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Havelland Gäste aus dem Morgenland
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16:05 06.01.2016
Konrad, Elisabeth und Maria-Sofia (v.l.) segneten das Rathaus. Quelle: Sander
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Falkensee

Mit geröteten Wangen und kalten Fingern bahnten sich Konrad, Elisabeth und Maria-Sofia als Heilige Drei Könige Caspar, Melchior und Balthasar gut gelaunt ihren Weg. Trotz Schnee, Kälte und Verkehrschaos segneten die drei Sternsinger am Mittwoch das Falkenseer Rathaus.

Stolz hielt der elfjährige Konrad den Stern hoch, der den Königen einst den Weg nach Bethlehem wies. Es ist bereits sein drittes Jahr als Sternsinger. „Es macht mir großen Spaß Teil dieser Aktion zu sein und gleichzeitig noch etwas Gutes zu tun.“ Die Spenden, die die Kinder mit dem katholischen Brauch sammeln, gehen an Kinderhilfsprojekte in der ganzen Welt – ganz genau in 111 Länder. Unter dem Motto „Respekt für dich, für mich, für andere“ ziehen sie dazu durch Falkensee und Schönwalde-Glien. Pfarrer Clemens Pullwitt von der Gemeinde Sankt Konrad begleitet sie auf ihrem Weg. „Am letzten Wochenende waren bereits 35 Kinder unterwegs und konnten 3490 Euro an Spenden sammeln“, so der Pfarrer. Das Kindermissionswerk in Aachen leitet die Spenden aus ganz Deutschland dann an die verschiedenen Projekte weiter. Die Sternsinger-Aktion ist die weltweit größte Aktion von Kindern für Kinder. „Im Sternsinger-Film wurde uns in diesem Jahr das Land Bolivien vorgestellt. Wie arme Kinder dort leben ist schlimm und deswegen wollen wir denen helfen, die nicht so leben können, wie wir“, sagt die elf Jahre alte Elisabeth. Jährlich produziert das Kindermissionswerk einen Sternsinger-Film zum jeweiligen Projekt. Im aktuellen Film reist Reporter Willi Weitzel – bekannt aus der Kindersendung „Willi will’s wissen“ – durch Bolivien und zeigt das Leben der Ärmsten.

Nach dem Singen schrieben die Heiligen aus dem Morgenland gestern ihren Segen „20*C+M+B+15“ an die hölzerne Rathaustür. Die Buchstaben CMB stehen für die lateinischen Worte „Christus mansionem benedicat“, was auf Deutsch soviel wie „Gott segne dieses Haus“ bedeutet. „Die Menschen freuen sich über unseren Besuch und schenken uns oft Süßigkeiten“, erzählt Elisabeth. Einen großen Korb dieser süßen Leckereien brachten die Kinder jetzt in die Notunterkunft für Flüchtlinge im ehemaligen Agon-Möbelhaus.

Anders als in katholischen Regionen Deutschlands müssen sich Haushalte im Havelland im Vorfeld bei ihrer Kirchengemeinde für den Sternsinger-Brauch anmelden. Am nächsten Wochenende ist auch die neunjährige Maria-Sofia wieder als Melchior in der Region unterwegs. „Heute habe ich mir extra schulfrei genommen. Am Wochenende liegen 14 Häuser auf meiner Route.“

Von Laura Sander

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