Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Havelland Ganz praktische Hilfe
Lokales Havelland Ganz praktische Hilfe
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:32 07.09.2015
Im Gewerbegebiet Erlenbruch in Schönwalde soll eine Flüchtlingsunterkunft entstehen. Quelle: Tanja M. Marotzke
Anzeige
Schönwald-Glien

Rund 100 Schönwalder sind am Donnerstagabend zum ersten Planungstreffen der Willkommensinitiative „Neue Nachbarn in Schönwalde“ zusammengekommen. Nicht für eine Grundsatzdiskussion zur Asylpolitik, wie Mitinitiator Michael Mildenberger gleich zu Beginn klarstellte, sondern um ganz praktisch zu klären, wie den Flüchtlingen, die spätestens Anfang 2016 im Erlenbruch einziehen werden, das Leben erleichtert werden kann. „Der Umgang mit ihnen ist ein Zeichen dafür, wie menschlich unsere Gemeinde ist und wie solidarisch sie sich in einer Krisensituation verhält“, sagte Wilfried Seiring (SPD), der ebenfalls zu den Initiatoren des Treffens gehörte. Er selbst habe während des Zweiten Weltkriegs ebenfalls fliehen müssen, berichtete er. „Als wir nichts mehr hatten und nicht wussten wohin, als uns der Hunger plagte und wir nicht sicher sein konnten, dass die Verwandten noch leben, war das Lächeln eines Unbekannten schon eine willkommene Wohltat. Zu diesem Lächeln für hilfsbedürftige Menschen sollte jeder Schönwalder fähig sein.“

An Ideen, wie man die Flüchtlinge integrieren kann, mangelte es nicht. Die Ortsgruppe der Volkssolidarität wollte Geld sammeln und die Asylbewerber zu ihren Klubnachmittagen einladen, die Judo-Elche versprachen kostenloses Judotraining, andere Bürger wollten bei Behördengängen helfen. Eine Frau schlug ein großes Willkommensfest auf dem Gelände des MAFZ-Erlebnisparks in Paaren im Glien vor, eine andere regte an, dass die Bauern einen Teil ihrer Felder abgeben, den die Flüchtlinge dann selbst bewirtschaften.

„Wir müssen das Rad auch nicht neu erfinden, sondern können von den Erfahrungen aus anderen Orten profitieren“, so Michael Mildenberger. Am wichtigsten sei das Erlernen der deutschen Sprache, sagte der Schönwalder Reinhold Ehl, der ein Asylheim in Potsdam leitet. Bei einem Betreuungsschlüssel von bis zu 120 Asylbewerbern pro Betreuer hätten diese jedoch oft nicht die Kapazität den Flüchtlingen Deutsch beizubringen. Diese Aufgaben könnten engagierte Bürger übernehmen. „Dazu muss man auch kein Deutschlehrer sein“, meinte Kathleen Kunath von der Falkenseer Willkommensinitiative, die als Gast vor Ort war.

„Wir werden die Arbeit der Verwaltung nicht ersetzen, aber wir können sie unterstützen“, so Wilfried Seiring. Schönwaldes Bürgermeister Bodo Oehme (CDU) sagte: „Machen wir uns nichts vor: Das ist eine große Herausforderung für die Gemeinde.“ Sobald die Asylbewerber einziehen, würden für sie die gleichen Rechte und Pflichten gelten wie andere Einwohner, so Oehme – zum Beispiel die Schulpflicht oder das Recht auf einen Kitaplatz. Die Gemeinde will sich in den kommenden Monaten auch für eine bessere Verkehrsanbindung des Erlenbruchs einsetzen. Dass die Flüchtlinge dort auf einem ehemaligen Kasernengelände untergebracht werden, halten viele Schönwalder immer noch für menschenunwürdig. „Unsere Aufgabe wird sein, die Unterbringung ein bisschen menschlicher zu gestalten“, sagte Michael Mildenberger.

In den kommenden Wochen und Monaten will sich die Initiative weiter organisieren und sich mit Behörden und anderen Willkommensgruppen vernetzen. Am 19. September präsentiert sie sich auf dem Siedlungsfest. „Wir müssen das Gespräch suchen mit allen Schönwaldern, auch mit den Kritikern“, sagte Mildenberger. Zumal das Thema Asyl die Gemeinde wohl noch eine Weile beschäftigen wird: Bürgermeister Bodo Oehme berichtete von einem Schreiben des Landkreises, dass wahrscheinlich bald noch mehr Flüchtlinge nach Schönwalde-Glien kommen. Geprüft wird derzeit die Möglichkeit einer Unterbringung im Schullandheim in der Brandenburgischen Straße in der Siedlung.

Von Philip Häfner

Havelland Sommerserie: Baden im Havelland - Urlaubsgefühl in Brieselang

Klares Wasser, schmucke Schirmchen: Der Brieselanger Nymphensee bietet Luxus und Urlaubsgefühl gleichermaßen. Die Badestelle, die seit gut einem Jahr neue Betreiber hat, war in den vergangenen heißen Wochen sehr beliebt bei kleinen und großen Gästen – letzter Teil der MAZ-Sommerserie „Baden im Havelland“.

07.09.2015
Wassertourismus in Brandenburg - Zur Kanusafari auf Brandenburgs Amazonas

Mit 3000 Seen und 33.000 Kilometern Fließgewässern bietet Brandenburg fast unendlich viele Wasserfreuden – per Floß, im Hausboot, auf der Segelyacht oder im Strandbad. Wilfried Wendels Kanutouren werden zu kleinen Bildungsreisen.

04.09.2015
Rathenow Rathenow wird zum Odeg-Bahnhof - Dritte Odeg-Linie ab Rathenow

Nach Berlin und nach Brandenburg an der Havel fährt die Ostdeutsche Eisenbahngesellschaft (Odeg) bereits ab Rathenow. In 100 Tagen kommt die dritte Bahnverbindung dazu. Dann übernimmt die Odeg die Strecke nach Stendal. Zurzeit laufen die Vorbereitungen für den reibungslosen Start.

07.09.2015
Anzeige