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Für ein Falkensee mit Charme und Kreativität

Vor der Stichwahl um das Falkenseer Bürgermeisteramt Für ein Falkensee mit Charme und Kreativität

Die Christdemokratin Barbara Richstein (50) will die 25-jährige SPD-Bürgermeister-Ära im Falkenseer Rathaus beenden. Am Sonntag, dem 11. Oktober, will sie die Stichwahl in der 43000-Einwohner-Stadt gewinnen.

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Barbara Richstein nach der Wahl am 27. September. Nun will sie die Stichwahl gewinnen.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Falkensee. Sie will gern Bürgermeisterin von Falkensee werden: Interview mit Barbara Richstein (CDU).

MAZ: Warum wollen Sie Bürgermeisterin werden?

Barbara Richstein: Ich möchte Bürgermeisterin werden, um diese Stadt, die mir zur Heimat geworden ist, gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern zu gestalten. 25 Jahre SPD sind lange genug. Ich möchte alte Strukturen aufbrechen, neue Impulse setzen und ein Ende der Basta-Politik.

Welche Vision haben Sie von Falkensee?

Richstein: In meiner Vision von Falkensee sehe ich eine moderat gewachsene Stadt, die ihren Charme als Feierabendoase behalten hat. Wir haben ihre Verkehrsprobleme gelöst, das Zentrum hat sich entwickelt. Die Bahnhofstraße ist zu einem Ort mit Ambiente geworden, in dem in kleinen Geschäften gestöbert oder in einem der Cafés oder Bistros verweilt werden kann. Die alte Stadthalle ist einem modernen Gebäude gewichen, das sich hin zum neu gestalteten Gutspark öffnet. Bei der Weiterentwicklung unserer Stadt mit Augenmaß hat sie ihren naturnahen Charakter nicht verloren und die Lebensqualität, derentwegen wir hier geblieben oder hierher gezogen sind, ist erhalten.

Nach dem Motto „Stärken stärken“ - was muss da in Falkensee getan werden?

Richstein: Falkensee hat viele Stärken. Eine davon sind die Menschen, die hier leben und sich ehrenamtlich engagieren, ob in Kirchen, Vereinen oder Bürgerinitiativen oder auch einfach „nur“, in dem sie sich mit Anregungen an die Verwaltung oder die Stadtverordneten wenden. In Falkensee gibt es enorm viel Know-how und eine hohe Bereitschaft, sich einzubringen und mitzugestalten. Ich denke da beispielsweise an den Umwelttag, an lebendige Nachbarschaftsinitiativen oder ganz aktuell an die Willkommensinitiative Falkensee. Dieses bürgerschaftliche Engagement gilt es zu stärken und zu erhalten, denn dadurch wird der soziale Zusammenhalt gestärkt. Eine andere Stärke Falkensees ist die Naturnähe. Unser Straßengrün, die Spielplätze und Naherholungsgebiete, wie das Gebiet um den Falkenhagener - und um den Neuen See, der Lindenweiher oder der Gutspark müssen gepflegt und entwickelt werden. Dort sieht es nach einem Wochenende oft traurig aus. Nicht nur Müll ist ein Ärgernis, sondern auch Lärm und Fehlnutzungen. Da muss das Ordnungsamt präsenter sein.

Wo sehen Sie Schwachstellen in der Stadt, die dringend angepackt werden müssen?

Richstein: Das dringlichste Problem ist der Verkehr in unserer Stadt: Der Durchgangsverkehr muss reduziert werden, für Kunden im Zentrum muss ausreichend Parkraum geschaffen werden, eventuell auch durch den Bau eines Parkhauses. Der Fußgänger- und Fahrradverkehr muss stärker berücksichtigt werden; sichere Schulwege haben Priorität. Die Wirtschaftsförderung wurde in den letzten Jahren sträflich vernachlässigt. Falkensee bietet viel Raum für qualifizierte Arbeitsplätze. Das geht weiter als die schwarz-weiße Gegenüberstellung des Amtsinhabers Wohnstadt versus Industriestandort. Falkensee bietet viele Möglichkeiten für Ansiedlungen im Bereich der Dienstleitungen, Kreativ- oder IT-Wirtschaft. Eine dritte Schwachstelle in der Stadt ist das Angebot an kleinteiligem Wohnraum. Wir brauchen dringend kleine Wohnungen, die auch bezahlbar sind.

Wie stehen Sie zur Nordumfahrung? Wie zur Verlängerung des Brunsbütteler Damms?

