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Havelland Frisör als Existenzgründer auf dem Dorf
Lokales Havelland Frisör als Existenzgründer auf dem Dorf
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18:17 13.07.2017
Frisör Stefan Thiem, seit fünf Monaten selbstständig, bei der Arbeit in seinem Salon in Großwudicke. Quelle: Bernd Geske
Großwudicke

Kritischer Blick, sicherer Griff und das eigene Haar zur Glatze geformt. Das ist er, der neue Dorffrisör von Großwudicke. Stefan Thiem (32 Jahre) ist am 1. Februar in die berufliche Selbstständigkeit gestartet und hat an der Hauptstraße 45 seinen „Hair Salon“ eröffnet. Er stammt aus Wust, hat seinen Beruf einst in Genthin erlernt, war immer als Angestellter tätig und stand nach zuletzt zehn Jahren in einem Rathenower Salon plötzlich vor einem Neuanfang. Im Dezember machte sein Arbeitgeber zu und er stellte sich deshalb die Frage: Wieder eine Chefin haben oder lieber der eigene Chef sein?

Weil er seine Handwerkskunst aus dem Effeff beherrscht, Tagesabrechnungen seit Langem kennt und auch schon mal Filialleiter war, hat er sich schließlich entschieden, seine eigene berufliche Existenz zu gründen. Nachdem er sich ein bisschen umgehört hatte, hat er die Unterstützung des Regionalen Lotsendienstes Havelland angenommen. Das Zusammensein mit Experten und anderen Gründern habe ihm die Augen geöffnet, teilt er mit: „Ich habe erst gar nicht verstanden, wozu sie die ganzen Zahlen haben wollten.“ Dann habe er gelernt, wofür ein Businessplan gut ist, wie man die Bürokratie beherrscht und alles zusammengestellt, was er wirklich braucht, um fit für die eigene Firma zu sein. „Durch den Lotsendienst habe ich das Prinzip verstanden“, resümiert er heute anerkennend und bekennt: „Ich habe festgestellt, dass das eine richtig coole Sache ist.“ Das Geschäft laufe super, der Lotsendienst für Gründer habe ihm sehr geholfen.

Nach 10 Jahren in Rathenow hat er viele Stammkunden mitgenommen

Obwohl er auf dem Dorf arbeitet, muss er über Mangel an Kunden nicht klagen. Nach zehn Jahren in Rathenow habe er viele Stammkunden aus dieser Zeit mit nach Großwudicke nehmen können. Die Verkehrsanbindung mit Bus und Bahn sei vorhanden. Seit fünf Jahren nun schon wohnhaft im Ort, sei er als Frisör von der Dorfgemeinschaft gut angenommen worden. Auch aus den umliegenden Dörfern kommen die Leute, um sich das Haar von ihm machen zu lassen: Damen und Herren, vom Kind bis zum Rentner.

Stefan hat einen feschen Stil“, sagt seine Kundin Jessika Boltze. „Er ist immer offen für neue Sachen.“ Sei stets freundlich und spontan. Auf ihre zeitlichen Engpässe aufgrund des Schichtdienstes stellte er sich problemlos ein.

Thiem: „Ich möchte den Menschen Gutes tun, ihnen Freude bereiten“

Seinen Hair Salon hat er sich aus einem früheren Lager selbst ausgebaut. Er hat Dienstag bis Freitag von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Samstags nach Vereinbarung und montags fährt er bei Bedarf zu den Kunden nach Hause. In seinem Beruf geht Stefan Thiem auf. „Ich möchte den Menschen was Gutes tun“, erklärt er, „ihnen Freude bereiten.“ Lockenwickler beispielsweise verwende er gar nicht mehr. Angesagt sei jetzt der Vintage-Stil, da falle das Haar viel natürlicher.

Mit seiner Berufserfahrung hat er schon lange festgestellt, dass die Gespräche mit seinen Kundinnen und Kunden ihn nicht selten weit in deren Privatsphäre hineinführen können. „Mit einigen Stammkunden habe ich ein sehr enges Verhältnis“, berichtet er, „sie erzählen mir von ihren Problemen und wollen von mir manchmal auch einen Rat haben.“ Er lasse sich darauf ein, teilt er mit, aber die Kunden würden von ihm dann auch seine ehrliche Meinung zu hören bekommen. Im Gegenzug allerdings, erklärt Stefan Thiem, verlange er von seinen Kunden auch, ihm offen die Meinung zu sagen. Bislang hat dieses zutiefst ehrliche Verhalten die geschäftlichen Beziehungen gut getragen.

Von Bernd Geske

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