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Friesack Kuh frisst Bienenwiese
Lokales Havelland Friesack Kuh frisst Bienenwiese
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21:07 16.04.2018
Michael Meyer und Anne Hädelt bei den Bienen. Bienen auf dem Hof von Michael Meyer in Görne. Quelle: Norbert Stein
Görne

Der Frühling ist erwacht. Die ersten Blumen und Obstbäume blühen. Die Bienen fliegen wieder und haben ihre Arbeit in der Natur aufgenommen. Auch auf dem Hof von Michael Meyer in Görne summt es jetzt wieder kräftig. Meyer ist Hobbyimker. Die Beschäftigung mit den fleißigen Insekten beschreibt er als guten Ausgleich zum beruflichen Alltag in der IT-Branche.

Schöne Freizeitbeschäftigung

2014 hat Michael Meyer die Imkerei für sich als wohltuende Freizeitberufung entdeckt. Mit vier Bienenvölkern ging er damals an den Start, heute hat er 40 Völker. „Meine Bienen sind gut durch den Winter gekommen“, sagt Michael Meyer. Einen Verlust von lediglich zehn Prozent habe er zu verzeichnen. Im Imkerverein Friesack, dessen Vorsitzender Michael Meyer ist, liegt der durchschnittliche Verlust von Bienenvölkern bei 20 Prozent.

Um rund 290 Bienenvölker kümmern sich die 35 Mitglieder des Imkerverein Friesack derzeit – Tendenz steigend. Dass im Verein sechs Jungimker im Alter von neun bis zwölf Jahren mitmachen, freut den Vorsitzenden besonders. Zwei weitere Jugendliche haben ihm wissen lassen, in diesem Jahr mit der Imkerei beginnen zu wollen.

Was Bienen tun

Bienen bestäuben Obstbäume, Beerensträucher und landwirtschaftliche Kulturen. Sie sorgen für Honig und sind unersetzliche Gehilfen für eine Artenvielfalt in der Natur. Doch die Bienen haben es nicht leicht in einer intensiv bewirtschafteten und genutzten Landschaft, mit Städten und Dörfern in denen der Rasen in Kurzhaarform geschnitten wird und Wildwuchs – auch Unkraut genannt – kaum noch Wachstumschancen hat.

In der Gemeinde Kleßen-Görne haben sich mit Michael Meyer fünf weitere Imker der Bienenzucht verschrieben. Imkern hat in der Region eine lange Tradition und damit es so bleiben kann, startet der Verein zum Wohle der Bienen zahlreiche Initiativen. Unter anderem haben die Mitglieder an die Gemeinde Kleßen-Görne einen Beschlussantrag gestellt.

Beschluss mit Folgen

Zur Sicherung der Blütenbestäubung der Kultur- und Nutzpflanzen sowie für den Erhalt der Artenvielfalt im ökologischen System im Gemeindegebiet sollen die Abgeordneten mit einem Beschluss die Zulässigkeit und Ortsüblichkeit der Bienenhaltung und Kleintierhaltung feststellen. „Ein solcher Beschluss würde den Imkern die Arbeit erleichtern und mehr Rechtssicherheit bieten, sie aber keinesfalls vom ordentlichen Imkern entbinden“, erläutert Michael Meyer.

Die Gemeindevertretung werde auf ihrer nächsten Sitzung zu dem Antrag entscheiden, sagt Bürgermeister Joachim Tessenow. Einen gleichlautenden Beschlussantrag wird der Verein in die Stadtverordnetenversammlung von Friesack einbringen.

Zusammenarbeit mit Landwirten

Weiter intensivieren wird der Verein außerdem seine schon recht gute Zusammenarbeit mit Landwirtschaftsbetrieben zur Abstimmung von Wanderungen der Bienen in Trachten. Die Imker bekommen damit gute Standorte für ihre Bienen und den Landwirten sichern die kleinen Naturhelfer eine gute Befruchtung der Pflanzen. Das Anlegen von Grünstreifen sowie der Anbau von Sonnenblumen, Facelia oder Senf mit Blüten im Sommer würde zudem der Bienenzucht guttun, meint Imkerin Anne Hädelt.

„Kuh frisst Bienenweide“ ist ein sehr junges Projekt an dem der Verein derzeit mit einer Landwirtin aus Görne arbeitet. Auf einer Fläche sollen Gräser und Pflanzen kommen, die bienenfreundlich sind, aber auch den Kühen schmecken. Hört sich einfach an, ist es aber in der Praxis nicht. „Wir lernen gerade, dass es gar nicht so einfach ist auf einer Weide extensiv Rindfleisch und Honig zu produzieren“, sagt Michael Meyer. Zudem bemüht sich der Verein, die auf der Roten Liste stehende „Schwarze Biene“ – auch Nordbiene genannt – wieder verstärkt im Westhavelland heimisch zu machen. Um dieses Ziel zu erreichen wollen die Mitglieder die Zusammenarbeit mit skandinavischen Züchtern intensivieren.

Noch viel geplant

Der Verein hat sich für die Zukunft viel vorgenommen. Wer dazu mehr wissen will und mit Michael Meyer und seinen Mitstreitern ins Gespräch kommen möchte, sollte sich den 16. Juni vormerken. Dann laden die Mitglieder zum „Schleuderfest“ in Görne ein.

Von Norbert Stein

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