Jahren noch die alte Brauerei befand, errichtet die Gemeinschaftswerk Wohnen und Pflege GmbH in Zusammenarbeit mit dem Bauunternehmen Börner an der Wasserstraße ein Gebäude für zehn Bewohner. Die Bauarbeiten haben begonnen, fertiggestellt sein soll das Haus Anfang nächsten Jahres. Das Grundstück wurde von der Kommune zur Verfügung gestellt.

Der Bedarf an einem solchen Angebot ist offensichtlich groß. „Wir haben schon vier bis fünf Anmeldungen für die zehn Plätze“, sagt Pflegedienstleiterin Andrea Kotsch. Für sie stellt die Region Friesack ein typisches Beispiel für den demografischen Wandel dar. Ebenso wie im übrigen Landkreis werde die Zahl der Demenzkranken laut Prognosen in den nächsten 15 Jahren deutlich steigen. Dann sollen im Havelland 5673 Menschen mit Demenz leben. Eine Steigerung um 114 Prozent.

Vorgesehen ist, dass in der Wohngemeinschaft jeder Mieter über ein eigenes Zimmer mit einer Größe von 16 bis 18 Quadratmeter verfügen wird. Die anderen Räume werden gemeinschaftlich genutzt, darunter ein Wohnzimmer mit Küche mit rund 85 Quadratmeter. In diesem Begegnungsraum wird sich das Leben abspielen. Rund um die Uhr sollen Alltagsbegleiter des Gemeinschaftswerkes als Ansprechpartner zur Verfügung stehen und bei Bedarf Unterstützung geben. Insgesamt 14 Mitarbeiter werden für die Wohngemeinschaft benötigt. Gesucht werden aber auch noch Ehrenamtler, die kochen oder ein Instrument spielen können.

Ziel ist es letztlich, dass die Bewohner so lange wie möglich in häuslicher Atmosphäre selbstständig leben können. „Es geht aber auch um geteilte Verantwortung“, sagt Ulf Siemenowski, Leiter der Tagespflege und der Fachstelle Demenz, die es seit Anfang 2015 in Friesack gibt. So will man auch die Ehepartner oder Kinder mit ins Boot holen und sie dafür schulen. „Die Beziehung zwischen Angehörigen und Betroffenen soll aufrechterhalten bleiben“, so Siemenowski, der zudem einen weiteren wichtigen Effekt sieht: Pflegende Angehörige werden durch die Wohngemeinschaft entlastet. Sie behalten aber trotzdem die Verantwortung für ihren Angehörigen und müssen somit keine Schuldgefühle haben, wie es häufig sonst der Fall ist, wenn erkrankte Angehörige in Pflegeeinrichtungen gegeben werden.

Auch wenn es die Fachstelle Demenz erst seit diesem Jahr in Friesack gibt, so ist Siemenowski nicht erst seitdem Ansprechpartner für dieses Thema, sondern schon davor. Denn auch in der Tagespflege in Friesack sowie im Wohnen mit Service am Markt, ebenfalls ein Projekt mit der Baufirma Börner, haben es die Mitarbeiter mit Demenzkranken zu tun.

Wie Andrea Kotsch sagt, sei die geplante Wohngemeinschaft ein weiterer Baustein des Gemeinschaftswerkes – neben der Begegnungsstätte, der Tagespflege mit zwölf Plätzen, der Sozialstation und dem Wohnen mit Service. Eine weitere Tagespflege ist jetzt in Paulinenaue geplant. Allerdings gibt es dafür noch keine Räume, die werden noch gesucht. Rund 160 bis 200 Quadratmeter soll die Größe betragen. Wichtig sei es, dass der Standort nicht am Ortsrand liegt, sondern mitten in der Gemeinde, sagt Ulf Siemenowski. Etwa zehn Mitarbeiter würden für die neue Einrichtung benötigt.

Auf dem gleichen Grundstück, auf dem derzeit in Friesack die Wohngemeinschaft für Menschen mit Demenz entsteht, wird auch die Arbeiterwohlfahrt zeitgleich ein Gebäude für Menschen mit Behinderung errichten. Die Einrichtung soll ebenfalls Anfang 2016 eröffnen. „Es gibt zwischen uns keine Konkurrenz. Im Gegenteil, wir kooperieren mit der Awo schon seit Jahren“, sagt Andrea Kotsch.

Von Andreas Kaatz

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