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Erlebte Geschichte in Staaken

Führung durch Fort Hahneberg Erlebte Geschichte in Staaken

Von 1961 bis zum Mauerfall befand sich das Fort Hahneberg im Bereich der Sperranlagen der Grenzübergangsstelle Heerstraße. Erst seit 1990 ist es der Öffentlichkeit wieder zugänglich. Stephan Strehlow bietet bereits seit 20 Jahren ehrenamtlich Führungen durch das Fort an.

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Die Gäste konnten auch ein Modell des Forts besichtigen.

Quelle: Christiane Flechtner

Staaken. Die Augen mussten sich erst an das Dunkel gewöhnen. Doch bei 14 Grad atmeten einige erleichtert auf. „Angenehme Temperatur hier drinnen“, sagte Christa Held aus Berlin-Reinickendorf. Schließlich drang die Sonne nicht bis ins Innere des Forts mit seiner drei Meter dicken Sandschicht auf dem Dach, die zur Tarnung und zum Schutz diente, vor.

Knapp 20 Besucher nahmen am Sonntag an einer rund 90-minütigen Führung durch das Spandauer Fort Hahneberg teil. Stephan Strehlow von der Arbeits- und Schutzgemeinschaft Fort Hahneberg erläuterte die Festungsgeschichte des 1882 bis 1886 erbauten preußischen Artillerieforts.

„Ursprünglich wurde das Fort als Teil eines Festungsgürtels gebaut – zum Schutz von Spandau, das bis 1920 von Berlin unabhängig war und die größte Waffenschmiede des deutschen Reiches darstellte“, erklärte Strehlow. „Vier Forts waren geplant, mit Hahneberg wurde begonnen, denn dieser Ort war damals der schwächste Verteidigungspunkt. Die anderen wurden nie gebaut.“

2000 Hilfsarbeiter und 80 Maurergesellen erschufen mit 28,5 Millionen Steinen und 600 000 Kubikmeter Sand diese 450 mal 170 Meter große Festung. „Die hat aber ihre Funktion nie erfüllt“, so Strehlow. Ab 1900 diente Fort Hahneberg als militärische Ausbildungsstätte bis zum 1. Weltkrieg. 1924 zog ein Segelfliegerverein ein. 1934 übernahm die Wehrmacht den Komplex. Nach 1961 bis zum Mauerfall fiel die gesamte Anlage in einen Dornröschenschlaf, denn das Fort befand sich im Bereich der Sperranlagen der Grenzübergangsstelle Heerstraße und ist erst seit 1990 der Öffentlichkeit wieder zugänglich.

„Zeitweilig waren 400 Soldaten – 300 Infanteristen und 100 Männer der Artillerie – hier unter widrigsten Bedingungen untergebracht“, sagte Strehlow und präsentierte historische Fotos. Die Küche war klein und konnte lediglich zum Kochen von Suppe oder Eintöpfen genutzt werden. Sanitäre Anlagen wie Waschmöglichkeiten oder Duschen gab es nicht. Zudem hatte man nur 8 Grad kaltes Wasser. „Das muss eine harte Zeit gewesen sein“, sagte Christa Held. Die Besucher staunten vor allem über die Klapp-Hebe-Brücke am Gebäudeeingang, die wie eine Wippe funktionierte und somit einfach und schnell zu bedienen war.

Strehlow nahm die Leute weiter mit hinein in den dunklen Bauch des Forts, zeigte Vorrats- und Pulverkammer, den Kanonenaufzug sowie ein altes Bett, auf dem Soldaten auf Heusäcken schliefen. Die Besucher waren begeistert: „Das ist wirklich Geschichte zum Anfassen“, sagte Jörg Sperlich aus Spandau. „Ich kenne auch die Zitadelle, aber da ist zu viel erneuert worden.“

Von Christiane Flechtner

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