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Führerschein? Nie gemacht!

Amtsgericht Nauen Führerschein? Nie gemacht!

Wegen mehrfachen Fahrens ohne Führerschein und Unterschlagung in insgesamt sieben Fällen musste sich gestern Johann Schnabel (Name geändert) vor dem Nauener Amtsgericht verantworten. Weil ein wichtiger Zeuge nicht erschien, wird das Urteil gegen den 29-Jährigen erst am kommenden Montag erwartet.

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Noch fiel gegen den 29-Jährigen kein rechtskräftiges Urteil.

Quelle: dpa

Nauen. Wegen mehrfachen Fahrens ohne Führerschein und Unterschlagung in insgesamt sieben Fällen musste sich gestern Johann Schnabel (Name geändert) vor dem Nauener Amtsgericht verantworten. 2014 war der heute 29-Jährige mehrmals hinter dem Steuer verschiedener Fahrzeuge gesehen worden, obwohl er nie einen Führerschein besessen hat. Seine ehemalige Lebensgefährtin, sein damaliger Auftraggeber, Kollegen und ein Blitzer überführten den Havelländer, der zu diesem Zeitpunkt bereits mit einer eigenen Haus- und Gartenservicefirma selbstständig war.

Darüber, dass sein ehemaliger Subunternehmer regelmäßig ohne Führerschein hinterm Steuer gesessen habe, zeigte sich der Chef einer Falkenseer Hausverwaltung, der gestern als Zeuge geladen war, verwundert. „Er kam immer mit seinem eigenen Auto auf die Baustellen – da gehe ich doch davon aus, dass er einen Führerschein hat. Ich habe mir nichts dabei gedacht, als ich ihm einen Transporter samt Werkzeug zur Verfügung gestellt habe“, so der Falkenseer.

Das war im Januar 2014. Monatlich zahlte Schnabel einen Betrag über 230 Euro für die Nutzung des Fahrzeugs. Dafür, dass er das Auto selber gefahren sein soll, spricht die Aussage eines ehemaligen Kollegen. „Er hat mich bei mir zu Hause in Spandau abgeholt. Anschließend sind wir mehrere Stationen in Berlin und Straußberg angefahren und immer saß er am Steuer“, so der Spandauer, der selber einen Führerschein besitzt und ebenfalls hätte fahren können. „Ich habe nichts bemerkt und bin davon ausgegangen, dass er einen Führerschein hat. Er ist nicht besser oder schlechter gefahren, als ich“, so der Zeuge. Bei mindestens einer Fahrt habe der Angeklagte zudem mutmaßlich falsche Kennzeichen an sein Privatauto montiert und sei damit geblitzt worden. Zunächst noch unsicher, erkannte sich der Angeklagte im Laufe der Verhandlung schließlich auf den Blitzerfotos wieder und gab zu, mit dem Fahrzeug unterwegs gewesen zu sein. Auf die Frage, warum er nicht einfach einen Führerschein gemacht hätte, hatte der Angeklagte gestern keine Antwort.

Neben der Tatsache, dass Schnabel eine Fahrerlaubnis fehlte, was bis zuletzt unentdeckt blieb, stellte sich schnell heraus, dass die Zusammenarbeit mit der Falkenseer Hausverwaltung nicht funktionierte. „Die Arbeiten wurden nicht fachmännisch ausgeführt, oftmals mussten andere Mitarbeiter noch tagelang nacharbeiten“, so der Firmenchef , der daraufhin die Zusammenarbeit beendete und seinen Transporter sowie das Werkzeug zurückverlangte. „Erstmal erhielt ich vereinzelt Werkzeuge zurück, schließlich dann den Transporter, der zudem noch beschädigt war“, so der Falkenseer. Vom restlichen Werkzeug – unter anderem ein Fliesenschneider, Wasserwaagen, eine Flex, ein Sanitärwerkzeugkasten und Diamantschleifköpfe – im Wert von rund 1250 Euro fehle bislang jede Spur.

„Ich habe alle Werkzeuge bei einem Mitarbeiter abgegeben, mir das aber leider nicht bestätigen lassen", beteuerte Schnabel gestern im Gerichtssaal. Der Mitarbeiter, der ebenfalls in den Zeugenstand gerufen wurde, konnte sich an eine solche Übergabe jedoch nicht erinnern. Der einzig vermeidliche Zeuge für die Übergabe, Johann Schnabels damaliger Angestellter, erschien gestern nicht zur Verhandlung. Für kommenden Montag soll daher eine weitere Anhörung stattfinden, der fehlende Zeuge polizeilich vorgeführt werden. Für sein Nichterscheinen erhielt er gestern ein Ordnungsgeld in Höhe von 300 Euro. Am Montag soll voraussichtlich das Urteil fallen.

Von Laura Sander

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