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Für mehr Radwege und weniger Hundegebell

Falkensee Für mehr Radwege und weniger Hundegebell

MAZ-Serie: Die Wünsche der Falkenseer gehen bei manchen Themen weit auseinander. die einen wollen die autofreie Stadt, die anderen mehr und bessere Straßen. bloß beim Thema „Gartenstadt“ – da herrscht große Einigkeit.

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Kleine Pause: Die Mitarbeiter des Falkenseer Weltladens genießen einen Kaffee an der Bahnhofstraße. Viele Bewohner wünschen sich mehr Bummel- und Verweilqualität im Stadtzentrum.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Falkensee. Gartenstadt – bei keinem Thema waren sich die Falkenseer so einig, wie bei unserer Frage, welchen Charakter ihre Stadt erhalten soll. Die MAZ hatte im Vorfeld ihrer Serie „Zu Hause in...“ die Bewohner nach dem Leben in der Stadt befragt. Wenn es nach dem Lebensgefühl geht, dann steht die „Gartenstadt“ ganz hoch in der Gunst ihrer Bewohner. Denn Pendlerstadt, darauf wollte kaum jemand seinen Wohnort reduziert wissen.

Meinungen klaffen auseinander

So groß die Einigkeit beim Charakter der Stadt war, so weit klafften die Meinungen auseinander, wenn es um das Thema Verkehr ging. Und gerade dazu haben sich viele Leser geäußert. Bei der Frage, was sie sich für die Zukunft von Falkensee wünschen, prallten Welten aufeinander: „Autofrei“ stand gegen „mehr und bessere Straßen, Nordumfahrung, mehr Parkplätze“. Viele wünschten sich ein vernünftiges Verkehrskonzept, wenn auch vermutet werden darf, dass jeder etwas anderes darunter versteht. Wo der eine unbedingt die S-Bahn wieder haben wollte, waren es viele andere, die den Regio-Verkehr verbessern wollten. Die Falkenseer Kluft in dieser Frage ist und bleibt groß. Die „Demokratisierung der Verkehrsbelastung“ mahnte ein Leser an, er will das durch die Entlastung der Hauptstraßen erreichen und den Verkehr mehr über Nebenstraßen führen. Weniger Lkws, mehr Taxen – diese Stichpunkte tauchten immer wieder auf den Fragebogen auf.

Groß und geschlossen blieb der Wunsch nach mehr und besseren Radwegen, besonders gefordert: der an der Potsdamer Straße zum Havel-Park. Auch gefahrenfreie Gehwege gehörten zu dem, was Falkenseer anmahnten.

Mehr Bürgernähe, weniger Parteienstreit

„Endlich was Beschlossenes auch umsetzen“, wünschte sich ein Leser mit Blick auf schon längere Zeit angekündigte Radwegebauten. Überhaupt wurde der Stadtverwaltung und den Abgeordneten manches nahegelegt: „Mehr Bürgernähe“, „die Bedürfnisse der Bürger anhören, zuhören, drüber nachdenken und im Interesse der Bürger entscheiden und nicht im Interesse der Investoren“ und immer wieder hieß es kritisch: „Sachkompetenz vor Parteienstreit“. Wenn es um große Fragen, wie die Entwicklung von Falkensee und den Wohnungsbau geht, dann wollten die meisten kein ungezügeltes Wachstum, die Freiflächen sollten nicht mit Hochhäusern vollgebaut werden. „Bei 50000 Einwohnern sollte das Limit erreicht sein“, nannte ein Leser eine Zahl. Aber der Wohnungswunsch ist bei vielen groß – und zwar der nach bezahlbaren Wohnungen für Rentner, nach Wohnungen für Gehbehinderte, nach kleinen Wohnungen für Singles oder junge Leute.

Auch vermeintlich kleinere Probleme machten den Falkenseer zu schaffen. Nicht angeleinte Hunde sind vielen ein Graus, sie forderten die Durchsetzung des Leinenzwangs. „Keine Hundekacke“ und „weniger Hundegebell“ wünschten sich viele. Wobei das Gebelle nicht die einzige Lärmbelästigung ist, die nervt. Fluglärm und Rasenmäher sorgen nach der Umfrage auch für viel Verdruss in der Gartenstadt.

Nein zu Thujahecken

Dass die Gartenstadt ihrem Namen gerecht wird, wünschten sich viele. Dazu gehören nach Ansicht einiger Leser bienen- und vogelfreundliche Gärten und das Verbot von Thujahecken. Die Schattenseite der Gartenstadt, nämlich die aufwendige Laubentsorgung auch bei öffentlichen Straßenbäumen, macht vor allem älteren Bürgern zu schaffen.

Mancher MAZ-Leser nutzte den Umfragebogen auch, um auf Erreichtes hinzuweisen. Einer wünschte sich, dass sich die Stadt zunehmend weiterentwickelt. „Die ersten Schritte sind getan. Klasse!“, hieß es da. Die Umfrage war anonym, aber Margot Platzek hat doch ihren Namen dazugeschrieben. Die 85-Jährige hat ihr Zuhause seit 1938 in Falkensee: „Ich freue mich immer wieder, wie schön es hier ist“, schrieb sie.

Von Marlies Schnaibel

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