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Friesack Was Friesacker vor 6000 aßen
Lokales Havelland Friesack Was Friesacker vor 6000 aßen
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21:04 05.12.2018
Keramiksschale, die 1979 in Friesack gefunden wurde. Quelle: Anna Shevchenko
Friesack

Was haben die Friesacker vor 6000 Jahren gegessen? Eine Antwort darauf können jetzt Wissenschaftler aus Dresden geben. Massenspektrometrie-Experten am Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik haben dafür historische Funde aus Friesack untersucht.

Verbrannte Speisereste

Um die Untersuchung hatte sie das Brandenburgische Landesamt für Denkmalpflege und das Archäologische Landesmuseum gebeten. Dort lagern unter anderem die archäologischen Schätze, die 1979 nordwestlich von Friesack gefunden worden waren. Darunter eine Keramikschale mit verbrannten Speiseresten.

300 Proteine identifiziert

Genau diese Schale hat sich das Wissenschaftlerteam um Anna Shevshenko in Dresden genauer angeschaut. Dafür nutzten sie eine neue, von ihnen entwickelte Proteinanalyse-Methode. Damit können mehr als 300 Proteine identifiziert werden. Und für die Friesacker erbrachte das Ergebnis in den verkohlten Überresten prähistorischer Nahrung Fischrogen eines Karpfens.

Anna Shevchenko erklärt die Herausforderungen bei der Analyse von Speiseresten: „Wir mussten uns mit der Frage auseinandersetzen, wie Lebensmittelproteine in verkohlten Ablagerungen auf archäologischen Scherben überleben können und wie wir die ursprünglichen Proteine von modernen Verunreinigungen wie menschlicher Haut, Speichel oder Pflanzen, die einst auf dem Ausgrabungsfeld angebaut wurden, unterscheiden können.“

Karpfen auf dem Speiseplan

Die Proteomik-Analyse ermöglichte eine Bewertung der biologischen Herkunft und der verwendeten Lebensmittelverarbeitung. Die Forscher fanden neben den Fischproteinen auch Hinweise auf die Verarbeitung der damaligen Nahrung. Die Analyse ergab keine Hinweise auf eine Fischgärung. Die Wissenschaftler gehen deshalb davon aus, dass die Lebensmittel wahrscheinlich mit Hitze gegart worden sind, in diesem Fall möglicherweise in einer Fischbrühe. Andere analysierte Tonscherben brachten das Ergebnis, dass Schweinefleisch mit Knochen, Sehnen oder Haut in diesen keramischen Gefäßen gekocht wurde.

„Dass die Untersuchungen mit der neuen Methode so erfolgreich am Beispiel über 6000 Jahre alter Keramik von der Fundstelle bei Friesack durchgeführt werden konnten, dürfte ein Meilenstein in der Annäherung an die Lebensgewohnheiten unserer Jäger- und Sammler-Vorfahren sein“, erklärte Günter Wetzel, ehemaliger Archäologe und Co-Autor der Studie. Er verweis darauf, dass den heutigen Forschern das umsichtige Arbeiten der einstigen Archäologen zugute kam. 1979 hatte das Museum für Ur- und Frühgeschichte Potsdam die Friesacker Ausgrabungen vorgenommen, Direktor Bernhard Gramsch ließ die gefundene Keramik nicht waschen, was die jetzige Proteinforschung erst ermöglichte.

Erhalten im Torf

Friesack gilt unter den Fachleuten als besonders wichtiger Fundort der Mittelsteinzeit. Durch den hohen Grundwasserstand und die Übertorfung des Geländes sind die Zeugnisse sehr gut erhalten. Nun konnten erstmals Nahrungsmittelspuren entschlüsselt werden. Sie geben Aufschluss über das Leben der Jäger und Sammler nach der Eiszeit.

Von Marlies Schnaibel

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