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Havelland Gärtnerberuf soll gefördert werden
Lokales Havelland Gärtnerberuf soll gefördert werden
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18:19 09.08.2018
Der 19-jährige Kevin Porath (r) kommt ins 3. Lehrjahr als Gärtner der Fachrichtung Baumschule. Hier arbeitet er in Tremmen mit seinem Ausbilder Hannes Mikalo. Quelle: Tanja M. Marotzke
Tremmen

Gerade mal elf junge Leute haben im Land Brandenburg im Vorjahr eine Lehre als Gärtner begonnen. Zum Vergleich: 2010 waren es noch 35. Immer weniger Jugendliche interessieren sich für diesen Beruf. Das muss nicht nur Stefan Lorberg, Inhaber der gleichnamigen Baumschule in Tremmen, zur Kenntnis nehmen. Das unterstreichen auch die Zahlen, die Brandenburgs Agrarstaatssekretärin Carolin Schilde Donnerstagnachmittag im Gepäck hatte, als sie in Tremmen die Baumschule Lorberg besuchte.

Damit der negativen Trend gestoppt und mehr Auszubildende für den Gärtnerberuf gewonnen werden, beginnt jetzt das zweijähriges Förderprojekt „Talente gesucht – Akteure der beruflichen Bildung im Gartenbau motivieren und vernetzen“. Dazu übergab die Agrarstaatssekretärin in Tremmen einen Zuwendungsbescheid über 100 000 Euro an den Präsidenten des Gartenbauverbandes Berlin-Brandenburg Klaus Henschel.

Agrarstaatssekretärin Carolin Schilde übergibt den Zuwendungsbescheid an Klaus Henschel. Links Stefan Lorberg. Quelle: Tanja M. Marotzke

Mit dem Geld soll die Arbeit eines Nachwuchsreferenten in der Verbandsgeschäftsstelle in Teltow für 24 Monate finanziert werden.

Zahl der Ausbildungsbetriebe sinkt

„Das Projekt ist ein Baustein zur Umsetzung der Gartenbaukonzeption für Brandenburg“, so Schilde. Der oder die Auserwählte – die Ausschreibung der Stelle erfolgt in Kürze – habe die anspruchsvolle Aufgabe, alle Aktivitäten zu bündeln, um das Interesse von Jugendlichen für den Gärtnerberuf zu wecken und Betriebe zu ermutigen, die vom Land bereitgestellten Unterstützungsmöglichkeiten für eine erfolgreiche Ausbildung zu nutzen, erklärte die Staatssekretärin.

Der Mangel an qualifizierten Fachkräften gerade im Gartenbau – alle drei Lehrjahre zusammengerechnet gibt es derzeit nur 40 Azubis – liege unter anderem auch daran, dass es zu wenige Ausbildungsbetriebe gebe. „Die genaue Zahl ist nicht bekannt, weil sich das von Jahr zu Jahr ändert“, sagte Andreas Jende, Geschäftsführer des Gartenbauverbandes Berlin-Brandenburg. Diese Zahl sinke weiter, weil die Betriebe sich immer mehr spezialisieren würden, was dazu führe, dass sie nicht mehr alle in der Ausbildung nötigen Bereiche anbieten könnten.

Neun Azubis bei Lorberg

Eines der Vorzeigeunternehmen bei der Nachwuchsförderung ist die Baumschule Lorberg. Seit Ansiedlung der Firma in Tremmen nach der Wende werden dort jedes Jahr Gärtner mit der Fachrichtung Baumschule ausgebildet. „Im Moment haben wir noch fünf, weil drei im Juli ihren Abschluss gemacht haben und als Mitarbeiter übernommen werden“, sagte Ausbildungsleiter Hannes Mikalo. Ab September würden wieder drei neue Azubis eingestellt. „Für alle, die ihre Prüfungen schaffen, gibt es eine Übernahmegarantie“, so Mikalo.

Integration von Migranten dauert zu lange

Baumschulen-Chef Stefan Lorberg gab der Staatssekretärin noch zwei Wünsche mit auf den Weg. „Es muss dringend die Ausbildungsqualität an Schulen verbessert werden. Die Leistungen der Schulabgänger, die in der Baumschule eine Lehre beginnen, hätten in letzter Zeit weiter nachgelassen. Hinzu kommt: Die Abbruchquote in Brandenburg war 2017 im Durchschnitt aller Agrarberufe mit 16 Prozent relativ hoch.

Die zweite Sache, die Stefan Lorberg bewegt, ist die Integration von Ausländern. „Das dauert viel zu lange, bis die auf dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen.“ Für die ausländischen Arbeiter, die in der Baumschule Lorberg tätig sind, hat das Unternehmen nach der Arbeitszeit sogar Deutschkurse organisiert und finanziert.

Von Jens Wegener

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