Richstein: Wir können nicht noch Jahre auf den Abschluss der Planfeststellung des Landes warten. Im Übrigen löst die Nordumfahrung nicht unsere Verkehrsprobleme in Falkensee. Gerade im Bereich der Spandauer Straße, dem Nadelöhr, wird es von der Berliner Stadtgrenze bis zum Spandauer Kreisel zu einem immensen Verkehrsaufwuchs kommen. Wir brauchen einen Verkehrsentwicklungsplan für ganz Falkensee und ich bin dankbar, dass die Stadtverordnetenversammlung eine Fortschreibung der Planung in zwei Varianten beschlossen hat – eine mit und eine ohne die Nordumfahrung. Die CDU fordert schon lange, dass die Auswirkungen eines ausgebauten Brunsbütteler Damms geprüft werden. Wir sind der Auffassung, dass diese Maßnahme sowohl die Spandauer als auch die Seegefelder Straße entlastet.  

Hat Falkensee genug Sport- und Freizeitangebote? Wie stehen Sie zum Hallenbad?

Richstein: Falkensee hat ein reichhaltiges Angebot an Sport- und Freizeitangeboten. Als 1. Vorsitzende des Sportvereins Falkensee-Finkenkrug weiß ich jedoch, wie sehr die Vereine um die Platz- und Hallenzeiten ringen. Der Bedarf ist hier definitiv nicht gedeckt. Es gibt daneben auch Angebote, die fehlen. Wir haben leider keine wettkampftaugliche Kegelbahn und auch Basketballspieler müssen auf so eine Spielstätte derzeit noch verzichten. Meines Erachtens sollte sich die Stadt auch gegenüber vereinsungebundenen Sports öffnen und mögliche Plätze dafür bereitstellen. Wir alle wollen ein Hallenbad. Wir müssen uns aber noch darauf einigen was für ein Bad wir wollen, wo es stehen soll und wie viel wir jährlich bereits sind dafür zu zahlen. Ich setze mich dafür ein, dass wir diese große Aufgabe nicht alleine stemmen, sondern zusammen mit den Nachbargemeinden ein Hallenbad für das Osthavelland bauen.

Die demografische Entwicklung sagt auch für Falkensee mehr ältere Mitbürger voraus. Wie stellen Sie sich darauf ein?

Richstein: Wir werden nicht nur mehr ältere Mitbürger haben, sondern noch mehr Hochbetagte. Wir dürfen die Generation 65+ nicht immer nur unter dem Aspekt Gesundheit und Pflege sehen. Die ältere Generation ist fitter, agiler und unternehmungslustiger als früher. Ich möchte, dass die Älteren ein aktiver Teil unserer Gesellschaft sind, die uns mit ihren Erfahrungen und ihren Werten bereichern. Wir müssen aber auch auf ihre Bedürfnisse Rücksicht nehmen. Das bedeutet, dass wir in allen öffentlichen Bereichen an mobilitätseingeschränkte Menschen denken. Mit einem Satz: Wir brauchen mehr generationsübergreifende Wohn-, Freizeit- und Lebensmöglichkeiten.

Sehen Sie Defizite bei der Bürgerbeteiligung in Falkensee? Falls ja, wie können diese behoben werden?

Richstein: Ja, es gibt Defizite in der Bürgerbeteiligung. Sie wurde bisher nur in dem gesetzlich vorgeschriebenen Rahmen praktiziert. Der Ruf des Bürgermeisters nach einer Bürgerbefragung ertönte in der Stadtverordnetenversammlung oder andernorts nur dann, wenn er keine Mehrheit mehr hatte – aus reinem Machtkalkül. Ich möchte die Bürger so früh und so transparent wie möglich informieren, ihnen zuhören und mit ihnen auf Augenhöhe diskutieren. Wir werden uns in Falkensee zusammen mit den Bürgerinnen und Bürgern eine verbindliche Struktur der Bürgerbeteiligung erarbeiten, die jedoch nicht die bisherige repräsentative Verantwortung der Stadtverordnetenversammlung ersetzt.  

Welche Frage ist Ihnen im Wahlkampf nicht gestellt worden, auf die Sie gerne geantwortet hätten?

Richstein: Wir haben in diesem Wahlkampf gar nicht über die Familienfreundlichkeit Falkensees gesprochen, das Thema des Bürgermeisterwahlkampfes 2007. Ich hätte gerne darüber gesprochen wie wir den Sanierungsstau in unseren Kitas und Schulen von 21 Millionen Euro beheben. Oder wie wir die Betreuung in unseren städtischen Kitas und Horten weiter verbessern können.

Von Marlies Schnaibel

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