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Funklöcher stehen nun in einem Atlas

Kleßen-Görne Funklöcher stehen nun in einem Atlas

„Funklochtour“ bezeichnete der Bundestagsabgeordnete Sebastian Steineke eine Aktion während des Bundestagswahlkampfes. Ausführlich ließ er sich erklären, wo im Amt Rhinow Funklöcher zu finden sind. Diese sind nun in einem Funkloch-Atlas der CDU festgehalten. Aber Christdemokrat Steineke fordert mehr.

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Sebastian Steineke fordert Konsequenzen.

Quelle: Peter Geisler

Kleßen. Joachim Tessenow hat es nicht leicht, wenn er zuhause sein Mobiltelefon nutzen will. Er wohnt in Kleßen. Der ehrenamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Kleßen-Görne führt ein Unternehmen zur Wärmeversorgung von Baustellen in Deutschland und im Ausland. Da muss man schon mal telefonieren, auch ins Ausland – auch mobil. Nur: Kleßen liegt in einem tiefen Funkloch und daran ändert sich vorerst nichts.

Alles genau vermerkt

Immerhin kann jeder, der sich dafür interessiert, ansehen wo genau die Funklöcher sind. Denn die CDU im Landtag Brandenburg hat einen Funkloch-Atlas herausgegeben. 1944 Funklöcher gibt es im Landkreis Havelland – eine Menge, wie der Bundestagsabgeordnete Sebastian Steineke (CDU) findet. In seinem Wahlkreis liegt auch Kleßen-Görne.

Anfang des Jahres war der Landtagsabgeordnete Ralf Holzschuher vor Ort

Anfang des Jahres war der Landtagsabgeordnete Ralf Holzschuher vor Ort.

Quelle: Norbert Stein

Im Sommer war er auf „Funkloch-Tour“. Mit dabei war der wirtschaftspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Dierk Homeyer. Mit der Auflistung der Funklöcher ist es aber nicht getan. Steineke fordert von der Landesregierung, nun etwas zu unternehmen: „Eine stabile und zuverlässige Anbindung an digitale Kommunikationswege ist entscheidend, damit wir als Region attraktiv bleiben. Wir brauchen endlich pragmatische Lösungen.“

Dialog mit Netzbetreibern

So sei neben der Bestandsaufnahme der Dialog mit den Netzbetreibern das Wichtigste, vor allem um sogenannte Wirtschaftlichkeitslücken zu identifizieren; also Gebiete, in denen ein Ausbau der Mobilfunkversorgung aufgrund einer zu geringen Endkundenzahl wirtschaftlich unattraktiv und daher nicht zu erwarten ist. „Es muss aber auch geklärt werden, welche Möglichkeiten staatlicher Förderung es gibt, um diese Wirtschaftlichkeitslücken zu schließen“, so Steineke.

Alle waren schon da

Steineke und Homeyer waren nicht die ersten Politiker, die in diesem Jahr das Funkloch-Problem in Kleßen-Görne betrachteten. Der SPD-Landtagsabgeordnete Ralf Holzschuher war auch da. Begleitet werden die Gäste stets von Joachim Tessenow, Amtsdirektor Jens Aasmann und oft ist auch Ordnungsamtsleiter Michael Mirschel dabei. Der weiß, dass es auch schon Probleme gegeben hat, bei Unfällen schnell Hilfe zu holen, weil die Mobilverbindung nicht sicher war.

Das tägliche Brot

Mobilfunk und Internet seien für die Menschen auch auf dem Dorf privat und beruflich sehr wichtig, erklärt Tessenow. „Das gehört wie Wasser und Strom zur Grundversorgung.“ Dies zu gewährleisten sei eine staatliche Verpflichtung. Die Region sei für einen wirtschaftlichen Ausbau des Funknetzes zu dünn besiedelt, bekommen Tessenow und Aasmann von Mobilfunkanbietern dazu erklärt.

Nicht vor 2020 – vielleicht

Die Telekom hat dem Amt zwar signalisiert, das Mobilfunkloch schließen zu wollen, aber nicht vor dem Jahr 2020. Dann will man bei der Telekom noch einmal prüfen, ob es Sinn hat, die Mobilfunkverbindungen einzurichten. Es gab auch Überlegungen, mit dem Ausbau der Breitbandversorgung und dem schnellen Internet eine Verbesserung auf dem Telefonsektor zu erreichen. Doch da hat Joachim Tessenow wenig Hoffnung.

Von Joachim Wilisch

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