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Havelland Gabriel sagt ab, Hubertus Heil springt ein
Lokales Havelland Gabriel sagt ab, Hubertus Heil springt ein
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07:46 15.09.2017
Würselen – der neue Nabel der Juso-Welt. Quelle: Joachim Wilisch
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Rathenow

Das war Volksfeststimmung auf dem Märkischen Platz in Rathenow. Und alles sah danach aus, als ob es ein fröhlicher, bunter und erfolgreicher Wahlkampfnachmittag werden würde. Die Sozialdemokraten hatten zur großen Kundgebung mit Sigmar Gabriel eingeladen. Dessen Plakate hingen auch noch rund um den Platz, ebenso die des Direktkandidaten Erardo Rautenberg. Live bekamen die Besucher den Außenminister nicht zu sehen. Er hatte abgesagt, weil er krank geworden war.

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Von links: Dagmar Ziegler, Hubertus Heil, Nina Omilian, Hartmut Rubach und Martin Gorholt. Quelle: Joachim Wilisch

Martin Gorholt, Unterbezirksvorsitzender der SPD, war auch schon einmal eine Zeit lang Bundesgeschäftsführer der Partei. Mit Matthias Platzeck als SPD-Chef zog er ins Willy-Brandt-Haus nach Berlin. Und aus dieser Zeit kennt Gorholt viele SPD-Granden. Und so gelang es Gorholt, kurzfristig den Generalsekretär der SPD, Hubertus Heil, nach Rathenow zu lotsen.

Gute gelaunt: Ministerpräsident Dietmar Woidke auf dem Märkischen Platz. Quelle: Joachim Wilisch

Der war mehr, als nur ein Ersatz. Bevor Heil eintraf, konnte man so manches Gespräch unter Sozialdemokraten belauschen, aus dem nicht gerade mehr Kampfesmut herauszuhören war. Merkel in den Umfragen auf und davon, die SPD vom Umfragen-Pech verfolgt. Eine schwierige Lage. Nach der kämpferischen Ansprache von Hubertus Heil, hatte sich der Wille zur Attacke wieder auf die SPD übertragen.

Nina Omilian sorgte für die richtige Musik. Quelle: Joachim Wilisch

In Rathenow versteht man sich. Selbst der Bürgermeister der Stadt Rathenow – ein CDU-Mann – kam auf den Märkischen Platz. Ronald Seeger ist auch bei Sozialdemokraten beliebt. Ein Plausch mit Ministerpräsident Dietmar Woidke und der lobt die Stadt und den Stadtchef: „Rathenow hat sich so toll herausgemacht in den letzten Jahren.“ Das hört Ronald Seeger gern – und es ist ihm egal, ob das ein Parteifreund oder ein SPD-Genosse sagt.

Dem Bürgerbündnis die Stirn bieten

Auf dem Platz haben sich alle aufgestellt, die dem Bürgerbündnis Havelland um Christian Kaiser die Stirn bieten wollten. „Bunt statt Grauland“ stand auf Schildern, zahlreiche Flüchtlinge waren zugegen. Elke Dartsch stellte ihr Afrika-Projekt vor. Manfred Lenz, einst selbst Landtagsabgeordneter für die Partei, pumpte unverdrossen Luftballons auf. Das Künstlerehepaar Göschel vom Galm war in der Stadt, außerdem eine lange Reihe von Bürgermeistern und Hauptverwaltungsbeamten, darunter Jens Aasmann, Felix Menzel, Ralf Tebling und Alfred Mantau. Marcella Rubach fotografiert und postet auf Facebook. Wenn die SPD Havelland einlädt, zeigt sich die Prominenz.

Gegendemo verlief friedlich >

Dagmar Ziegler zählt Erfolge auf. Quelle: Joachim Wilisch

Und wenn Nina Omilian schon mal da ist, dann singt sie auch. „Kein schöner Land“, das passt eigentlich nicht so richtig zur SPD, die das Land doch erst gerecht und schön machen will. Aber auch Sozialdemokraten sagen hinter vorgehaltener Hand, dass es doch schon ganz schön sei, in Deutschland. „Waltzing Mathilda“ – mit einem australischen Volkslied verabschiedet sich die Sängerin.

Und dann die Reden

Nun geht es los auf der Bühne. Martin Gorholt moderiert. Erzählt, wer alles abgesagt hat. Erst der Gitarrist von Nina Omilian, dann Sigmar Gabriel. Für beide wurde ein Ersatz gefunden. Dietmar Woidke erinnert an das letzte große SPD-Fest mit Frank-Walter Steinmeier vor vier Jahren. Einige Wochen später habe er den Vertrag zur großen Koalition mitunterzeichnet, erinnert er. Dagmar Ziegler, Spitzenkandidatin der SPD im Land Brandenburg, zählt die Erfolge ihrer Partei in der Großen Koalition auf. Und Hubertus Heil peitscht sie ein. Da guckt die junge Frau im Juso-Umhang begeistert nach oben, da recken sie die Schulz-Schilder in die Höhe.

Zahlreiche Gäste im Innenraum vor der Bühne. Quelle: Joachim Wilisch

Doch alle Begeisterung kann die Wolken vom Himmel nicht vertreiben. Es blitzt, es donnert, der regen klatscht in fetten Tropfen auf den Platz. Einige suchen Schutz im City-Center, andere unter Zelten, die eigentlich für Techniker und Personal reserviert sind. Ein Wolkenbruch entleert sich über Rathenow und Martin Gorholts Prognose, es werde erst ab 17 Uhr regnen, löste sich in Luft auf.

Von Joachim Wilisch

„Hier steht das Pack“ – unter diesem Motto stand die Gegenkundgebung zur SPD-Wahlkampfveranstaltung am Donnerstag auf dem Märkischen Platz. Ein gutes Dutzend Demonstranten protestiere mit Plakaten und Trillerpfeifen gegen den Auftritt von Hubertus Heil. Im Gegensatz zu anderen Orten verlief der Protest in Rathenow friedlich.

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