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Friesack Als das Domstift den Ort Pessin bekam
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21:07 11.01.2019
Das alte Gutshaus von Pessin, das um 1419 errichtet wurde. Danach folgten einige An- und Umbauten. Quelle: Retzlaff
Pessin

Die Gemeinde Pessin ist doch ein Stückchen älter, als man noch vor einiger Zeit geglaubt hatte. Damals ging man von einer ersten urkundlichen Erwähnung im Jahre 1335 aus. Die Rede war von Possin. Doch der Pessiner Sven Sengebusch-Kähne fand Anhaltspunkte, wonach der Ort noch einige Jahre älter ist. Somit war die erste nachweislich schriftliche Erwähnung bereits im Jahre 1269. Dies bedeutet: Der Ort kann in diesem Jahr auf 750 Jahre zurück blicken.

Ein Jubiläum, das die Pessiner durchaus würdigen wollen. Das Programm dazu steht aber noch nicht. Fakt ist: „Wir sind uns einig, dass wir nicht die ganz große Veranstaltung mit Festumzug machen wollen“, sagte jetzt Bürgermeister Christian Meyer in der Gemeindevertretersitzung. Vielmehr sollen unter anderem die Vereine übers Jahr verteilt Veranstaltungen machen, die im Rahmen des Jubiläums stattfinden werden.

Empfang für die Pessiner

„Wir planen auf jeden Fall Ende August einen Empfang, zu dem Vertreter von Betrieben und Vereinen aber auch ehrenamtlich tätige Bürger eingeladen sind“, kündigte Meyer an. Und Jürgen Goßmann teilte mit, das die Landwirte im Ort sich um die Ausrichtung eines Erntefestes kümmern werden. Darüber hinaus besteht der Angelverein 2019 genau 60 Jahre. Das soll dann am 11. Mai groß gefeiert werden.

Am Donnerstag nächster Woche wollen sich Vertreter der Vereine und weitere Interessenten ab 19 Uhr in der Gaststätte dazu abstimmen, was jeder zum Jubiläum beitragen kann. Bürgermeister Meyer regte zudem an, dass ein Festkomitee gegründet wird. Losgehen soll es mit dem Veranstaltungsreigen aber schon mit dem Weihnachtsbaumverbrennen am 12. Januar.

Kirchengemeinde beteiligt sich

Wenn es um die Jubiläumsfeierlichkeiten geht, wird auch die Kirchengemeinde mit von der Partie sein. Andreas Flender vom Kirchen-Förderverein kündigte auf Nachfrage an, dass eine Festwoche vorgesehen ist, die mit einem Gottesdienst beginnt, voraussichtlich am 25. August.

„Eventuell gibt es zum Abschluss der Woche ein christliches Rockkonzert auf dem Sportplatz“, sagte er. Aber das steht noch nicht fest, muss innerhalb des Ortes noch besprochen werden. Klar ist aber, dass am 11. Mai ein Frühlingskonzert in der sanierten Kirche stattfinden wird mit Musikern des Rundfunk-Sinfonie-Orchesters. Auch das soll unter dem Motto „750 Jahre Pessin“ laufen.

Alles basiert auf einem Vorgang

Amtsdirektor Christian Pust regte in der Gemeindevertretersitzung an, dass sich die Pessiner hinsichtlich der Jubiläumsfeier mit ihren Nachbarn in Retzow in Verbindung setzen könnten. Denn die begehen ebenfalls das 750-jährige Bestehen ihrer Gemeinde. Alles fußt praktisch auf einer Urkunde, nur dass es davon zwei Ausfertigungen gibt. Auf einer ist nur Retzow verzeichnet, auf der anderen Retzow gemeinsam mit Pessin und Selbelang.

„Im Domstift in Brandenburg/Havel wurde mir bestätigt, dass es zwei Urkunden gibt“, sagte der an Ortsgeschichte interessierte Sven Sengebusch-Kähne. Das war vor etwa zehn Jahren. Es geht um eine Urkunde, mit der die Markgrafen Johann I., Otto IV. und Konrad I. dem Domstift Brandenburg die Kirche und das Kirchlehn im Dorfe Riez und den dazugehörigen Ortschaften Pessin und Selvelang übereignet haben und der Bischof Heinrich I. von Ostheren seine Einwilligung gegeben hat. Nachzulesen in einer Publikation von Moritz W. Heffter aus dem Jahre 1840, so Sengebusch-Kähne.

Gutshaus ist das älteste Gebäude

Ältestes Gebäude in Pessin ist aber nicht etwa die Kirche, sondern das einstige Gutshaus derer von Knobloch – errichtet Anfang des 15. Jahrhunderts. Der Fachwerkbau ist seit einigen Jahren in Privathand, gehörte davor der Gemeinde.

Verschiedene Einrichtungen waren zu DDR-Zeiten dort untergebracht wie etwa Kindergarten und -krippe, der Allgemein- und der Zahnarzt oder die Bibliothek. Es gab zwei Wohnungen und auch der Bürgermeister hatte dort seinen Sitz. Bis 1993 war dies Bodo Fathke. „Danach stand das Haus im Wesentlichen leer. Die Gemeinde versuchte es zu verkaufen.“ Erst relativ spät gelang der Verkauf dann auch.

Von Andreas Kaatz

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