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Für Abriss nur, wenn es gar nicht anders geht

Premnitz Für Abriss nur, wenn es gar nicht anders geht

Weil die Einwohnerzahl von Premnitz immer weiter sinkt, sind in der Stadt seit 2004 bislang insgesamt 827 Wohnungen abgerissen worden. Da die Prognosen bis 2030 eine weitere erhebliche Schrumpfung voraus sagen, sollen bis dahin weitere 1000 Wohnungen abgerissen werden. Damit sind viele Einwohner nicht einverstanden.

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Die vorerst letzte Rückbaumaßnahme beim Stadtumbau in Premnitz war 2016 der Abriss von 180 WBG-Wohnungen an der Bunsenstraße.

Quelle: : Bernd Geske

Premnitz. Das aktualisierte Stadtentwicklungskonzept, das die Premnitzer Stadtverordneten vor knapp einem Jahr beschlossen haben, sagt bis 2030 für die Stadt ohne ihre Ortsteile Döberitz und Mögelin einen Leerstand von mehr als 1000 Wohnungen voraus. Deshalb ist in das Konzept aufgenommen worden, dass bis zum genannten Zeitpunkt Wohnungen in der genannten Größenordnung abgerissen werden sollen. Dafür sollen kleinere Einheiten und altersgerechte Wohnungen neu geschaffen werden, weil das am besten der künftigen Nachfrage entspricht. Fast jeder weiß: Premnitz hat immer weniger Einwohner und der Altersdurchschnitt wird immer höher.

Viele Einwohner können sich allerdings mit dem fortgesetzten Abriss von Wohnungen nicht anfreunden. Das hat die Umfrage ergeben, die die MAZ im Vorfeld ihrer nächsten Cluster-Serie gemacht hat. Sie wird am 14. August beginnen, am 9. September enden und Premnitz samt Döberitz und Mögelin sowie dem Milower Land gewidmet sein. Auf die Frage, ob im Rahmen des Stadtumbaus in Premnitz noch mehr Häuser abgerissen werden sollen oder sie sonst die Schwerpunkte wünschen, antworten viele Leser mit einem klaren Nein. Nicht abreißen, für altersgerechtes Wohnen umbauen, lautet eine Antwort. Nur abreißen, wenn es dafür einen altersgerechten Wohnungsbau gibt, fordert jemand anderes. Kein Abriss mehr, schlägt der oder die Nächste vor: Es sollten mehr Häuser saniert werden, zum Beispiel in der Bergstraße. Umbau und Sanierung sind bei vielen Antworten die Schwerpunkte.

Die Abrissfrage kann allgemein nicht beantwortet werden

Wenn die Notwendigkeit bestehe, sollten Wohnungen abgerissen werden, erklärt ein Leser. Nach dem Rückbau solle dann die Natur belassen werden. Vor jedem Abriss sollte gründlich geprüft werden, schlägt ein anderer vor, ob eine Sanierung oder ein Umbau kostengünstiger oder besser sei. Über Abrissmaßnahmen könne nur individuell entschieden werden, schreibt eine Frau. Ganz allgemein lasse sich darauf keine Antwort geben. Nicht zuletzt teilt jemand mit, dass nach dem Abriss der Bau von Villen mit einem Parkplatz vor der Terrassentür auch „nicht ideal“ sei.

Die Premnitzer Stadtumgehung und die Autobahnanbindung sollten nicht vergessen werden, erinnert der Nächste, und der Ausbau von Nebenstraßen soll öfter auf die Tagesordnung. Altes sei zu erhalten, fordert eine Frau, und die Gehwege des Seelensdorfer Weges müssten in Ordnung gebracht werden.

1000 Wohnungen sollen bis 2030 verschwinden

Das Stadtentwicklungskonzept von Premnitz sagt für die Stadt im Jahr 2030 einen Leerstand von 1000 Wohnungen voraus.

1000 Wohnungen müssten demzufolge abgerissen werden, um den Leerstand zu beseitigen.

Seit 2004 sind in Premnitz 827 Wohnungen abgerissen worden.

Leerstand gibt es vor allem in oberen Etagen von Fünfgeschossern.

Nicht betroffen vom Abriss sind die Ortsteile Döberitz und Mögelin.

Döberitz hält seine Einwohnerzahl stabil.

Mögelin hat seit 1990 seine Einwohnerzahl mehr als verdoppelt.

Der Stadtumbau von Premnitz, der für die Ortsteile Döberitz und Mögelin gar kein Thema ist, kann nur realisiert werden unter Einbeziehung der beiden großen Vermieter Premnitzer Wohnungsbaugesellschaft (PWG) und Wohnungsbaugenossenschaft Premnitz (WBG). Die ersten Abrissmaßnahmen begannen 2004 und die bislang letzten gab es Ende 2016. Bislang sind im Rahmen des Stadtumbaus allein in Premnitz 827 Wohnungen zurück gebaut worden.

Nach dem Willen von Planern und Stadtverordneten sollen also bis 2030 noch einmal weitere 1000 Wohnungen vom Markt genommen werden. Der Grund ist der weiter anhaltende Einwohnerverlust der Stadt. Premnitz allein hat zur Wende 11 200 Einwohner gehabt. Für 2030 sagt die Prognose des Landes für Premnitz und Ortsteile zusammen nur noch 6 860 Einwohner voraus. Zieht man davon für Döberitz und Mögelin die rund 2000 Einwohner ab, bleiben allein in Premnitz bestenfalls 5000 Einwohner übrig. Wachsender Wohnungsleerstand wird die Folge sein.

Als Bereiche, in denen abgerissen werden könnte, sind Berg-/Bunsenstraße, Neue Waldstraße, Mühlenweg und Erich-Weinert-Straße benannt worden. Das gilt aber nicht als sicher. Es muss in den Planungen der beiden genannten großen Vermieter frühzeitig festgelegt werden.

Von Bernd Geske

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