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Friesack Ein Dorf feiert 750 Jahre Ersterwähnung
Lokales Havelland Friesack Ein Dorf feiert 750 Jahre Ersterwähnung
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18:43 12.03.2019
Sind stolz auf ihr Dorf, das vor 750 Jahren erstmals erwähnt wurde: Bürgermeister Heinrich Stumpp (l.) und Achim Dobrenz. Quelle: Andreas Kaatz
Retzow

Es war am 17. Februar 1269, als die Markgrafen Johann I., Otto IV. und Konrad I. dem Domstift Brandenburg die Kirche und das Kirchlehn im heutigen Dorf Retzow übereignet haben – zusammen mit den Dörfern Selbelang und Pessin. 750 Jahre liegt dies nun zurück. Keine Frage, dass die Retzower dieses Jubiläum der Ersterwähnung unbedingt feiern wollen. Höhepunkt wird das Dorffest am 24. August sein.

„Seit dem vorigen Jahr laufen die Vorbereitungen. Es wurde extra ein Festkomitee für dieses Ereignis gegründet“, sagt Bürgermeister Heinrich Stumpp. Den ganzen Tag über wird es ein buntes Programm geben, angefangen mit einem Umzug. Ein Feuerwerk soll den Tag dann beschließen. Schon jetzt gibt es Stoffbeutel zum Jubiläum, Fahnen mit dem Wappen, aber auch Kugelschreiber. Dies zeigt: Die Retzower sind stolz auf ihre Geschichte.

Luchs im Wappen

Und wenn sich einer auskennt in der Historie von Retzow, dann ist dies Achim Dobrenz. Der stellvertretende Bürgermeister führt seit 1994 die Chronik des Dorfes fort und das mit sehr viel Herzblut. Er war letztlich auch der Motor dafür, dass Retzow heute ein Wappen besitzt.

Von Umzug bis Travestieshow

Das Dorffest zum Jubiläum findet am 24. August ab 11 Uhr statt.

Nach dem Umzug mit Schalmeienkapelle ist eine Andacht geplant. Danach folgen etwa eine Feuerwehrvorführung, eine Clownshow und das Programm der Kita. Am Abend gibt es eine Travestieshow.

Zudem ist ein Rahmenprogramm geplant, zu dem auch ein Wissenstest über Retzow gehört. Die Feuerwehr macht Rundfahrten.

Das Wappen des Dorfes knüpft mit dem Luchs an den früheren Ortsnamen Rizzowe an. Davon lässt sich ableiten: „Ort, wo Luchse vorkommen“.

Retzow führt seine Besiedlung auf die Sorben zurück und auch der Name ist vermutlich sorbischen Ursprungs.

Ein Luchs ist das bestimmende Element – anknüpfend an den damaligen Ortsnamen Rizzowe. Bei den Retzowern kam die Idee jedenfalls gut an. „Die Dorfbewohner haben sich ihr Wappen selber finanziert“, sagt Dobrenz. Rund 230 Bürger spendeten dafür.

27 archäologische Funde

„Seit 10 000 Jahren gibt es in Retzow eine Besiedlung, wir haben hier bisher 27 archäologische Funde“, so der Ortschronist. Vor allem die Teiche, von denen es bis heute noch einige gibt, seien dafür verantwortlich, dass sich immer wieder Menschen in der Gegend niedergelassen haben. Darunter ist der Bäckerpfuhl im Zentrum des Ortes.

Dass man noch eine Menge weiß über den Ort, hat vor allem einen Grund: „Tausend Dank an die Pfarrer“, sagt Dobrenz. „Hätten wir die nicht gehabt, wüssten wir wesentlich weniger über die Geschichte von Retzow.“ Ältestes Gebäude im Dorf ist die Kirche, die um 1500 entstand.

Ort brannte komplett ab

1668 brannte der Ort bis auf drei Häuser komplett ab, und 1884 berichtete der Pfarrer über ein Gewitter, dessen Blitze in eine Scheune und ein Tagelöhnerhaus einschlugen. Als 1901 die Bahnstrecke von Senzke nach Nauen eröffnet wurde, war dies auch für Retzow ein wichtiger Tag. Und 1912 riss man die alte Schule direkt vor der Kirche ab.

Dies sind nur einige Ereignisse aus der Historie, die in der ersten Veranstaltung zum Jubiläum genau am 17. Februar genannt wurden. An diesem Tag gab Frank Berliner von der Berliner Rittergilde einen Einblick in das Havelland vor 750 Jahren. „Wir erfuhren, wie man damals gelebt, gekämpft und gewohnt hat“, sagt Achim Dobrenz.

Weitere Veranstaltungen

Neben dem Dorffest sind einige weitere Veranstaltungen im Laufe des Jahres geplant. „Von einer Nachbarin hatte ich erfahren, dass es einen Krimi gibt, in dem Retzow eine nicht unwesentliche Rolle spielt“, sagt er. Die Autorin Cordula Hamann wird nunmehr am 1. September im Pfarrhaus aus ihrem Buch „Glasgesichter“ vorlesen.

Damit nicht genug. Am 20. Juli ist ein Treffen der früheren Mitglieder von Rot-Weiß Retzow geplant. Die Fußballmannschaft war 1979 – vor 40 Jahren – gegründet worden. 1991 erfolgte die Auflösung. „Da habe ich selber mitgespielt – als Rechtsaußen“, sagt Achim Dobrenz.

Alle leisten einen Beitrag

Er freut sich gemeinsam mit Heinrich Stumpp schon aufs große Dorffest, bei dem viele Retzower ihren Beitrag leisten werden – von der Kita über die Feuerwehr und den Karnevalsverein bis hin zur Kirchengemeinde. Und natürlich wird es in diesem Jahr auch wieder die angestammten Feste geben wie das Osterfeuer, das Maifest und das Herbstfeuer. „Das ist alles nur möglich, weil viele Leute mithelfen“, sagt der Ortschronist.

Von Andreas Kaatz

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