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Havelland Brandenburgs peinlichstes Funkloch wird geschlossen
Lokales Havelland Brandenburgs peinlichstes Funkloch wird geschlossen
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00:20 14.07.2018
Die Funklochzeit ist in Kleßen und Görne vorbei. Die Telekom stellt zwei mobile Funkstationen auf. Quelle: Norbert Stein
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Potsdam

Ein Bus voller Politiker und Hauptstadtjournalisten ist am Mittwoch unterwegs ins westliche Havelland, in das 360-Einwohner-Dorf Kleßen Görne. Infrastrukturminister Andreas Scheuer (CSU) hat die Busfahrt ins Märkische organisiert um persönlich die frohe Kunde zu überbringen, dass Kleßen-Görne nicht länger das Tal der Anschlusslosen ist. Gemeinsam mit Telekom-Technik-Chef Walter Goldenits will Scheuer zwei mobile Funkmasten in Betrieb nehmen. „Das Dorft, dem seit über zehn Jahren Mobilfunk versprochen wird, bekommt endlich Anschluss“, heißt es aus Scheuers Ministerium. „Jeder muss von jedem Ort in Deutschland telefonieren können und erreichbar sein“, sagte Scheuer vorab.

Peinlich für Politik und Wirtschaft

Damit wird Brandenburgs peinlichstes Funkloch geschlossen. Peinlich für Politik und Wirtschaft. Denn die großen Telefonanbieter Telekom, Vodafone und Telefonica sahen bislang keinen wirtschaftlichen Sinn, das Funkloch im westlichen Havelland zu schließen. Zu hohe Kosten, zu wenig Ertrag, lautete die Rechnung. Das Dorf liegt in einer Senke. Die nächsten Funkmasten stehen in Friesack und Rhinow, doch deren Signale funken über Kleßen-Görne hinweg. Wer lange Arme hat und in die Luft reckt oder auf eine Leiter steigt, erhascht dort bisweilen einen der begehrten Mobilfunkbalken. In Kleßen funktionierte teilweise nicht mal der Notruf.

Nun wurde die Telekom doch noch aktiv. Vergangene Woche rückten Techniker an und stellten zwei mobile Masten auf. Der Konzern gehört zu knapp einem Drittel dem Staat, mag sein, dass das geholfen hat. Mit seinem Ausflug nach Kleßen-Görne will Andreas Scheuer ein Signal vor dem Mobilfunkgipfel am Donnerstag senden. Vertreter der Bundesländer, der Kommunen und die großen Mobilfunkfirmen sind nach Berlin. Ob es greifbare Ergebnisse geben wird, bleibt abzuwarten.

Kleßen und Görne sind kein Einzelfall

Brandenburg werde bei dem Gipfel die Flächendeckende Beseitigung von Funklöchern einfordern, hieß es am Mittwoch aus der Staatskanzlei. „Kleßen-Görne ist ein wunderbares Beispiel dafür, was alles möglich ist, wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen“, sagte Staatskanzleichef Martin Gorholt (SPD). Bislang habe es von Seiten der Mobilfunkanbieter immer geheißen, dass eine wirtschaftliche Lösung in Kleßen-Görne nicht möglich sei.

Beim Mobilfunkgipfel wird Wirtschaftsstaatssekretär Hendrik Fischer Brandenburg vertreten. Er will dafür sorgen, dass der Auftritt Scheuers an der Seite des Telekom-Vorstands im Havelland keine reine PR-Aktion bleibt. „Der Bund muss nun endlich ein Konzept vorlegen, wie die Versorgungslücken im Mobilfunknetz rasch und möglichst vollständig geschlossen werden können“, so Fischer. Denn es gibt noch viele Kleßen-Görnes in Brandenburg.

Von Torsten Gellner

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