Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 3 ° Regenschauer

Navigation:
Fundsachen unterm Hammer

Nauen Fundsachen unterm Hammer

Wer Glück hatte, der konnte am Mittwoch in Nauen ein nagelneues Fahrrad für kleines Geld ergattern. Aus dem Arsenal der Stadtverwaltung sind wieder Fundsachen versteigert worden, die sich nach Ablauf der gesetzlichen Aufbewahrungsfrist im Angebot waren. Manch ein Bieter machte dabei ein Schnäppchen.

Voriger Artikel
Polo-Meisterschaften wegen Druse abgesagt
Nächster Artikel
Sportanlagen-Bau in Rathenow hat begonnen

Schnäppchenjagd am Mittwoch in Nauen.

Quelle: Norbert Faltin

Nauen. Ob Schnäppchensuche, Neugier oder einfach nur Spaß am Bieten – es gibt viele Gründe, die alle zwei Jahre zahlreiche Besucher zur Versteigerung der Fundsachen aus dem Arsenal der Stadt Nauen anlockt. Sechs Monate lang muss das Fundbüro abgegebene Gegenstände lagern. Danach hat der Finder gesetzlichen Anspruch darauf. Macht dieser keinen Gebrauch davon, muss es die Stadt „verwerten“. Zu Spottpreisen kommt dort Verlorenes unter den Hammer.

Großes Interesse fanden am Mittwochmorgen im Rathausinnenhof vor allem die knapp 20 Drahtesel jeglicher Bauart und Couleur. Neuere Baumarkt-Cityräder, Mountainbikes, aber auch Räder, die schon gut drei Jahrzehnte auf dem Buckel hatten. Einige von ihnen waren in einem erbarmungswürdigen Zustand. Anderen wiederum fehlte nicht einmal die Luft in den Reifen, so dass die glücklichen Neubesitzer nach der Bezahlung sich einfach nur in den Sattel schwingen mussten und davon radeln konnten. „Wir sind zum Schmökern hier und wenn wir etwas finden, sind wir auch Schnäppchenjäger“, sagte Sven Gericke aus Nauen, der mit seiner Familie vor Ort war. Ein Blick auf den Auktionstisch erlaubt auch einen Einblick in den Nauener Alltag und darauf, was so alles verloren wird: Geldbörsen – allesamt leer, versteht sich, eine Laptoptasche, ein Motorradhelm, Brillen, ein Sportbeutel mit komplettem Inhalt (Fundjahr 2012), ein Regenschirm, ein Taschenrechner und einiges Werkzeug – alles Dinge, die sich gerne verlieren oder vergessen lassen.

Viele Besucher begutachteten bereits vor der Auktion die vermeintlichen Schnäppchen und wissen genau, wonach sie Ausschau halten. So wie Anke Schäfer aus Nauen: „Ich suche ein Fahrrad, das man zur Not auch einmal am Bahnhof stehen lassen kann. Die Räder, die ich zu Hause stehen habe, sind dazu einfach zu schade." Sie wundere sich, wo all diese Fahrräder herkämen.

Liane Lippold vom Ordnungsamt bestätigte, dass viele Fahrräder zu den gestohlenen Rädern gehören, die später an anderer Stelle wieder auftauchten und der Polizei oder dem Ordnungsamt gemeldet werden. „Zu den Fundstücken gehört in diesem Jahr ein gut erhaltener Kinderwagen. Der wird sicher einen neuen Besitzer finden“, sagte sie und erklärte den Interessenten kurz das Prozedere der heutigen Auktion. Bereits nach wenigen Minuten waren die ersten Räder an den Mann oder die Frau gebracht - meist zwischen fünf und 20 Euro. Spitzenreiter mit 90 Euro war ein Rennrad der renommierten Marke Peugeot, Jahrzehnte alt und reparaturbedürftig. Kenner wissen: Wer hier ein wenig Zeit und Material investiert, hat anschließend ein Rad, das weitere Jahrzehnte Fahrspaß verspricht.

Andreas Wege aus Nauen hatte es indes auf den Handkarren nebst Gasbrenner abgesehen, dem nur noch die Gasflasche fehlte. „Den Handkarren kann ich gut für meinen Garten gebrauchen, der ist viel bequemer als eine Schubkarre“, freute er sich und bekam den Zuschlag bei 22 Euro. Selbst ein fast neuwertiges Navigationsgerät für schlappe 25 Euro fand eine neue und jetzt glückliche Besitzerin. „Lediglich eine Korbtasche und ein T-Shirt haben keine neuen Besitzer gefunden“, resümierte Liane Lippold, immerhin gut 600 Euro habe die Auktion in die Stadtkasse gespült.

Von Norbert Faltin

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Havelland
57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg