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Friesacks Amtschef muss sich Neuwahl stellen

Posten nicht ausgeschrieben Friesacks Amtschef muss sich Neuwahl stellen

Im Juli nächsten Jahres endet nach acht Jahren die Amtszeit von Friesacks Amtsdirektor Christian Pust. Dieser möchte aber gern weitermachen. Jetzt hat der Amtsausschuss beschlossen, auf eine Ausschreibung zu verzichten. Allerdings muss sich Pust trotzdem einer Wahl stellen.

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Erhielt vom Amtsausschuss einen Vertrauensbeweis: Christian Pust.

Quelle: Norbert Stein

Friesack. Am 31. Juli nächsten Jahres endet nach acht Jahren turnusmäßig die Amtszeit von Friesacks Amtsdirektor Christian Pust. Für den Amtsausschuss bedeutet dies, dass nun entweder eine Ausschreibung erfolgen muss, um einen Nachfolger zu finden. Oder aber man verzichtet darauf, spricht dem Amtsinhaber somit das Vertrauen aus. Pust jedenfalls würde gern weitermachen. Am Mittwoch entschied sich das Gremium, dem Vertreter aller amtsangehörigen Gemeinden angehören, für den Verzicht – mit neun Ja- und zwei Nein-Stimmen bei einer Enthaltung. Jedoch ist Pust damit noch nicht durch. Er muss sich im März/April einer Wahl durch den Ausschuss stellen, ist aber dann der einzige Kandidat.

Der 39-jährige parteilose Jurist verfolgte die Abstimmung „mit einer gewissen Erleichterung“, wie er sagte. „Diese Mehrheit ist doch ein deutlicher Vertrauensbeweis.“ Für ihn sei Amtsdirektor mehr als ein Job, auch ein Stück Lebensinhalt. „Ich fühle mich der Region verbunden, die Arbeit macht mir richtig Spaß“, sagt Pust. Nun hofft er, dass bei der Wahl das Ergebnis bestätigt wird.

Für den Ausschreibungsverzicht stimmte Paulinenaues Bürgermeister Erhard Hesse. „Ich habe volles Vertrauen zum Amtsdirektor, bin mit seiner Tätigkeit zufrieden“, sagt er. Kritisch sieht er aber, dass Pust im Zusammenhang mit der Neustrukturierung der Feuerwehr „den Amtsausschuss nicht richtig mitgenommen hatte“. Da habe er sich das Leben unnötig schwergemacht.

Mühlenberges Bürgermeister Matthias Rehder lobt den Amtsinhaber dafür, dass er die Amtsverwaltung in den Griff bekommen hat. „Wir haben eine gut aufgestellte und schlanke Verwaltung.“ Aber nicht nur deshalb sei es legitim, auf die Ausschreibung zu verzichten. Rehder verweist auf die anstehende Verwaltungsstrukturreform. „Da sollte man nicht ohne Not den Hauptverwaltungsbeamten wechseln.“ Allerdings sei der Verzicht kein Selbstläufer, Rehder erwartet von Pust, dass er darlegt, was er sich für die nächste Wahlperiode als Programm vorstellt.

Constanze Tönnies, Ortsvorsteherin von Senzke, war für die Ausschreibung. „Herr Pust macht im Wesentlichen seine Sache gut, aber es gab einige Dinge, wo wir finden, dass er nicht demokratisch genug fungiert hatte“, meint sie. So habe er den Rücktritt zweier Ortsvorsteher zu verantworten. Zudem meint sie, dass es bei einer Ausschreibung eine Vergleichsmöglichkeit gegeben hätte, mit guten Chancen für Pust. Dieser Ansicht ist auch Klaus Gottschalk, Bürgermeister von Friesack. „Ich bin der Meinung, dass man es sich nicht so einfach machen sollte“, meinte er. Pust hätte aus der Ausschreibung durchaus gestärkt hervorgehen können.

Enthalten hatte sich Pessins Bürgermeister Christian Meyer: „Wenn alle solch eine effektive Verwaltung hätten wie die in Friesack, bräuchte man keine Verwaltungsstrukturreform.“ Dass es auch Meinungsverschiedenheiten zwischen Amtsdirektor und -ausschuss gegeben hat, sei normal. Andererseits, so Meyer, hätte ein Ausschreibung nicht geschadet.

Von Andreas Kaatz

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