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Frust und Freude über den Winter im Havelland

Schlitten flitzen, Autos schleichen Frust und Freude über den Winter im Havelland

Aus Sicht der Verwaltungen haben die Gemeinden im Havelland den jüngsten Wintereinbruch gut gemeistert. Einige Autofahrer klagten dennoch über nicht geräumte Straßen und lange Staus. Verkehrsunfälle gab es kaum, dafür ist die Havelfähre in Ketzin zur Zeit außer Gefecht gesetzt. Wer kann, geht einfach rodeln und erfreut sich an der weißen Pracht.

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Die Ketziner Havelfähre kann zurzeit wegen Eisschollen auf dem Fluss nicht fahren.

Quelle: WOlfgang Balzer

Havelland. Für einen Schneemann hat es zwar noch nicht gereicht, dafür war die weiße Pracht nicht pappig genug. Doch eine ausgelassene Rodelpartie in den Falkenhagener Alpen ließen sich die Kinder der Falkenseer Kita „Waldzwerge“ am Mittwoch nicht nehmen. Mit roten Wangen und einem breiten Lächeln im Gesicht flitzten sie die Hänge hinunter. „Die Kinder sind in ihren Skianzügen gut eingepackt, denen wird so schnell nicht kalt“, sagte Kitaleiterin Heike Schwarzschulz. Notfalls helfe ein Schluck wärmender Kräutertee.

Des einen Freud, des anderen Leid: Nach den jüngsten Schneefällen haben sich viele Autofahrer im Havelland über nicht geräumte Straßen und lange Staus geärgert. „Für vier Kilometer habe ich eine Dreiviertelstunde gebraucht“, schrieb MAZ-Leserin Edeltraud Janz aus Falkensee. Den Kollegen, die mit der Bahn fuhren, sei es aber kaum besser gegangen, zum Teil habe es 45 Minuten Verspätung gegeben. Trotzdem meldeten die Schulen der Region kaum Schüler, die zu spät zum Unterricht erschienen. „Das war nicht der Rede wert“, hieß es am Dallgower Marie-Curie-Gymnasium; ähnlich äußerte sich das Goethe-Gymnasium in Nauen.

„Im Grunde ist alles planmäßig gelaufen“, sagte Falkensees Bürgermeister Heiko Müller (SPD). Dass einige Straßen am Vormittag noch nicht geräumt waren, habe daran gelegen, dass es über einen längeren Zeitraum geschneit habe, so dass die Fahrbahn nach der Durchfahrt der Räumfahrzeuge schnell wieder weiß wurde, so der Bürgermeister. Zudem verwende Falkensee mit Rücksicht auf Pflanzen und das Grundwasser weniger Salz als beispielsweise Berlin.

Auch in anderen Gemeinden wurde der Wintereinbruch nach Ansicht der Verwaltungen gut gemeistert. „Seitens der Bürger sind uns erstmalig keine Beschwerden über versäumte Räumungen zugetragen worden“, so Nauens Stadtsprecherin Sarah Turner. Der Schönwalder Bauhof habe die Lage ebenfalls „voll im Griff“ gehabt, sagte Bauamtsleiter Frank Schulz. Der neue Standort in Wansdorf habe seine erste Bewährungsprobe mit Bravour bestanden.

Zufrieden äußerte sich auch Carsten Weimann, der Leiter der Straßenmeisterei in Bredow, die für die Beräumung von Autobahnen, Bundes- und Landesstraßen zuständig ist. „Alle Straßen in unserem Bereich waren zu 100 Prozent befahrbar“, sagte er, obwohl wegen der Kälte kein Feuchtsalz eingesetzt werden konnte – das geht nur bei Temperaturen bis sieben Grad –, sondern Trockensalz verwendet werden musste, das länger braucht, bis es einwirkt. Von 3 Uhr morgens an waren die Straßenmeister im Einsatz, erst abends um 22 Uhr endete ihr Tag.

Die Polizei meldete trotz teils glatter Straßen keine größeren Unfälle. Nur dreimal krachte es im Osthavelland, in Falkensee, Seeburg und Wustermark, doch es blieb jeweils bei Blechschaden. Offenbar hatten die meisten AUtofahrer ihre Fahrweise den winterlichen Bedingungen angepasst.

Das müssen sie auch in Ketzin, wenn sie dort die Havel in Richtung Schmergow (Potsdam-Mittelmark) überqueren möchten. Der Fährverkehr ist zurzeit eingestellt. Zwar ist der Fluss nicht fest zugefroren, doch weil der Wind an der Schmergower Seite die Schollen an der Anlegestelle zusammengeschoben hat, kann die Fähre nicht mehr anlegen. Autofahrer müssen nun einen Umweg von rund 30 Kilometern in Kauf nehmen – voraussichtlich noch bis Sonntag, wie Michael Reppin aus der Ketziner Rathaus erläuterte.

Von Philip Häfner

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