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Fünf Notunterkünfte im Fokus

Kreistag entscheidet Montag Fünf Notunterkünfte im Fokus

Noch mehr als 800 Flüchtlinge müssen im Landkreis Havelland bis zum Jahresende untergebracht werden. Deshalb sollen nun fünf Notunterkünfte angemietet werden.

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Im Sommer wurde das Möbelhaus Agon in Falkensee geschlossen.

Quelle: Foto: Andreas Kaatz

Havelland. In die idyllisch gelegenen Herbergsanlage „Zum Brieselang“ nahe dem Nymphensee könnten schon bald Asylsuchende einziehen. Maximal 88 Plätze stehen zur Verfügung, so heißt es in der Beschlussvorlage, die am Montag im Kreistag Havelland beschlossen werden soll. Der Landkreis beabsichtigt, das Objekt in Brieselang für zunächst zwei Jahre (mit Option auf jährliche Verlängerung) ab dem 19. Oktober anzumieten. Nur weiß der Besitzer der Herberge offenbar von nichts. „Ich kann mich zu der Sache im Moment nicht äußern, weil ich nichts weiß“, meinte Jörg Reinsperger am Donnerstag auf MAZ-Anfrage. Sein Haus laufe in normalen Betrieb, nächste Woche würden 70 Kinder dort einige Tage verbringen. „Natürlich haben wir mit allen Beteiligten der Notobjekte im Vorfeld die Vertragsbedingungen ausgehandelt“, entgegnet Kreissprecher Oliver Kratzsch.

Außer der Herberge stehen weitere vier Quartiere für Notunterkünfte im Fokus: Ein Bürogebäude im Demex-Park in Elstal, das kreiseigene Schullandheim in Schönwalde-Glien, das ehemalige Möbelhaus Agon in Falkensee sowie ein Objekt in der Thälmannstraße in Brieselang. Insgesamt könnten in den genannten Gebäuden etwa 670 Asylsuchende und Flüchtlinge vorübergehend einquartiert werden. Wobei auf dem Grundstück in der Thälmannstraße in Brieselang zusätzlich Container für 60 Personen aufgestellt werden können.

Der Landkreis Havelland muss in diesem Jahr mindestens 1599 Flüchtlinge aufnehmen, bis Ende September wurden 786 untergebracht, heißt es in der Beschlussvorlage. Aus Sicht der Kreisverwaltung bestehe zu dem jetzigen Vorgehen mit den fünf Standorten keine Alternative. Aufgrund der stark steigenden Zugangszahlen, allein im September kamen 223 Asylsuchende im Landkreis an, sei es nicht möglich, zur Unterbringung der Menschen neue Gebäude in traditioneller oder modularer Bauweise zu errichten. Auch beim Anmieten von Containern gebe es lange Vorlauf- und Lieferzeiten.

Die jetzt ins Auge gefassten fünf Standorte sind das Ergebnis des vom Landkreis initiierten Interessenbekundungsverfahrens. Eine Vielzahl von Angeboten von Privatleuten, Gewerbetreibenden und Kommunen sei eingegangen und geprüft worden, so die Kreisverwaltung.

„Wir haben die Liste der Objekte auch erst diesen Donnerstag bekommen“, sagt Falkensees Bürgermeister Heiko Müller (SPD). In Falkensee existiert bereits ein Heim, ein zweites für 200 Plätze soll 2016 gebaut werden. „Mit dem Agon-Haus und seinen 300 Plätzen leistet Falkensee einen großen Beitrag zur Flüchtlingsunterbringung“, sagt der Bürgermeister. Er erwartet, dass dann das Thema Traglufthalle hier vom Tisch ist. Für das Gelände des Möbelkaufhauses gibt es eine Planung, nach der die Halle abgerissen und die Fläche neu bebaut wird. Die Firma Lunos Lüftungstechnik GmbH Berlin will dort eine Manufaktur errichten, daneben sollen Wohnungen entstehen. Lunos-Geschäftsführer Andreas Lehmann erklärte auf Nachfrage: „An unserem Projekt und an dem Zeitplan wird nicht gerüttelt, wir brauchen den Standort, wir sind ein stark expandierendes Unternehmen.“

Von Jens Wegener

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