Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Havelland Frühstücken auf der Terrasse verboten
Lokales Havelland Frühstücken auf der Terrasse verboten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:05 26.02.2018
Pierre Didrigkeit auf der gut gefüllten Terrasse seines Cafés. Er würde die Gäste hier gern von 8 bis 22 Uhr bedienen und hofft auf eine baldige Genehmigung. Quelle: Christin Schmidt
Anzeige
Rathenow

Es ist Sommer, die Menschen zieht es nach draußen. Jetzt ist die Zeit, um den Tag mit einem Frühstück auf der Terrasse eines Cafés zu beginnen oder den Feierabend mit einem Cocktail in der Abendsonne zu genießen. Das konnte man bislang auch im Café PurPur in der Forststraße. Weil eine Anwohnerin darin aber eine Lärmbelästigung sieht, dürfen die Gäste seit etwa zwei Wochen nur noch von 15 bis 20 Uhr draußen sitzen.

„Das Frühstücksgeschäft ist total eingebrochen, etwa die Hälfte der Gäste geht, weil sie nicht draußen sitzen können“, erklärt Inhaber Pierre Didrigkeit. Seit 2011 betreibt der 39-Jährige das „Café & Bar PurPur“. Sein Ziel war es, in der havelländischen Kreisstadt eine Barkultur zu etablieren.

Dass daraus nichts wird, weil er bereits um 22 Uhr schließen muss, damit hat er sich inzwischen abgefunden. Was er nicht versteht, sind die stark eingeschränkten Öffnungszeiten der Terrasse. Zwar geht aus der ursprünglichen Baugenehmigung hervor, dass der Betrieb draußen nur von 15 bis 20 Uhr gestattet ist, bisher hatte sich aber niemand darüber beklagt, dass die Terrasse darüber hinaus genutzt wurde. Aufgrund der Beschwerden griff nun der Landkreis ein. Eine Gebühr musste der Betreiber bereits zahlen. Die Konsequenzen fürs Geschäft sind fatal. Pierre Didrigkeit spricht von 20 Prozent Umsatzeinbußen.

Vermieter sieht keine Beeinträchtigung der Wohnqualität

Wie Hartmut Fellenberg, Geschäftsführer der Kommunalen Wohnungsbaugesellschaft Rathenow (KWR), erklärte, sind es keineswegs viele Mieter, die sich beschwerten, es habe aber sehr hartnäckige Klagen gegeben. Vermittlungsgespräche zwischen dem Café-Betreiber und einer Mieterin, die sich besonders gestört fühlt, blieben ohne Erfolg.

Ganz zum Ärger der Gäste, die für die eingeschränkten Öffnungszeiten der Terrasse kein Verständnis haben. „Ich bin total empört. In anderen Städten ist so etwas kein Problem. Wenn man eine Terrasse hat, sollte man sie auch nutzen dürfen. Zumal mir nicht klar ist, was hier laut sein soll. Da ist der Lärm von der Straße schlimmer“, meint Martina Ramisch.

Ähnlich sieht das auch Hartmut Fellenberg: „Ich teile ohne Abstriche die Auffassung, dass der Betrieb der Terrasse für übliche Frühstückszeiten die Wohnqualität keineswegs mindert.“ Und auch die Stadt sieht kein Problem in einer Öffnung der Terrasse am Tage. Aus Sicht des Bauamtsleiters ist die Angelegenheit eine reine Formalie.

Landkreis Havelland prüft Änderungsantrag

Inzwischen hat die KWR einen Änderungsantrag hinsichtlich der Öffnungszeiten der Terrasse eingereicht. „Wir prüfen nun unter Einbeziehung des Immissionsschutzes des Landesumweltamtes, ob das Vorhaben den rechtlichen Vorschriften entspricht“, so die Pressesprecherin des Landkreises Havelland, Caterina Rönnert. Das Bauamt werde nach Vorlage der notwendigen Stellungnahmen unverzüglich über den Antrag entscheiden.

Warum es für das Café zur Eröffnung nur diese eingeschränkte Genehmigung gab, ist unklar. Pierre Didrigkeit hatte in seiner Konzeption Öffnungszeiten in der Woche von 8 bis 23 Uhr geplant und am Wochenende von 9 bis 23 Uhr. Aus Immissionsschutzgründen musste er diese auf 22 Uhr reduzieren. Allerdings gab es dann eine weitere Änderung im Baugenehmigungsverfahren, die sich weder der Vermieter noch die Stadt erklären können.

Pierre Didrigkeit hofft, dass die Öffnung der Terrasse nun von 8 bis 22 Uhr genehmigt wird. „Wenn ich weiterhin draußen nur bis 20 Uhr bedienen darf, bin ich gezwungen, mein Lokal um 18 Uhr zu schließen. Die Verluste sind einfach nicht mehr tragbar.“

Das wäre furchtbar, meint Martina Ramisch. Nach Timm’s Cafe, das seit einiger Zeit aus anderen Gründen bereits um 18 Uhr schließt, wäre das Café PurPut die zweite Lokalität in der Innenstadt, die so früh zu- macht – unfreiwillig, wie Didrigkeit betont.

Von Christin Schmidt

Landrat Roger Lewandowski (CDU) hat dem Industriepark Premnitz am Freitag einen längeren Besuch abgestattet. Er ging direkt in die Märkische Faser GmbH, die Havelländische Zinkdruckguss GmbH, zur Blücher-Gruppe und zur Rampf Bau GmbH. Alle anderen Unternehmen waren zu einer Gesprächsrunde mit dem Landrat eingeladen.

07.08.2017

Die Mitglieder des FDP-Ortsverbandes Westhavelland haben am Donnerstagabend ihr traditionelles Sommerfest an der Lady Agnes auf dem Stöllner Gollenberg gefeiert. Sie nutzten die Zusammenkunft zur Einstimmung auf die Bundestagswahl im September, anwesend war auch die Landesspitzenkandidatin Linda Teuteberg.

07.08.2017

Der Elstaler Ortsbeirat hat sich gegen den Bau von weiteren Mehrfamilienhäusern in der historischen Eisenbahnersiedlung positioniert. Eigentümer Deutsche Wohnen will seine Pläne am 28. August vorstellen.

07.08.2017
Anzeige