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Ganz praktische Hilfe

Willkommensinitiative in Schönwalde-Glien nimmt Arbeit auf Ganz praktische Hilfe

Die Schönwalder haben viele Ideen, wenn es darum geht, Flüchtlinge in der Gemeinde willkommen zu heißen. Etwa 100 Menschen haben sich am Donnerstagabend getroffen, um über praktische Hilfe für die künftigen Nachbarn zu beraten. Deutsch- und Sportkurse sollen zu den Angeboten gehören.

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Im Gewerbegebiet Erlenbruch in Schönwalde soll eine Flüchtlingsunterkunft entstehen.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Schönwald-Glien. Rund 100 Schönwalder sind am Donnerstagabend zum ersten Planungstreffen der Willkommensinitiative „Neue Nachbarn in Schönwalde“ zusammengekommen. Nicht für eine Grundsatzdiskussion zur Asylpolitik, wie Mitinitiator Michael Mildenberger gleich zu Beginn klarstellte, sondern um ganz praktisch zu klären, wie den Flüchtlingen, die spätestens Anfang 2016 im Erlenbruch einziehen werden, das Leben erleichtert werden kann. „Der Umgang mit ihnen ist ein Zeichen dafür, wie menschlich unsere Gemeinde ist und wie solidarisch sie sich in einer Krisensituation verhält“, sagte Wilfried Seiring (SPD), der ebenfalls zu den Initiatoren des Treffens gehörte. Er selbst habe während des Zweiten Weltkriegs ebenfalls fliehen müssen, berichtete er. „Als wir nichts mehr hatten und nicht wussten wohin, als uns der Hunger plagte und wir nicht sicher sein konnten, dass die Verwandten noch leben, war das Lächeln eines Unbekannten schon eine willkommene Wohltat. Zu diesem Lächeln für hilfsbedürftige Menschen sollte jeder Schönwalder fähig sein.“

An Ideen, wie man die Flüchtlinge integrieren kann, mangelte es nicht. Die Ortsgruppe der Volkssolidarität wollte Geld sammeln und die Asylbewerber zu ihren Klubnachmittagen einladen, die Judo-Elche versprachen kostenloses Judotraining, andere Bürger wollten bei Behördengängen helfen. Eine Frau schlug ein großes Willkommensfest auf dem Gelände des MAFZ-Erlebnisparks in Paaren im Glien vor, eine andere regte an, dass die Bauern einen Teil ihrer Felder abgeben, den die Flüchtlinge dann selbst bewirtschaften.

„Wir müssen das Rad auch nicht neu erfinden, sondern können von den Erfahrungen aus anderen Orten profitieren“, so Michael Mildenberger. Am wichtigsten sei das Erlernen der deutschen Sprache, sagte der Schönwalder Reinhold Ehl, der ein Asylheim in Potsdam leitet. Bei einem Betreuungsschlüssel von bis zu 120 Asylbewerbern pro Betreuer hätten diese jedoch oft nicht die Kapazität den Flüchtlingen Deutsch beizubringen. Diese Aufgaben könnten engagierte Bürger übernehmen. „Dazu muss man auch kein Deutschlehrer sein“, meinte Kathleen Kunath von der Falkenseer Willkommensinitiative, die als Gast vor Ort war.

„Wir werden die Arbeit der Verwaltung nicht ersetzen, aber wir können sie unterstützen“, so Wilfried Seiring. Schönwaldes Bürgermeister Bodo Oehme (CDU) sagte: „Machen wir uns nichts vor: Das ist eine große Herausforderung für die Gemeinde.“ Sobald die Asylbewerber einziehen, würden für sie die gleichen Rechte und Pflichten gelten wie andere Einwohner, so Oehme – zum Beispiel die Schulpflicht oder das Recht auf einen Kitaplatz. Die Gemeinde will sich in den kommenden Monaten auch für eine bessere Verkehrsanbindung des Erlenbruchs einsetzen. Dass die Flüchtlinge dort auf einem ehemaligen Kasernengelände untergebracht werden, halten viele Schönwalder immer noch für menschenunwürdig. „Unsere Aufgabe wird sein, die Unterbringung ein bisschen menschlicher zu gestalten“, sagte Michael Mildenberger.

In den kommenden Wochen und Monaten will sich die Initiative weiter organisieren und sich mit Behörden und anderen Willkommensgruppen vernetzen. Am 19. September präsentiert sie sich auf dem Siedlungsfest. „Wir müssen das Gespräch suchen mit allen Schönwaldern, auch mit den Kritikern“, sagte Mildenberger. Zumal das Thema Asyl die Gemeinde wohl noch eine Weile beschäftigen wird: Bürgermeister Bodo Oehme berichtete von einem Schreiben des Landkreises, dass wahrscheinlich bald noch mehr Flüchtlinge nach Schönwalde-Glien kommen. Geprüft wird derzeit die Möglichkeit einer Unterbringung im Schullandheim in der Brandenburgischen Straße in der Siedlung.

Von Philip Häfner

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