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Garlitz: Ein Dorf baut sich seine Bühne

Aufführung 600 Jahre Garlitz: Ein Dorf baut sich seine Bühne

In Garlitz bauen Mitglieder des Heimatkulturvereins mit Einwohnern auf dem Platz am Dorfgemeinschaftshaus eine Bühne. Zehn Meter lang und fünf Meter breit wird sie sein. Ende September wird dort ein ganz besonderes Stück aufgeführt. Wer dann nicht dabei ist, ist selber Schuld – das sagt zumindest der Vorsitzende des Vereins.

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Der Heimatkulturverein baut für die Aufführung der Ereignisse um Garlitz vor 600 Jahren eine Bühne auf dem Dorfplatz.

Quelle: Stein

Garlitz. Bohren, Hämmern und Nageln für die Bretter, die für jeden Schauspieler „die Welt“ bedeuten. In Garlitz bauen Mitglieder des Heimatkulturvereins mit Einwohnern auf dem Platz am Dorfgemeinschaftshaus eine Bühne auf. Zehn Meter lang und fünf Meter breit ist Holzbühne. 76 Zentimeter über den Dorfplatz liegt sie auf Holzbalken. Die Baumstämme, aus denen die Balken und Bretter gesägt wurden, hat der Heimatkulturverein aus dem Garlitzer Wald bekommen.

Bei ihren Arbeiten auf dem Dorfplatz lassen die Bühnenbauer Exaktheit walten. Das Grundgestell wurde mit einer Wasserwaage millimetergenau ausgerichtet. Schließlich soll bei einem ungewöhnlichen Dorfspektakel niemand ungewollt stolpern auf den Bühnenbrettern.

Die Schlacht bei Garlitz auf der Bühne

Am 24. und 25. September wird der Heimatkulturverein „Die Schlacht bei Garlitz 1416“ auf die Bühne bringen. Die Vorbereitungen für die Aufführung der Ereignisse vor 600 Jahren in und um Garlitz halten schon heute das ganze Dorf im Bann. Oder wie Friedrich Eckle vom Vorstand des Heimatkulturverein sagt: „Wer nicht dabei ist, hat selber schuld. Vor allem aber versäumt er etwas Außergewöhnliches“.

Der Raubritter Johann von Quitzow überfällt und brandschatzt im Auftrage des Erzbischofs Günter von Magdeburg im Jahre 1416 viele Dörfer in der Mark, welche dem Domstift oder dem Bischof von Brandenburg gehören.

Bei den Bauarbeiten zu der Bühne

Bei den Bauarbeiten zu der Bühne.

Quelle: Stein

Garlitz wird als letztes Dorf überfallen. Auf dem einzigen Knüppeldamm durch das Luch nach Barnewitz werden Quitzows Truppen von den Brandenburgern überwältigt und er selbst von seinem freund Henning von Stechow im Kampf besiegt.

Friedrich Eckle hat mit seiner Frau Maria jene Ereignisse des Jahres 1416 im Havelländischen Luch um Garlitz recherchiert und in Kurzform als Geschichte aufgeschrieben. Daraus geworden ist nun ein Schauspiel. Das Drehbuch für die Aufführung hat der in Garlitz lebende Schauspieler Raimund Groß geschrieben.

Er führt auch Regie für das Schauspiel mit reichlich Dorfgeschichte. Nicht zuletzt deshalb sind die Akteure des Heimatkulturvereins auch noch auf der Suche nach einen geeigneteren Namen für ihre Aufführung um die Ereignisse vor 600 Jahren.

Mit einem Trecker wurden die Balken transportiert

Mit einem Trecker wurden die Balken transportiert.

Quelle: Stein

Aufgeführt wird das Schauspiel von den Garlitzern selbst. Mitglieder des Heimatkulturverein, Mädchen und Jungen der Kita „Zum Wiesenweg“, Einwohner und weitere Akteure wirken mit. Alle 18 Rollen mit Sprachtexten konnten schon besetzt werden. Nun üben die Laienschauspieler auf Zeit eifrig ihre Texte.

Geprobt wird immer sonntags um 17 Uhr und demnächst auch auf der Bühne auf dem Dorfplatz. Weil bis zur Premiere noch Zeit ist, wird der Heimatkulturverein die Bühne vorher für andere Veranstaltungen nutzen, wie Aufführungen oder literarisches aus der Garlitzer Schulchronik und „Quitzows Fall“, ein Gedicht von Nicolaus Upschlacht aus dem Jahre 1914.

Von Norbert Stein

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