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Garlitz trifft auf das Mittelalter

Ein Dorf spielt Theater Garlitz trifft auf das Mittelalter

Schon lange proben die Mitglieder des Heimat- und Kulturvereins Garlitz, Einwohner und andere ein Theaterstück, in dem gezeigt wird, wie rau die Sitten in dem Dorf zu Mittelalterzeiten waren. Am Wochenende waren die Aufführungen.

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Auf der Bühne wurde gesoffen und gerauft.

Quelle: Norbert Stein

Garlitz. – Das kleine Dorf im havelländischen Luch hat am Wochenende großes Theater gemacht, Gesorgt hat dafür der Heimatkulturverein Garlitz. Über 600 Besucher kamen in den von Heuballen gesäumten Theaterraum zu drei Aufführungen „Garlitz 1416 – ein Dorf lockt ins Mittelalter“. Theater gespielt wurde auf einer eigens für die Aufführung gezimmerten Bühne auf dem Dorfplatz. Zur Premiere am Freitagabend kamen 150 Besucher nach Garlitz, unter ihnen auch Amtsdirektorin Angelika Thielicke und Gemeindebürgermeister Andreas Tutzschke

Jüdische Händler spielten auch mit

Jüdische Händler spielten auch mit.

Quelle: Norbert Stein

Auf die Bühne gebracht hat der Heimatkulturverein das Stück mit insgesamt 50 Laienschauspielern, Tänzerinnen und Kindern aus dem Dorf. Regie führte Raimund Groß. Er ist von Beruf Schauspieler, lebt in Garlitz und spielte mit in dem Stück. Anlass für die Aufführung war eine Schlacht bei Garlitz vor 600 Jahren mit vielen Ereignissen, die von den Akteuren auf der Bühne zusätzlich mit humoristischen Beigaben zur heutigen Zeit „gespickt“ wurden und für zusätzliche Unterhaltungen sorgten.

Wer ist der geheimnisvolle Pilger

Wer ist der geheimnisvolle Pilger?

Quelle: Norbert Stein

Zur Handlung: Ein Aufschrei geht 1416 durch das Havelland. Die Pest ist angekommen, wird zumindest erzählt in den Dörfern und Städten. Nun kommt auch der schwarze Tod nach Garlitz, so als Gerücht und schon verlassen nicht ganz seriöse Händler aus dem Dorf, die sogar Söldnern für sechs Taler einen Schlüssel für Keuschheitsgürtel und andere Kuriositäten abgegaunerten. Zuvor ließen sich Pfarrer, Dorfschulze und Bäuerin vom Küster (Karl-Heinz-Dieckmann) mit den Worten „Im Himmel gibt es kein Hopfenmalz, drum trinken wir es gleich“ überreden, mit ihm einige Becher zu leeren. Im Nachbardorf Mützlitz war ein Feuer ausgebrochen und kämpfende Truppen näherten sich dem Dorf.

Der Raubritter Johann von Quitzow (Florian Sachse) überfällt und brandschatzt im Auftrag des Erzbischofs Günter von Magdeburg viele Dörfer in der Mark, welche dem Domstift oder dem Bischof von Brandenburg gehören. Garlitz wird als letztes Dorf überfallen. Vor der Bühne „rasseln“ die Schwerter. Auf dem einzigen Knüppeldamm durch das Luch werden von Quitzows Truppen von Märkern überwältigt. Von Quitzow selbst wird von seinem Freund Henning von Stechow (Alexander Jung) im Kampf besiegt und gefangen genommen. Die Märker feiern ihren Sieg in der Dorfkneipe Groß Behnitz. Während sie reichlich zechen, kommt ein treuer Gefährte von Quitzows als Pilger (Raimund Groß) verkleidet in das Wirtshaus und erzählt den Märkern schier unwahrscheinliche Geschichten. Es gelingt ihm, von Quitzow zu befreien.

Die Sitten waren rau und hart

Die Sitten waren rau und hart.

Quelle: Norbert Stein

Das Stück ist zu Ende. 90 Minuten unterhaltsames Theater vorbei. Die Besucher spenden reichlich Beifall. Die Mitwirkenden nutzen die Premiere zur Taufe ihrer Bühne und geben ihr den Namen „Garlitzer Luch- und Trugbühne“. Bürgermeister Andreas Tutzschke schwärmt: „Eine fulminante Aufführung.“ Sechs Monate Proben haben sich gelohnt, sagte Karl-Heinz Dieckmann bei der Premierenfeier im Dorfgemeinschaftshaus . „So sind wir Garlitzer eben und immer für eine Überraschung gut“, freute sich Sabine Krüger als Mitwirkende in der Tanzgruppe über die gelungene Premiere. Friedrich Eckle ging es genauso und lobte das Engagement aller Mitwirkenden auf und hinter der Bühne. Er und Raimund Groß hatten das Stück „Die Schlacht bei Garlitz 1441“ für die Aufführung bearbeitet, die am Samstag von einem mittelalterlichen Marktreiben umrahmt wurde.

Schlussbild zum Ende der Aufführung

Schlussbild zum Ende der Aufführung

Quelle: Norbert Stein

Von Norbert Stein

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