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Havelland Für die Express-Bahn ins Havelland wird’s eng
Lokales Havelland Für die Express-Bahn ins Havelland wird’s eng
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07:17 22.04.2016
Die Idee einer S-Bahn bis nach Nauen ist umstritten. Quelle: dpa-Zentralbild
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Falkensee/Spandau

„Halten Sie da mal bitte Ihren Fuß drauf“, sagt Jürgen Czarnetzki und rollt das andere Ende seines Maßbands über die Fahrbahn der Staakener Straße/Ecke Dallgower Straße in Spandau. Bei 12 Metern, was nach Czarnetzki etwa der Breite zweier S-Bahn-Gleise entspräche, stoppt der 74-Jährige. „Hier in etwa müsste die Bahntrasse enden, sollten tatsächlich zwei zusätzliche S-Bahn-Gleise gebaut werden, die es ja bräuchte, um eine angemessene Taktung zu gewährleisten. Sie sehen ja selbst, dass die Mehrfamilienhäuser im Weg stünden.“

Engpass hinter dem Spandauer Bahnhof

Dieser Engpass kurz hinter dem Bahnhof Spandau in Richtung Falkensee müsste bei einer Erweiterung der S-Bahn ins Osthavelland erst einmal überwunden werden. „Das geht aber nur, indem die Häuser und damit auch kostengünstiger Wohnraum abgerissen werden“, so der Spandauer, der seit über 40 Jahren Vorsitzender der Bürgerinitiative für Verkehrsbelange ist. Dass jedoch statt der von Czarnetzki vermuteten zwei neuen Gleise voraussichtlich nur ein Gleis mit Begegnungsabschnitten angedacht ist, weiß S-Bahnsprecher Ingo Priegnitz. „Setzt man die Begegnungsstellen geschickt, reicht bei einem 20-Minuten-Takt diese Lösung aus“, so Priegnitz, der auch betont, dass die S-Bahn Berlin nur Anregungen gibt, die bauliche Planung aber nicht in der Hand habe. Fest stehe jedoch, dass beim Ausbau der Schnellbahnstrecke Berlin-Hamburg auf der nördlichen Seite der Trasse Platz für ein weiteres S-Bahn-Gleis planerisch frei gehalten wurde und eine Trasse zwischen Spandau und Finkenkrug in weiten Teilen sogar bereits vorhanden sei.

Hier könnte es laut Jürgen Czarnetzki eng werden. Quelle: Sander

Zwei Drittel für bessere Regionalanbindungen

Bei einer MAZ-Umfrage unter 1500 Havelländern im vergangenen Jahr hatte sich nur rund ein Drittel für die Erweiterung ausgesprochen. Zwei Drittel befürworten hingegen eine verbesserte Regionalbahnanbindung. Dafür plädiert auch Jürgen Czarnetzki. „Eine engere Taktung im gut genutzten Regionalverkehr halte ich für die sinnvollere Alternative“, so der 74-Jährige. Eine Fahrt mit der langsameren S-Bahn sei trotz Expressstatus zeitlich aufwendiger und unkomfortabler. „Gegen eine Verstärkung des Regionalverkehrs spricht jedoch, dass die Kapazitäten im Nadelöhr-Bahnhof Spandau bereits jetzt weitgehend ausgeschöpft sind“, gibt Ingo Priegnitz zu bedenken. „Einer Verlängerung der S-Bahn nach Nauen ist nach unserer Sicht eine realistische Möglichkeit, den weiter wachsenden Fahrgastzahlen gerecht zu werden.“

Vor rund einem Monat stellte S-Bahn-Chef Peter Buchner daher in Falkensee seine Idee einer Express-S-Bahn nach Nauen vor und befeuerte die bereits Jahre währende Diskussion über eine „S-Bahn ins Havelland“ neu. Er räumte vor allem mit dem oft kritisierten Zeitverlust auf, klärte jedoch weder Finanzierung noch die Umsetzung der Vision. In der Mobilitätsstrategie 2030 des Landes Brandenburg soll die Variante zumindest geprüft werden. Im Havelland bleibt sie allerdings weiter umstritten.

Pro und Contra

Die S-Bahn-Idee lebt, davon ist Wolfgang Jähnichen, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins, überzeugt. Eine Verdichtung des Fernverkehrs hätte seiner Meinung nach nur zur Folge, dass sich der störanfällige Regionalverkehr noch weiter verschlechtern könnte. Die Falkenseer CDU hingegen hatte sich in der Vergangenheit mehrheitlich gegen die S-Bahn ausgesprochen und einen Antrag unterstützt, die Pläne nicht weiter zu prüfen und komplett auf den Ausbau der Regionalbahn zu setzen. Auch in Brieselang und Nauen hatten sich die Abgeordneten mehrheitlich gegen die S-Bahn ausgesprochen. Einig ist man sich wohl nur darüber, dass in Zukunft etwas passieren muss.

Die Frage, was im Falle eines zusätzlichen Gleises mit den Mehrfamilienhäusern in der Staakener Straße passiert und ob der Engpass hinter dem Spandauer Bahnhof ohne größere bauliche Maßnahmen überwunden werden könnte, bleibt vorerst offen.

Von Laura Sander

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