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Friesack Alte Trecker sorgten für Emotionen
Lokales Havelland Friesack Alte Trecker sorgten für Emotionen
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20:26 06.05.2018
Keineswegs reine Männersache: Jaqueline Trautrelter mit Sohn Christian (17 Jahre) auf dem „Bockwurst-Kocher“. Quelle: Astrid Wiebe
Friesack

Weithin waren am Wochenende die riesigen Staubwolken am Himmel über Friesack zu sehen und leiteten die knapp 5000 Zuschauern zum 5. Treckertreffen. Von Freitag bis Sonntag bestimmte der knatternde, tuckernde und röhrende Sound von mehr als 300 betagten Traktoren, Lastkraftwagen, Autos und Motorrädern das Festgelände an der Vietznitzer Straße. Im hinteren Teil hielt es eine Extra-Aktionsfläche mit Kurven und Sprungelementen für die Quad-Fahrer und Motocross-Freunde bereit.

Unter den begeisterten Blicken der vielen Zuschauer war bei strahlendem Sonnenschein so ziemlich alles aufgefahren, was in früheren Zeiten auf Feld und Straße mit wenig Pferdestärken unterwegs war. In Reih und Glied standen Hanomag, Famulus, Fortschritt, Robur oder Aktivist, denen man dank der hingebungsvollen Pflege durch ihre Besitzer ihr langes Leben kaum ansah.

Mehr als 80 Jahre alt

Die ältesten Fahrzeuge hatten über 80 Jahre auf dem Buckel. So wie der Original Lanz Bulldog aus dem Jahre 1936, dessen 1-zylindrischer Glühkopfmotor schon von weitem zu hören war. Er faszinierte Jung und Alt gleichermaßen und war Grundlage ausgiebiger Fachsimpeleien.

Viele Technik-Schätzchen - vom Hanomag über Famulus, Fortschritt und Robur bis hin zum Aktivist – waren am Wochenende beim 5. Friesacker Treckertreffen zu bestaunen. Überall wurde gefachsimpelt. Und wer das entsprechende Gefährt dabei hatte, der konnte auch auf einer speziellen Strecke dem Schlamm trotzen.

„Zweifellos sind die Traktoren und Fahrzeuge aus der DDR-Zeit in der Überzahl und immer noch das Highlight, aber mittlerweile gibt es auch viele Fabrikate, die aus den neuen Bundesländern stammen oder Marke ’Eigenbau’ sind“, so Tobias Wollenberg, der mit viel Herzblut und mit der Hilfe zahlreicher Helfer und Sponsoren die actionreiche Veranstaltung organisiert.

Basteln an alten Traktoren

Der 37-jährige Friesacker ist selbst ein leidenschaftlicher Schrauber und bastelt in jeder freien Minute in seiner Werkstatt an alten Traktoren. „Zurzeit arbeite ich einen UTB 300 aus Rumänien auf. Ich will den kleinen Traktor fürs Holzholen und Heumachen fit machen und beim nächsten Treckertreffen selbstverständlich auch vorstellen.“ Denn die Präsentation seines restaurierten oder getunten Bastelobjektes gehört für jeden stolzen Treckerbesitzer dazu.

Ganz frisch aus der Werkstatt kommt der Traktor „Marke Eigenbau“ von Robert Janz. Erst ein einziges Mal hat der Friesacker sein aufgemotztes Gefährt aus der Scheune geholt und damit zum Start der diesjährigen Saison im Traktor-Pulling in Perleberg den zweiten Platz in der Sportklasse belegt. Auf den Kotflügeln seines PS-starken Ungetüms, das schon beim ohrenbetäubenden Anlassen fünf Liter Diesel verbraucht, prangt Stephen Kings berühmt-berüchtigter Horrorclown „Pennywise“.

Auf 400 PS gebracht

„Das Fahrgestell habe ich gekauft, einen 10-Zylinder-Deutz-Bootsmotor, der in einer Scheune in Ludwigslust stand, eingebaut und dem fahrbaren Untersatz mit zwei Turboladern zu 400 PS verholfen“, grinst Robert Janz, der vor fünf Jahren zum Friesacker Traktor-Team kam und seitdem regelmäßig an Pulling-Wettbewerben teilnimmt.

Sogar seine Freundin hat der 29-jährige Landwirt über das Hobby kennengelernt. „Uns verbindet die gleiche Leidenschaft und das ist auch gut so. Denn nach der Arbeit verbringe ich oft zwei bis drei Stunden in der Werkstatt und bin an den Wochenenden meistens zu Oldtimer- und Traktortreffen unterwegs.“

Im Mannschaftswagen mangelt es an nichts

Auch der Blick ins Fahrerlager des achtköpfigen Pulling Teams MVS Havelland zeigte, dass die Truppe um Teamchef Michael Reske nicht nur einmal im Jahr unterwegs ist. Im umgebauten Mannschaftswagen mangelt es an nichts. Betten, Fernseher, Kochplatte sowie ein Grill im Lager gehören zur Ausstattung.

„Von April bis Oktober sind wir mit unseren Schleppern bei zahlreichen Treffen. Da muss die Familie das gleiche Hobby haben“, so der 56-jährige Michael Reske. Seit 15 Jahren gehört seine Leidenschaft den Traktoren, und mit einer eigenen Traktorschmiede im Mühlenberger Örtchen Senzke hat er sich einen Traum erfüllt.

Von Astrid Wiebe

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