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Für Toleranz und politisches Wachsein

Auszeichnung mit der Medaille des Landtages Für Toleranz und politisches Wachsein

Für ihr Engagement fürs Gemeinwesen wurden am Freitag die Havelländer Anke Bienwald und Erhard Stenzel mit der Medaille des Landtages Brandenburg ausgezeichnet. Anke Bienwald (44) setzt sich für ein tolerantes Nauen ein, Erhard Stenzel (91) erzählt heute noch Schülern seine Erlebnisse im Kampf gegen den Faschismus.

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Erhard Stenzel kämpfte in einer Einheit, die die Resistance unterstützte.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Havelland. Erneut sind gestern in Potsdam Ehrenamtler mit der Medaille des Landtages Brandenburg zur Anerkennung von Verdiensten für das Gemeinwesen ausgezeichnet worden. Unter ihnen waren diesmal auch die Havelländer Anke Bienwald aus Nauen und Erhard Stenzel aus Falkensee.

Wie in den Jahren zuvor hat Anke Bienwald auch das Toleranzfest am 20. April 2016 in Nauen wieder mitorganisiert. Sich für eine tolerante Stadt einzusetzen, ist ihr eine Herzensangelegenheit. Seit Jahren kämpft sie gemeinsam mit Partnern gegen den Rechtsextremismus in Nauen. Neuerdings ist sie auch Projektkoordinatorin fürs Bundesförderprogramm des Lokalen Aktionsplanes (LAP) Westhavelland „Demokratie leben!“

Für Anke Bienwald stehen die Menschen immer an erster Stelle

Für Anke Bienwald stehen die Menschen immer an erster Stelle

Quelle: Privat

Die Menschen sind ihr immer wichtig, stehen an vorderster Stelle. Jemand sagte mal: Anke Bienwald erreicht die Menschen am Herzen. Einen besonderen Draht hat sie zu Kindern und Jugendlichen – gerade auch zu denen, die sozial benachteiligt sind. Nicht selten, dass die Steppkes Anke Bienwald dann mal mit „Tante Mikado“ ansprechen. Denn seit 2006 gehört sie dem Jugendförderverein an. Es sollte erst nur für ein halbes Jahr sein, dann blieb sie aber. „Ich sehe die Auszeichnung stellvertretend für die Menschen in Nauen, die sich für eine Willkommenskultur einsetzen, auch wenn hier bisher nur wenige Flüchtlinge leben“, sagt sie.

Geboren wurde Anke Bienwald 1971 in Rostock und lebte dort, bis sie 18 war. Danach studierte sie Volkswirtschaft. Doch eine Karriere in der Forschung oder in der Bank? „Das bin nicht ich“, sagte sie sich. Sie folgte ihrer sozialen Ader. Schon während des Studiums in Osnabrück hatte sie ehrenamtlich in einer Einrichtung für Asylbewerber gearbeitet und entdeckte auch dabei ihre Profession.

Vor einem guten Jahr sah es gar nicht gut aus bei Erhard Stenzels Lieblingsmannschaft. Das Gespenst des Abstiegs ging um bei Dortmund. Doch Stenzel glaubte fest an den Klassenerhalt. Um so mehr freute er sich in dieser Woche über den Pokalsieg der Gelb-Schwarzen. Die Dortmunder haben gekämpft. Das hat dem 91-Jährige gefallen. Er selbst ist den meisten Falkenseern nicht als Fußballverrückter, sondern als Klassenkämpfer bekannt und er ist einer, der nicht aufgibt. Auch jetzt, wo es mit dem Gehen und Hören schwerer fällt, wird er nicht müde für ein politisches Wachsein zu werben.

Erhard Stenzel stammt aus einer proletarischen Familie im sächsischen Freiberg, der Vater arbeitete in einer Maschinenbaufirma in Chemnitz. Für ihre kommunistische Einstellung mussten die Eltern schwer büßen, der Vater starb im KZ Buchenwald. Sohn Erhard war zu der Zeit schon untergetaucht, In Frankreich kämpfte er in einer Einheit, die die Resistance unterstützte. Er wurde Mitglied der KP Frankreichs, wieder in Sachsen trat er in die KPD ein, wurde später SED-Mitglied. Heute gehört er der Partei Die Linke an.

Der gelernte Schriftsetzer wurde stellvertretender Direktor der Verlages der Sächsischen Zeitung. Als Parteikader hat ihn der Weg später nach Berlin geführt, dann nach Teltow und Petzow. Nach Falkensee kam er 1978 der Liebe wegen. Bis heute fasziniert ihn das Grün der Stadt, und bis heute ist er als aktiver Politrentner unterwegs: In Schulklassen hat er von seinen Erlebnissen im Kampf gegen den Faschismus erzählt, auf vielen Gedenkveranstaltungen am Denkmal für die Opfer des Faschismus hat er gesprochen. Er spricht gern über den Klassenkampf, er macht es immer freundlich und lächelnd.

Von Andreas Kaatz und Marlies Schnaibel

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