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Friesack Altes Gutshaus wird Schritt für Schritt saniert
Lokales Havelland Friesack Altes Gutshaus wird Schritt für Schritt saniert
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21:10 07.01.2019
Es ist noch viel zu tun, bis die ersten Feriengäste kommen können. Bei der Sanierung kann sich Georg Linkert auf die Unterstützung von Bürgermeister Heinrich Stumpp (l.) verlassen. Quelle: Andreas Kaatz
Retzow

Nein, auf einen Fertigstellungstermin für das frühere Gutshaus in Retzow lässt sich Georg Linkert nicht festlegen. „Ich möchte mich nicht unter Druck setzen.“ Denn „nebenbei“ arbeitet der 62-Jährige schließlich auch in seinem Beruf als selbstständiger Elektroinstallateur. Und doch geht es Schritt für Schritt voran an dem stark sanierungsbedürftigen Gebäude in der Ortsmitte.

Dies auch zur Freude von Retzows Bürgermeister Heinrich Stumpp. Denn das ab 1870 errichtete Gebäude war bis dahin ein großes Sorgenkind der Gemeinde. Selbst hatte die Kommune kein Geld, um das ortsbildprägende und bis 1992 als Schule genutzte Haus instand zu setzen und bot es deshalb zum Kauf an. 1998 fand sich dann zwar ein Käufer, doch die Euphorie wich schnell der Ernüchterung. Das versprochene Weiterbildungszentrum blieb Utopie. Und auch der nächste Eigentümer, der das Gutshaus 2009 erworben hatte, tat nichts.

Neue Balken und neuer Putz

Im Vergleich dazu hat sich mittlerweile eine Menge getan. In den gut drei Jahren, seit Linkert das Gebäude erworben hat, wurden unter anderem marode Balken in Zwischendecken erneuert, Fußböden aufgenommen und der Keller hat einen neuen Putz erhalten. Zudem legte er die Außenwände bis zur Kellersohle trocken und dichtete die Wände ab. Demnächst kommt das Dach an die Reihe. Sehr viel macht er selbst an dem Haus.

Ganz wichtig: Zu Beginn musste er erst einmal dafür sorgen, dass das Regenwasser nicht weiter eindringt, das schon genug Schaden angerichtet hatte. „Sonst wäre das Haus im nächsten Winter vermutlich zusammengefallen“, sagt er. Ein provisorisches Pappdach hält nunmehr an einer neuralgischen Stelle den Regen ab.

Parkett ist verfault

Für einen Teil des historischen Parketts war es allerdings zu spät, es ist verfault. Ebenso wie zahlreiche Balkenköpfe. „Schade, dass seit der Wende so wenig zur Sicherung des Gebäudes getan wurde“, sagt Linkert, der sich im Vorjahr verstärkt um die Gestaltung der Außenanlagen des Grundstücks gekümmert und den Wildwuchs beseitigt hat. Die künftige Sitzfläche ist fertig, ein Zaun wurde gesetzt.

„So einen finden wir nicht wieder“, ist Heinrich Stumpp froh über das Engagement von Linkert. Wenn das Haus mal fertig ist, dann wird dieser dort aber nicht wohnen. Vielmehr sollen im Haus Ferienzimmer entstehen, insgesamt acht – sechs oben und zwei unten, darunter ein Zimmer mit barrierefreier Ausstattung. Auch das ehemalige Büro der Familie von Bredow im Obergeschoss soll Urlaubern zur Erholung dienen. Zu DDR-Zeiten war es eine Lehrerwohnung.

Künftig ein Café

Die frühere „Gute Stube“ der Bredows im Erdgeschoss wird indes als Café dienen. Dort könnten später auch Lesungen oder Vorträge stattfinden, stellt sich Georg Linkert vor. Ansonsten sollen in dem Raum die Feriengäste frühstücken können. „Und Fahrradfahrer, die auf ihrer Tour hier vorbei kommen, haben die Möglichkeit, einen Kaffee zu trinken.“

Einen Eindruck davon, wie es früher im Haus ausgesehen hat, bekommt er von den privaten Fotos, die er von den drei Töchtern der Bredows erhalten hat. „Da habe ich gute Kontakte, sie kommen oft her“, sagt er. Soweit es geht, will er das Haus auch so herrichten, wie es einst gewesen ist.

Porzellan im Keller

„Mir macht das sehr viel Spaß, ich könnte hier jeden Tag etwas machen“, sagt Linkert – und erzählt, warum er das Gutshaus überhaupt gekauft hat. Er war auf der Suche nach einem würdigen Domizil für seine umfangreiche Porzellansammlung. „Die soll künftig in den Keller, aber da wird es vom Platz her schon ziemlich knapp“, sagt Linkert schmunzelnd.

Von Andreas Kaatz

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