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Friesack Selbst ist der Schüler: Praxislernen bei der LEB
Lokales Havelland Friesack Selbst ist der Schüler: Praxislernen bei der LEB
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00:24 18.04.2019
Die LEB-Mitarbeiterinnen Stefanie Müller(r.) und Vanessa Tantius mit textilen Osterkörbchen beim Praxislernen. Quelle: Andreas Kaatz
Friesack

Die Ländliche Erwachsenenbildung mit Sitz in Friesack hat eine neue Geschäftsführung. Cornelia Schmalsch, zuständig für den Standort Friesack, und Jennifer Liebherr, verantwortlich in Rathenow, leiten den Verein als gleichberechtigte Geschäftsführerinnen. So hat es der Vorstand entschieden. Beide Frauen sind die Nachfolgerinnen von Birgit Habermann, die jetzt in Rente gegangen ist.

„Ich gebe die LEB ab mit dem Wissen, dass wir ein wirtschaftlich gesundes Unternehmen sind“, sagt die 64-Jährige zufrieden. Und das war bei weitem nicht immer so. Die damalige Bereichsleiterin für Rathenow wurde erst 2015 Geschäftsführerin – zu einem Zeitpunkt, als es der LEB gar nicht gut ging. Der Verein stand kurz vor der Insolvenz.

Personal musste abgebaut werden

Sie sollte ihn wieder zum Laufen bringen. „Es ist gut gegangen. Es war nicht leicht, durch die Anfangszeit zu kommen“, sagt sie rückblickend. Schweren Herzens musste auch Personal abgebaut werden.

Birgit Habermann gehörte der LEB mehr als 25 Jahre an. Ihr Metier waren anfangs vor allem die Sprachkurse – erst für Aussiedler aus Osteuropa, dann für Flüchtlinge. Damals eine neue Erfahrung für die Diplom-Ingenieurin für Nachrichtentechnik.

Deutsch als Zweitsprache

„Ich dachte mir, ich mach mal etwas anderes.“ Zumindest hatte sie schon zu DDR-Zeiten als freiberufliche Dozentin für EDV Erfahrungen in der Lehrtätigkeit sammeln können, erwarb dann nach der Wende ihre Lehrbefähigung für Deutsch als Zweitsprache.

Einige Projekte bei der LEB

Zu den Angeboten der LEB gehört auch das Projekt Handwerk „Live“. Dieses richtet sich an Schüler der 7. Klassen. Innerhalb von fünf Wochen – jeweils an einem Tag – kann man sich beispielsweise beim Kochen, in der Floristik oder beim Töpfern ausprobieren.

„Jugend stärken im Quartier“ richtet sich an Menschen von 12 bis 29 Jahren und soll eine bessere soziale, schulische und berufliche Integration ermöglichen. Durchgeführt wird das Projekt an fünf Schulen.

Doe Berufseinstiegsbegleitung hilft Schülern beim Berufswahlprozess, soll aber nur noch bis 2020 gefördert werden.

Die Eltern-Kind-Gruppe unter Regie der LEB wird von den Eltern recht gut angenommen. Dabei besteht für sie auch die Möglichkeit, sich beraten zu lassen.

Sprachvermittlung gehört auch heute zum Aufgabenspektrum der LEB, macht aber nur noch etwa ein Fünftel aus. Einen Anteil von rund 35 Prozent haben Projekte mit Schulen wie das Praxislernen – eine Form der Berufsorientierung. Mit dabei ist regelmäßig die Kooperationsschule in Friesack. „Dabei handelt es sich um Schüler der 8. Klassen, die zwei Wochen hierher kommen“, sagt Cornelia Schmalsch. Alle zwei Tage wechseln die Schüler den Themenbereich.

Osterkörbchen hergestellt

Ein Thema ist das textile Gestalten. Unter Anleitung der Mitarbeiterinnen Stefanie Müller und Vanessa Tantius haben die Schüler Osterkörbchen hergestellt. An einem Tisch wurden die Elemente zugeschnitten, am anderen genäht. „Das ist ein sehr beliebtes Berufsfeld bei den Schülern“, sagte Stefanie Müller.

Auch bei der Holzbearbeitung waren die Schüler eifrig bei der Sache. So hatte Erik (15) viel Spaß beim Herstellen von Spielen. Ein paar handwerkliche Erfahrungen brachte er schon mit. „Ich habe mit meinem Vater bereits einiges hergestellt, beispielsweise einen Schaukasten oder Vogelhäuschen“, sagt er. „Vielleicht werde ich auch mal beruflich so etwas machen.“

Erstmals Schüler aus Elstal

Darüber hinaus kommen die Bereiche Kochen oder Garten gut bei den Schülern an. „Wir merken am Feedback, dass das Interesse groß ist“, so Standortleiterin Schmalsch. „Für die Schüler ist es wichtig, dass sie Berufe kennen lernen und möglicherweise sagen: Das könnte ich mir vorstellen und ich würde da gern ein Praktikum machen“, sagt Cornelia Schmalsch, die unlängst auch erstmals Schüler aus Elstal beim Praxislernen begrüßen konnte.

Und wenn es künftig mal Probleme geben sollte: Ganz ist Birgit Habermann nicht aus der Welt. „Ich bin immer da, wenn irgendwelche Fragen sind und berate gerne“, bietet sie an. Ansonsten wird bei ihr keine Langeweile aufkommen.

Reiseziele gibt es genug

Sie möchte sich um das kümmern, was in der Vergangenheit zu Hause liegengeblieben ist. Sie will weiter das alte Wohnhaus aus den 1930er-Jahren sanieren und plant zudem, auf Reisen zu gehen. „Ich war noch nie in London oder Südafrika. Da möchte ich mal hin.“

Von Andreas Kaatz

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