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Friesacker Amtsdirektor wiedergewählt

Große Mehrheit im Amtsausschuss Friesacker Amtsdirektor wiedergewählt

Der Friesacker Amtsdirektor Christian Pust ist am Mittwochabend für weitere acht Jahre gewählt worden. Seine erste Amtszeit endet am 31. Juli. Die Entscheidung fiel mit großer Mehrheit, Gegenwind kam vor allem aus der Stadt Friesack. Pust war einziger Kandidat. Der Amtsausschuss hatte im November beschlossen, auf eine Ausschreibung zu verzichten.

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Glückwünsche vom Ausschussvorsitzenden Christian Meyer (r.) an Christian Pust.

Quelle: Andreas Kaatz

Friesack. Um 20.25 Uhr hielt Christian Pust am Mittwochabend die ersehnte Ernennungsurkunde in der Hand. Er ist ab 1. August für weitere acht Jahre Amtsdirektor des Amtes Friesack. Der Amtsausschuss hatte zuvor in geheimer Wahl abgestimmt. Acht der zwölf Mitglieder votierten für Pust, einer dagegen. Drei Stimmzettel waren ungültig, entsprachen somit einer Enthaltung.

„Ich bin nach Verkündung des Ergebnisses erleichtert gewesen“, sagt Pust. Denn die Monate zuvor waren für ihn persönlich äußerst angespannt. Er war zwar an dem Abend der einzige Kandidat, weil der Ausschuss im November vergangenen Jahres mit deutlicher Mehrheit beschlossen hatte, auf eine Ausschreibung zu verzichten. „Doch sicher ist man sich erst, wenn ausgezählt und das Ergebnis verkündet worden ist“, sagt der alte und neue Verwaltungschef.

Seine Skepsis war nicht ganz unbegründet. Denn im Vorfeld hatte Friesacks Bürgermeister Klaus Gottschalk verstärkt dafür geworben, den Beschluss zur Nichtausschreibung wieder zu kippen – unter anderem in einer internen Sitzung vor zwei Wochen, an der die Mitglieder des Amtsausschusses und auch der Amtsdirektor teilnahmen. „Warum machen wir es uns so einfach? Die Möglichkeit der Ausschreibung ist ja da“, begründete Gottschalk. Pust könne seine Erfahrungen doch in die Ausschreibung mit einbringen. Zudem findet er es nicht gut, dass Pust nicht im Amtsbereich wohnt. Bei Festen sei er oft gar nicht oder nur kurz anwesend. Das müsse sich ändern, so Gottschalk, der ein persönliches Interesse vermisst.

Am Ende jedoch fiel das Ergebnis der Abstimmung dann deutlich zugunsten von Christian Pust aus. Öffentlich war sie jedoch nicht, weil unter anderem Klaus Gottschalk dagegen stimmte: „Demokratie lebt von freien Wahlen und die sind nur frei, wenn jeder sein Kreuz geheim machen kann.“ Hingegen meinte Mühlenberges Gemeindechef Matthias Rehder: „Ich finde es schon schade, dass die Kritiker nicht bereit sind, in öffentlicher Abstimmung gegen ihn zu votieren und dazu zu stehen.“

Die Erwartungen der sechs Bürgermeister an den Amtsdirektor für die nächsten acht Jahre fallen überwiegend ähnlich aus. So wünscht sich Matthias Rehder, „dass die konstruktive Zusammenarbeit weiter verbessert wird zum Wohle der Gemeinden und dass die Verwaltung ihre Effizienz behält und weiterentwickelt“. Er sei froh, dass man ihn behält und dass man nicht das Pferd wechselt angesichts der bevorstehenden unsicheren Phase der Gebietsreform.

Dass Pust so weitermacht wie bisher hofft auch Paulinenaues Bürgermeister Erhard Hesse. Der Amtsdirektor habe mit den Jahren dazu gelernt, auch was Transparenz angeht. Es sei wichtig, alle mitzunehmen. Alleingänge wie bei der Umstrukturierung der Feuerwehr sollten künftig vermieden werden. „Das war zwar rechtlich in Ordnung, aber nicht taktisch. Er hätte von Anfang an mehr informieren müssen“, so Hesse. Dieser Ansicht ist auch Christian Meyer aus Pessin. „Da muss er den Arbeitgeber, die Gemeinden, mit einbeziehen“, meinte er und lobte zudem die Verwaltung, die sehr effizient sei. Retzows Ortschef Heinrich Stumpp möchte, dass die Zusammenarbeit weiterhin so gut ist und er regelmäßig über den Stand der Gebietsreform informiert wird. Und Frank Donner aus Wiesenaue hofft auch künftig auf eine gute Beratung durchs Amt, etwa in Sachen Haushalt.

Klaus Gottschalk sagt: „Ich erwarte, dass er mich bei allen Dingen, die Friesack betreffen, mit ins Boot nimmt und mich nicht dumm sterben lässt. Wir brauchen keinen Geheimnisträger.“ Es sollte ein gegenseitiges Geben und Nehmen sein.

Von Andreas Kaatz

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