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Frischer Wind im Offenen Atelier

Rathenower Kunstszene Frischer Wind im Offenen Atelier

Den Rathenower Künstlerkreis gibt es seit Ende 2015 nicht mehr, das Offene Atelier besteht aber nach wie vor. Zu verdanken ist das drei ambitionierten Künstlerinnen, die trotz Mieterhöhung das Künstlerzentrum im Herzen der Stadt nicht aufgeben wollen. Was vorher so schwer fiel – das Atelier mit Leben zu füllen – gelingt plötzlich mit Eifer und guten Ideen.

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Jordis Hammer, Annelie Knobloch und Ute Arndt wolen das offene Atelier mit Leben füllen.

Quelle: Ch. Schmidt

Rathenow. Das Offene Atelier dürfte den meisten Rathenowern ein Begriff sein. Mehr als zehn Jahre hatte es der Künstlerkreis in der Schleusenstraße, im hinteren Teil der Stadtbibliothek betrieben. 2013 folgte dann der Umzug in das Kulturzentrum und damit in das Herz der Stadt. Hier sollte der Name Offenes Atelier endlich Programm werden. Das ist zum Teil auch geglückt, Reisegruppen schauten herein, sogar Künstler aus China waren zu Gast. Ende des Jahres drohte dann plötzlich das Aus. Die Gesellschafter der Kulturzentrum Rathenow GmbH hatten beschlossen die Miete auf 900 Euro pro Jahr zu erhöhen.

Das wollten oder konnten nicht alle Mitglieder leisten und so einigten sie sich, den Künstlerkreis aufzulösen. Dabei war es eigentlich die perfekte Symbiose: Ein Raum im kulturellen Zentrum der Stadt, der für die breite Öffentlichkeit zugänglich ist, geleitet von einer Gruppe, die fester Bestandteil der Rathenower Kunstszene ist und sich zudem an Ausstellungen und Aktivitäten im Haus beteiligt. Genau an dieser Idee wollten drei Frauen festhalten. Die langjährigen Mitglieder des Künstlerkreises Ute Arndt, Jodris Hammer und Annelie Knobloch beschlossen mutig, die Geschichte des Offenen Ateliers in Rathenow fortzuführen.

Zu Dritt zum Erfolg

Seit Anfang des Jahres füllen sie den Raum mit Leben und das recht erfolgreich. Jeden Mittwoch laden sie ab 19 Uhr zum öffentlichen Malen nach Modellen ein und jeden ersten Sonntag im Monat öffnen sie das Atelier von 14 bis 17 Uhr für interessierte Gäste. „Jeder kann einfach herkommen und uns und unsere Arbeit kennenlernen“, lädt Annelie Knobloch ein. Es sieht ganz danach aus, als würde es dem Trio nun leichter fallen, Ideen und Projekte umzusetzen. Was nicht zuletzt auch daran liegen dürfte, das Jordis Hammer, Annelie Knobloch und Ute Arndt sehr ähnliche Vorstellungen und Ziele haben.

„Wir wollen nach außen hin wirken, denn wir gehören zur Stadt. Uns ist es wichtig, mit jungen Menschen zusammenzuarbeiten, ihnen die Möglichkeit zu geben, sich kreativ auszuleben“, erklärt Ute Arndt, die Lehrerin am Jahngymnasium ist. Und Jordis Hammer, freischaffende Künstlerin und Inhaberin der KreativOase in Gülpe, bestätigt: „Wir ziehen wirklich an einem Strang, das macht Spaß und beflügelt.“

„Ein deutlicher Qualitätssprung“

Dass die drei Frauen das Offene Atelier nicht aufgeben wollen, darüber freut sich auch die Geschäftsführerin des Kulturzentrums, Bettina Götze: „Das ist wirklich eine schöne Bereicherung. Den drei Künstlerinnen ist ein deutlicher Qualitätssprung gelungen. Sie malen nicht mehr allein vor sich hin, sondern arbeiten mit jungen Leuten zusammen. Oft sitzen sie noch spät am Abend hier und malen. Ich kann sagen, jetzt ist es wirklich ein offenes Atelier und so lange wir können, werden wir sie unterstützen“, so Götze.

Viele Ideen und Ziele hat das Trio, sich zu vergrößern ist aber kein Thema. „Wir suchen keine weiteren Mitstreiter. Wenn aber ein Freundeskreis des Offenen Ateliers entsteht, begrüßen wir das natürlich. Ansätze dazu gibt es bereits“, verrät Annelie Knobloch. Unter anderem unterstützt die Musik- und Kunstschule TonArt aus Premnitz, wo Knobloch Kunstkurse gibt. Deren Musiker lieferten zum Beispiel am Tag des offenen Ateliers die passenden Klänge.

15 Jahre Offenes Atelier in Rathenow

2001 gründete der freischaffende Künstler Michael Student das Offene Atelier in der Schleusenstraße. Der Saal im hinteren Teil der Bibliothek bot fortan Platz für die Kunst.

Mehr als zehn Jahre lange fühlten sich die Mitglieder des Künstlerkreises hier wohl. 2012 mussten sie ausziehen, weil die Stadt den Saal umbauen und darin das Stadtarchiv unterbringen wollte. Diese Pläne wurde aber verworfen, als das Geld knapp wurde.

Ein Zurück gab es für die Künstler nicht. Sie bezogen Anfang 2013 bezog den Raum im Erdgeschoss des Kulturzentrums und sitzt damit nun im Herzen der Stadt.

Doch im neuen Zuhause war nicht alles eitel Sonnenschein. Nach Unstimmigkeiten trennten sich im Sommer 2014 fünf Mitglieder um eigene Wege zu gehen.

Vor etwa einem Jahr verlagerte auch Michael Student seinen Lebensmittelpunkt von Rathenow in die Altmark, wo er seit einigen Jahren unterrichtete. Bis Ende des Jahres wirkte er noch im Künstlerkreis mit.

Nun haben es sich Ute Arndt, Jordis Hammer und Annelie Knobloch zur Aufgabe gemacht, das Offene Atelier mit Leben zu füllen.

Von Christin Schmidt

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