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Friesack War es der Wolf? Vier trächtige Schafe auf der Weide gerissen
Lokales Havelland Friesack War es der Wolf? Vier trächtige Schafe auf der Weide gerissen
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20:12 29.01.2019
Mit Bisswunden an der Kehle und aufgerissenem Bauch fand Landwirt Enrico Folgart seine Schafe am Dienstagmorgen auf der Weide. Quelle: privat
Paulinenaue

Vier trächtige Mutterschafe wurden am frühen Dienstagmorgen wohl von einem oder mehreren Wölfen auf einer Weidefläche bei Paulinenaue gerissen. Die Tiere waren zuvor augenscheinlich aus ihrem wolfssicheren Nachtpferch getrieben worden und anschließend mit Kehlbissen getötet.

Der Ribbecker Landwirt Enrico Folgart fand seine Tiere leblos und mit aufgerissenen Bäuchen auf der Weide und im nahe gelegenen Wald. Dorthin hatte sich die restliche Herde von insgesamt 110 Tieren in ihrer Panik geflüchtet.

Restliche Herde flüchtete in den nahen Wald

In seiner Not rief der Landwirt zunächst Axel Behrendt an, Leiter des Leibniz-Zentrums für Agrarlandschaftsforschung in Paulinenaue, und fragte um Rat. Der war gerade in der Nähe beim Kontrollgang im benachbarten Forschungsgehege, in dem es in der Vergangenheit auch schon einmal Wolfsschäden gab.

Wolfsspuren im Schnee? Quelle: privat

Behrendt machte sich sofort auf den Weg. „Die Tiere hatten alle einen Kehlbiss und waren am Bauch aufgerissen. Das ist ein typisches Wolfsbild“, ist er sich sicher.

In der Nacht hatte es geschneit

Da in der zweiten Nachthälfte etwas Neuschnee gefallen war, waren die Spuren des Angriffs am Morgen noch deutlich zu sehen. „Die Fluchtspuren der panischen Schafherde, gepaart mit den Spuren, lassen keine Zweifel mehr zu“, so Behrendt.

Daher kontaktierten die beiden umgehend die Wolfsriss-Hotline, um Experten zur Schadensbegutachtung und Spurensicherung hinzuzuziehen. Diese untersuchen nun die getöteten Tiere, vermessen die Bissspuren und entnehmen Gewebeproben. Die Untersuchungen dauern an.

Materieller Schaden bei rund 1000 Euro

Der rein finanzielle Schaden durch den Tod der Schafe und der ungeborenen Lämmer soll sich auf rund 1000 Euro belaufen. „Schwerer wiegt aber wohl die Angst vor erneuten Angriffen“, sagte Behrendt am Dienstag zur MAZ.

Dieser Vorfall ist nicht der erste in der Gegend um Paulinenaue. Im Dezember 2016 hatte mutmaßlich ein Wolf ein 100 Kilo schweres Bentheimer Landschaf bei Eichberge gerissen. Es gehörte zu einer Herde von 23 Tieren, die auf einer Weide des Forschungsinstituts grasten.

„Die Kosten explodieren“

Axel Behrendt fragt sich derweil, ob die Wolfsausbreitung in Deutschland noch zu beherrschen ist. Denn der Anstieg der Wolfspopulation setze sich ungebremst fort. „Der umweltfreundlichste Zweig der Tierhaltung ist bedroht, die Kosten für Landwirte und Steuerzahler explodieren“, warnt er.

Ganz abgesehen vom psychischen Druck, dem Tierhalter ausgesetzt seien, wenn sie wehrlos mit ansehen müssen, wie ihre Tiere getötet werden.

Leben in Deutschland bald 5000 Wölfe?

Behrendt verweist in diesem Zusammenhang auf Zahlen des Bundesamtes für Naturschutz aus dem Frühjahr 2018. Demnach leben in Deutschland etwa 73 Wolfsrudel.

„Wenn man pro Rudel von zwei Elterntieren, sechs bis acht Welpen und zwei bis vier Jährlingen ausgeht, ergibt das schon etwa 1000 Wölfe in Deutschland, was noch vor einigen Jahren als ’günstiger Erhaltungszustand’ angesehen wurde“, so Behrendt. Diese Zahlen würde den Nachwuchs der Tiere aber noch gar nicht beinhalten.

Wenn die Vermehrung nicht begrenzt werde, würden schon in fünf Jahren etwa 5000 Wölfe in Deutschland leben. „Die Folgen wären unkalkulierbar“, sagt Experte Behrendt.

Von Danilo Hafer

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